Entlastung für Kolbermoor und Mini-Blockabfertigung für Rosenheim?

von Redaktion

Aicherparkbrücke wird 2023 fertig und nimmt Verkehr von Großkarolinenfeld auf – Rosenheimer CSU beantragt Pförtnerampel für die Schlößlstraße

Kolbermoor/Rosenheim– Der Rosenheimer Versuch, das Staatliche Straßenbauamt Rosenheim zu bewegen, die Westtangente erst dann freizugeben, wenn sie vollständig fertiggestellt ist, ist gescheitert (wir berichteten). „Mitte nächsten Jahres werden der Bauabschnitt zwei der Westtangente Rosenheim mit der Aicherparkbrücke und der südliche Bauabschnitt drei bis zur Schlößlstraße fertig“, erklärt Ursula Lampe, Pressesprecherin des Staatlichen Bauamts.

Entscheidung
des Verkehrsministers

Damit habe sich die Frage gestellt, ob die neuen Abschnitte schon im nächsten Jahr für den Verkehr freigegeben werden. Oder erst zusammen mit dem letzten Bauabschnitt, dem nördlichen Bauabschnitt drei, der wegen des Baus der Bahnbrücke bei Wernhardsberg erst im Jahr 2025 fertiggestellt werden kann. „Bei einem Gespräch mit Staatsminister Christian Bernreiter hatten sich örtliche Mandatsträger mehrheitlich für eine Teilfreigabe ausgesprochen“, sagt Lampe. Der bayerische Verkehrsminister habe sich deshalb entschieden, die neu gebauten Abschnitte der Westtangente nicht bis zur Gesamtverkehrsfreigabe im Jahr 2025 brach liegen zu lassen, sondern für den Verkehr freizugeben, sobald diese fertiggestellt sind. „Die bestehende B 15, aber auch andere Straßen, zum Beispiel die Äußere Münchener Straße und die Straße zwischen Kolbermoor und Großkarolinenfeld, werden dadurch schon früher entlastet“, so Lampe weiter.

Doch diese Entscheidung hat laut Herbert Borrmann, CSU-Kreisvorsitzender Rosenheim-Stadt, auch negative Folgen – vor allem für die Schlößlstraße. Dort staut sich – vor allem in den Morgenstunden – der Verkehr schon jetzt teils über die Stadtgrenze hinaus. Mit der Teilfreigabe der Westtangente befürchten die Christsozialen mehr und längere Staus. Zur Entlastung der Anwohner der Schlößlstraße hat die CSU deshalb beantragt, die Errichtung einer Pförtnerampel westlich der Kreuzung Ertelfeldstraße/Schlößlstraße zu prüfen.

„Die Pförtnerampel ist dabei so zu takten, dass die sich stauenden Fahrzeuge im Falle einer Grünphase der Pförtnerampel nach Durchquerung der Schlößlstraße mit Tempo 30 auf eine Grünphase gleicher Zeitdauer an der B15 treffen“, teilt die CSU in ihrem Antrag an Oberbürgermeister Andreas März (CSU) mit. Ein Betrieb der Pförtnerampel sei zudem nur während der verkehrsintensiven Tageszeiten vonnöten. „Mit dieser Maßnahme soll die Schlößlstraße künftig staufrei gehalten werden. Der Verkehrsfluss an sich soll dadurch nicht beeinträchtigt werden“, heißt es in dem CSU-Schreiben. Als Vorbild möge die Pförtnerampel in der Gemeinde Niederndorf im benachbarten Tirol dienen. Die gibt es laut Bürgermeister Christian Ritzer seit Juli 2019. „Aufgrund von permanenter Verstauung des Dorfzentrums an den verkehrsreichen Wochenenden wurde diese Maßnahme in Abwicklung durch das Baubezirksamt Kufstein eingeführt. Besonders bei Notfällen war keine Versorgungssicherheit mehr gegeben“, teilt der Bürgermeister auf Anfrage mit.

Durch die beiden Dosierampeln – eine am Ortseingang von der Grenze kommend, die zweite im Gemeindegebiet der Nachbargemeinde Rettenschöss – gelinge es, dass die Stauung durch das Dorf größtenteils verhindert werden kann. „Besonders für Einsatzfahrzeuge der Blaulichtorganisationen, aber für auch für die örtliche Bevölkerung im Fuß- und Radverkehr ergeben sich deutliche Erleichterungen“, bestätigt auch Franz Ploner, Amtsleiter der Gemeinde Niederndorf. Die Dosierampel sei von Anfang Juli bis Mitte September sowie von Januar bis März, jeweils am Samstag und am Sonntag aktiviert.

Auf einen ähnlichen Erfolg wie in Niederndorf hofft die Rosenheimer CSU auch in der Schlößlstraße. Sie schlägt deshalb vor, im unmittelbaren Anschluss an die für Ende Oktober geplante Sanierung der Straße eine Probephase durchzuführen. Doch ganz so einfach scheint eine Umsetzung nicht zu sein. Zwar sei der Wunsch auf Errichtung einer Pförtnerampel am 8. August mündlich an das Staatliche Bauamt herangetragen worden, aber zumindest vonseiten der Polizei gibt es Vorbehalte. „Eine Pförtnerampel ist in der Straßenverkehrsordnung so nicht vorgesehen“, teilt Polizeihauptkommissar Robert Maurer mit. Seine Befürchtung: Durch die verlängerten Rotzeiten könnten zusätzliche Gefahrenquellen geschaffen werden.

Prüfung und
Abstimmung läuft

Unter welchen Voraussetzungen eine Pförtnerampel dennoch erlaubt wäre, will jetzt auch das Staatliche Bauamt prüfen: „ Wir haben eine Prüfung und Abstimmung mit den zuständigen Behörden zugesagt. Dies wird etwas Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Lampe. Zeit, die auch die Rosenheimer Politiker nutzen werden, um über den Antrag der CSU zu diskutieren. Anna Heise

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