So gedeihen Mangold und Wirsing

von Redaktion

Obst- und Gartenbauverein Kolbermoor zeigt an drei Aktionstagen den grünen Daumen

Kolbermoor – „Gärtnern auf kleinstem Raum – Vielfalt für Dahoam“ – mit diesem Motto möchte der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Kolbermoor Möglichkeiten aufzeigen, wie man auch ohne eigenen Garten Gemüse, Kräuter und insektenfreundliche Blumen anbauen kann. „Die Idee des Urban Gardening ist in den USA in den 1980er-Jahren im Zusammenhang mit der Automobilkrise vor allem in Detroit entstanden, als man dort städtische Grünflächen in Felder umgewandelt hat“, erklärt der stellvertretende OGV-Vorsitzende Georg Metz. Auch die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau hat sich dem Thema gewidmet – unter dem Slogan „Urban Gardening – Mobil Gärtnern: Kiste, Kübel & Sack“– und umfassende Informationen und Tipps dazu veröffentlicht.

Pflanzaktionen auf
öffentlichen Plätzen

Ziel der Kampagne ist es, Menschen zu Pflanz-Aktivitäten auf Balkonen und Terrassen, aber auch in Hinterhöfen und auf öffentlichen Plätzen zu animieren. „Der Platz vor dem Kolbermoorer Rathaus würde sich beispielsweise sehr gut dazu eignen. Dort könnte man Behälter aufstellen, in denen die Bürger Gemüse oder Kräuter anbauen würden“, stellt sich Georg Metz vor und ergänzt: „Gerade für Menschen, die in Wohnblocks wohnen, wäre das eine gute Möglichkeit.“

Der Verein wolle auch junge Familien ansprechen, die nach Kolbermoor ziehen und keinen eigenen Garten zur Verfügung haben. Zusammen mit Rainer Steidle, dem Vorsitzenden des Kreisverbands der Obst- und Gartenbauvereine, sei ein Pilotprojekt geplant, von dem auch andere OGV profitieren könnten. Der Kolbermoorer Verein habe dazu die Projektgruppe „Mobiles Gärtnern in Kolbermoor“ ins Leben gerufen, die an drei Aktionstagen dazu Wissen vermittelt. Den Auftakt bildete das erste „Schau-Gärtnern“ auf einem Parkplatz an der „Alten Spinnerei“. Dort hatte die Projektgruppe zahlreiche Kisten in verschiedenen Größen mit Gemüse, Kräutern und Blumen aufgestellt. In den Kisten waren unter anderem die Heilpflanze Ysop, die Schokoladenblume, Strandsalbei, Mangold, Buschbohnen, Melisse und Wirsing vertreten. Georg Metz lieferte dazu wertvolle Ratschläge, darunter zur richtigen Bewässerung. „Das Wasser muss an die Wurzeln der Pflanzen kommen. Wenn es auf die Blätter kommt, fördert das die Verbreitung des Pilzbefalls“, erläuterte er. Da oftmals frisches Leitungswasser verwendet werde, solle man in den frühen Morgenstunden gießen. „Dann trifft das kalte Wasser auf die noch relativ kühlen Pflanzen“, so sein Ratschlag. Zum Pflanzen empfahl er die Verwendung von torffreier Erde mit hohem Tonanteil wegen dessen guter Wasserbindungsfähigkeit. Wertvolle Tipps gaben den Besuchern – unter ihnen die Kolbermoorer Mobilitätsmanagerin Veronika Winkler – auch die Projektmitglieder Hedwig Fuchs und Gaby Metz. Allgemeine Anregungen haben sich die Kolbermoorer auch aus dem Hamburger Projekt „Grau trifft grün“ geholt, das ökologische und soziale Zielsetzungen verbindet.

Für Kinder wird‘s
bunt und gesund

Am ersten Aktionstag wurde auch das Interesse der Kinder geweckt. Unter dem Motto „Jetzt wird’s bunt und gesund“ konnten sie auf einem bebilderten Blatt mit der landesweiten „Flori“-Figur die in den Pflanzkästen wuchernden Gewächse identifizieren. Auch in die Praxis waren sie eingebunden und durften zum Beispiel aus einer ausgewachsenen Radieschenstaude die Samenkörner herauslösen.

Der zweite Aktionstag findet am Samstag, 10. September, an der Mangfallschule statt. Der dritte ist an die Nachhaltigkeitsmesse – das Synergy-Festival Kolbermoor – am Samstag, 24. September, auf dem Rathausplatz gekoppelt. Dort werden zusätzlich spannende Vorträge angeboten. So erklärt Markus Breier, Kreisfachberater Traunstein, die „Grüne Vielfalt in Haus- und Vorgärten“. Wie das „Gärtnern auf Balkonen und Terrassen“ erntereiche Freude bereitet, erklärt Rainer Steidle, der Rosenheimer OGV-Kreisvorsitzende. Die Aktionstage finden jeweils von 11 bis 16 Uhr statt.

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