Gemeinsam Energie sparen macht Spaß

von Redaktion

Mitstreiter für neuen Verein in Kolbermoor gesucht – Synergie-Festival steht bevor

Kolbermoor – Gemeinsam und mit vereinten Kräften an der Energiewende arbeiten möchten interessierte Kolbermoorer Bürger, die sich zu diesem Zweck zu einem Verein zusammenschließen und mit weiteren Mitstreitern in Stadt und Umland vernetzen wollen.

Hoffen auf
weiteren Zuwachs

„Energiewendeverein“ soll das neuste Kind in der wachsenden Familie der Initiativen im Mangfalltal heißen. Auf weiteren Zuwachs hoffen der Kolbermoorer Klimaschutzmanager Martin Roith und Initiator Rainer Tschichholz in den kommenden Wochen, um den Verein auch tatsächlich gründen zu können.

Geplant war die Umsetzung, die auch im fertigen integrierten Energiekonzept der Stadt Kolbermoor eine Rolle spielt, bereits seit Langem. Allerdings machte die Corona-Pandemie dem geplanten Bürgerdialog einen Strich durch die Rechnung. Zehn Seiten Satzungsentwurf lagen parat, Ansprechpartner für ein Klimaschutznetzwerk aus den Kommunen Aschau, Stephanskirchen, Wasserburg, Feldkirchen-Westerham und Bad Aibling waren kontaktiert. Doch die sind mittlerweile nicht mehr die selben und vieles ist auch liegen geblieben.

Nun soll das Projekt wieder angekurbelt werden, in der Hoffnung, nach und nach eine Klimaschutz-Achse von Rosenheim bis Feldkirchen-Westerham entstehen zu lassen. Doch dazu brauche man zunächst einmal eine „Keimzelle“, aus der sich das Projekt entwickelt, so Tschichholz und Roith.

Eine ideale Plattform zum Kennenlernen und Austausch sehen die beiden in dem großen Synergiefestival am 24. September auf dem Kolbermoorer Rathausplatz (siehe Kasten).

Tschichholz kennt die Mangfallstadt seit den 70 er-Jahren, mittlerweile wohnt er hier. Bereits in seiner alten Heimat Siegen war der gelernte Heizungs- und Lüftungsbauer und späterer Stadtwerke-Vertriebler Vorsitzender eines Energievereins. Er bescheinigt der Stadt Kolbermoor, in Sachen Klimaschutz bereits sehr gut aufgestellt zu sein. „Vieles wurde schon umgesetzt. Aber es gibt immer noch ein paar weiße Blätter.“

Nun gelte es, in den geplanten Energiewendeverein zum einen die Bürger einzubeziehen und zum anderen Fachexperten für den Kreis zu gewinnen – vom Heizungsbauer oder Heizkesselhersteller über den Ingenieur, die Banken und Großhändler bis zu Ansprechpartnern in den Kommunen. „Am besten, wir bekommen die Handwerker-Innungen mit ins Boot“, wünschen sich die Initiatoren. Auch Energieversorger wie Stadtwerke oder die INN Energie, sowie weitere Initiativen wie der geplante Klima-Rat von Bad Aibling oder die „Energiezukunft Rosenheim“ (ezro) sind bereits kontaktiert. Überall habe man ein offenes Ohr gefunden.

Jetzt sind
die Bürger gefragt

Nun gehe es darum, Interessensbekundungen einzuholen und zu bündeln. „Wenn genügend Posten in einem Verein besetzt werden können, soll die Aufstellungsversammlung folgen.“

Ein buntes Festival rund um das Thema Energiesparen

Es bietet ein Feuerwerk an Ideen, Informationen und Unterhaltung: Das Energiesparfestival, das die Stadt Kolbermoor unter Federführung des Klimamanagers Martin Roith für Samstag, 24. September, auf die Beine stellt. Unter dem Titel „Transforum Nachhaltigkeitsmesse“ sind Aussteller aus allen Bereichen der Energiewende und Nachhaltigkeit mit von der Partie. Von 11 bis 17 Uhr wird auf dem Rathausplatz eine Fülle von Informationen rund um die Themen „Energiewende“, „Wohnen, Leben und Soziales“, „Artenvielfalt“ und „Mobilität“ geboten.

So wird unter anderem das „Klimasparbuch“ vorgestellt, die Arbeitsgruppe „Mobiles Gärtnern“ informiert über „Urban Gardening“ und das Programm „Vielfaltsmacher“, die Verbraucherzentrale bietet Energieberatung an, der Siedlungsverein braut Bier.

Beispiele zu Fernwärme oder Geothermie-Allianz sind ebenso zu sehen wie die Energiewende-Ausstellung auf der Galerie des Rathauses. Infomieren können sich die Besucher überdies über den Öffentlichen Personennahverkehr und den Stadtbus Kolbermoor, über die Elektromobilität allgemein und das E-Carsharing in Kolbermoor.

Auf der Bühne stehen den ganzen Tag über Musik (Funky Reflection, Jazzed Married), Tanz (Quest Dance with us), Vorführungen und Gespräche im Mittelpunkt. Dazu werden die Gewinner des 9-Euro-Stadtbus-Ticket-Wettbewerbs und die Sieger des Stadtradelns gekürt. Einer der Höhepunkte ist das alpine Showspektakel „Alpen Sperrmüll“, bei dem Gartenschaufel, Staubsauger, Klopömpel, Heurechen und mehr als Musikinstrumente dienen.

Um Nachhaltigkeit geht es auch beim Kleider- sowie beim Bücherbasar. Für Kinder gibt es im Luitpoldpark Fotovoltaik-Bastelei, Tetrapak-Kunst und das Herstellen von Blumentöpfen mit Bewässerungssystem. Der Bienenzuchtverein bietet Kinderschminken, es gibt ein Pflanzenquiz mit den Gärtnern und Wassertests mit den Wasserwerken.

Im Fokus: Bewohner älterer Häuser

Ungenutztes Energieeinsparpotenzial im privaten Bereich sehen Experten vor allem auch in der Bausubstanz älterer Häuser. Auf dieses Thema will sich Tschichholz mit dem Verein besonders fokussieren. Denn alte Heizanlagen hätten hohe Wärmeverluste. Oft scheitere eine Erneuerung der Wärmeversorgung ebenso wie eine Sanierung oder Ertüchtigung des Gebäudes an den Kosten oder an mangelnden Informationen. Hier will der Verein eine Anlaufstelle bieten, um Beratungen zu vermitteln, Kontakte zu Ansprechpartnern herzustellen, etwa zu Banken, die Förderkredite vermitteln. Zur Information gehört auch der Rat, das Thema Energie-/Wärmeversorgung nicht erst zu Beginn der Heizperiode oder in dem Moment anzugehen, wenn die alte Anlage kaputt ist. Man sollte immer eine Bestandsanalyse zusammen mit einem zertifizierten Energieberater machen und Fachhandwerker befragen, rät Tschichholz. Auch die Verbraucherzentrale biete viele Online-Vorträge und eine kostenlose Erstberatung an.

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