Kolbermoor – Wie komme ich weg von fossilen Brennstoffen? Wie kann ich mein Zuhause möglichst autark mit Energie versorgen? Wer berät mich, wenn ich künftig auf erneuerbare Energien setzen will? Zu diesen und noch viel mehr Fragen haben die Teilnehmer am Synergie-Festival in Kolbermoor eine Vielfalt an Antworten, Ideen und eigenen Erfahrungswerte im Gepäck.
Einige haben sie jetzt im Kolbermoorer Rathaus, das mit seinem Areal der Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung am Samstag, 24. September, sein wird, vorab vorgestellt und erklärt, welches ihre Anliegen sind. Klimaschutz steht bei allen im Fokus.
„Zu 100 Prozent unabhängig werden“
Bei Ibeko-Solar aus Kolbermoor dreht sich alles um die unabhängige Stromerzeugung durch Sonnenenergie. „Wir wollen unsere Kunden autark machen“, stellt Geschäftsführer Klaus Bernhardt klar, der sich mit seinen Angeboten vorwiegend an Privatkunden richtet und in zwei Jahren ein Gebäude vorstellen will, das sich zu 100 Prozent selbst mit Strom und Wärme versorgt. Er wird unter anderem den Energiemanager „Heartbeat“ vorstellen und aufzeigen, wie man auch den Reststrombezug minimieren kann.
Der Förderverein rosolar informiert über das Ziel „100 Prozent erneuerbare Energie und eine Energiewende die Strom, Wärme und Verkehr umfasst“ für den Landkreis Rosenheim. In Kolbermoor werden die Mitglieder über Fotovoltaik-anlagen und Gebäudesanierungen informiert. Es würden immer noch viel zu wenig Fotovoltaikanlagen gebaut: „Es ist ein Elend, was alles fehlt“, stöhnt der Vorsitzende Michael Wolters im Hinblick auf Drohnenaufnahmen, die aufzeigten, wo derartige Möglichkeiten nicht genutzt würden. „Wir brauchen Wind- und PV-Energie sowie passende Speicher und keine weiteren Laufzeiten für Atomkraftwerke“, betont er.
Ob und wie sich eine PV-oder Solarthermie-Anlage für das eigene Gebäude rentiert, was sie kostet und wie wirtschaftlich sie arbeitet, können Festivalbesucher am Stand der „Energiezukunft Rosenheim“ (ezro) herausfinden. Die ezro, ein Zusammenschluss von Stadt und Landkreis Rosenheim, Technischer Hochschule (TH) sowie öffentlichen, privatwirtschaftlichen und privaten Akteuren, klärt über das Projekt Solarkataster Rosenheim auf, durch das dies alles möglich ist. „Wir sind ansonsten hauptsächlich Ansprechpartner für Landwirte und das Gewerbe“, so Kathi Spöck von der Wirtschaftsförderstelle des Landratsamtes, die zusammen mit der TH-Klimaschutzmanagerin Johanna Goder die Aktivitäten beim Synergie-Festival vorstellte.
Um die E-Mobilität geht es am Stand der Zweirad-Werke, ein kleiner Familienbetrieb, der auch auf die noch wenig bekannten Elektro-Motorräder setzt. „Wir wissen, dass das noch kein Geschäft ist, aber wir glauben an diese Geschichte“, betont Firmenvertreter Andy Lammerer. Gerade im urbanen Bereich seien E-Roller, -Bikes und -Motorräder eine echte Alternative sowie in Größe, Gewicht und Handling dem Auto überlegen. Zwei der Zweiräder wird er mit nach Kolbermoor bringen – ob die E-Enduro dabei sein wird, steht noch nicht fest.
Für den Klima-Rat Bad Aibling sei es etwas Besonderes, an dem Festival teilnehmen zu dürfen, erklärte Eugen Schneider für diese Bürgervereinigung. Denn dem Rat gehe es, wie berichtet, unter anderem auch um eine enge Vernetzung aller Akteure und Interessenten im Mangfalltal. „Wir wollen beim Festival nicht nur das Thema Klima abdecken, sondern mit allem, was mit Ökologie und Umweltschutz zu tun hat. Das Thema dürfe nicht hinter anderen aktuellen Ereignissen zurückstehen, es müsse in der Diskussion ganz vorne stehen.
Die Bürger
sollen profitieren
Die Aussteller betonen einhellig, die Bürger an den eigenen Erfahrungen teilhaben lassen zu wollen. Fragen sollen beantwortet und Ideen ausgetauscht werden. Die Information soll so anschaulich wie möglich weitergegeben werden. Von daher wird es auch viele spannende Angebote, auch zum Mitmachen, geben, wie Martin Roith erklärt. Denn dies sei nur ein Auszug aus dem Festival-Programm gewesen, das der Klimaschutzmanager der Stadt Kolbermoor organisiert.