Kolbermoor – „Zur langen Nacht der Feuerwehr“ laden die Kolbermoorer Kameraden am Samstag, 24. September, von 15 Uhr bis Mitternacht auf das Gelände rund um die Feuerwache in der Haßlerstraße ein. Im Rahmen der bayernweiten Kampagne „Helfen ist Trumpf“ planen sie an diesem Tag zahlreiche Vorführungen und Informationsstände. So stellt sich beispielsweise die Jugendfeuerwehr vor. Das BRK Kolbermoor hilft den Besuchern, ihr Wissen als Ersthelfer aufzufrischen. Die Feuerwehr macht auf Gefahren im Haushalt aufmerksam und simuliert unter fachmännischer Betreuung beispielsweise eine Fettexplosion. Im Rauschparcours kann jeder Teilnehmer einmal live erleben, wie er die Welt wahrnimmt, wenn er unter starkem Alkoholeinfluss steht. Die Bewegungsabläufe verlangsamen sich, das Gesichtsfeld wird enger und der Blick zeigt nur noch unscharfe oder verschobene Konturen. Eine Promille-Brille macht das am 24. September bei der Kolbermoorer Feuerwehr möglich. Nach wochenlangen Bemühungen und stundenlanger ehrenamtlicher Arbeit haben die Kameraden zwei alte Container in Brandcontainer umgebaut, die in der „Langen Nacht der Feuerwehr“ erstmals zum Einsatz kommen sollen. „Hier können wir gesichert demonstrieren, wie ein Feuer gelöscht wird, und dass der Löschwasserstrahl nicht wahllos, sondern gezielt eingesetzt werden muss, um beispielsweise einen Wohnungsbrand zu löschen“, erklärt Jürgen Schlarb von der Kolbermoorer Feuerwehr. Dabei wird auch noch einmal die Bedeutung von Rauchmeldern erläutert.
Die Kameraden demonstrieren auch, wie sie die Werkzeuge des Rüstwagens richtig anwenden, um im Ernstfall technische Hilfe zu leisten und Menschenleben zu retten. An einem Autowrack zeigen sie, wie sie ein Fahrzeug vorsichtig stabilisieren, um den Verunfallten behutsam und ohne Erschütterung aus dem Wrack zu bergen. Sie erklären, wie wichtig das Glasmanagement ist und erlauben interessierten Besuchern sogar, die Geräte unter ihrer Anleitung vorsichtig auszuprobieren. Ein weiteres Thema wird die Rettungsgasse sein. Dabei soll noch einmal daran erinnert werden, wie sie gebildet wird und warum sie Leben retten kann.
„Unser Ziel ist es, den Besuchern mit den Aktionen auf unserem Hof unsere ehrenamtliche Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar zu machen“, beschreibt Schlarb.
Natürlich ist auch ans leibliche Wohl gedacht. Die Kameraden der Feuerwehr und ihre Familien bewirten ihre Gäste mit Speis und Trank. Am späten Abend zeigt eine Feuertänzerin mit Fackeln und Feuerseilen die akrobatischen Seiten des Feuers.
„Wir hoffen, dass viele Besucher Interesse an der Langen Nacht mit unserer Feuerwehr zeigen, denn wir haben wirklich spektakuläre Aktionen vorbereitet“, macht Schlarb neugierig. Eine Einschränkung gibt es: Wenn es die Lage erfordert, müssen die Kameraden zum Einsatz ausrücken. Die „Lange Nacht der Feuerwehren“ findet in ganz Bayern statt, sodass sich keine Feuerwehr „dienstfrei“ melden kann.
Kathrin Gerlach