Kolbermoor – Seit 110 Jahren hat das Brauchtum im Trachtenverein „D‘Mangfalltaler“ eine Heimat. Tracht, Brauchtum und traditionelles Handwerk werden in Kolbermoor gelebt und intensiv gefördert: Nicht umsonst informiert Ehrenvorsitzender Walter Weinzierl jedes Jahr auf der Grünen Woche in Berlin über bayerische Traditionen, Feste und Trachten. Seit 20 Jahren organisiert er zudem den regionalen Markt „Brauchtum, Handwerk, Tracht“. Der Zehnte findet am Kirchweihwochenende vom 15. und 16. Oktober in der Pauline-Thoma-Schule statt.
30 Aussteller
mit großem Angebot
Jeweils von 10 bis 17 Uhr erwarten die Besucher hier 30 Aussteller mit traditionellen Produkten rund um die Tracht, denn: „Es wird immer mal wieder ein neues Teil gebraucht. Und natürlich kann man Trachtenzubehör auch gut verschenken“, beschreibt Weinzierl. Deshalb gibt es beispielsweise gestrickte Wadlstrümpf, Haarschmuck, Hüte, Trachtenbekleidung und -schmuck für Kinder und Erwachsene, Lederhosen, Haferlschuhe, aber auch Klosterarbeiten und Geklöppeltes.
Traditionspflege
live miterleben
In lebendigen Werkstätten zeigen die Handwerker ihre über Jahrhunderte bewahrte Kunst – beispielsweise Federkielstickerei, Goldstickerei, Holzbilderhauerei oder Kunstmalerei, das Seilerhandwerk, Schnitz- und Drechslerarbeiten oder den Harfenbau. Ein Schuhmacher präsentiert sein Handwerk und ein Gamsbartbinder zeigt, wie das Prunkstück des alpenländischen Hutschmucks entsteht. An jedem Stand können die Besucher verweilen, die Künstler über Entstehung und Pflege ihres Handwerks ausfragen und natürlich auch einkaufen. „Mir ist es wichtig, dass die Menschen erkennen, wie viel Liebe und Handarbeit in der Tracht und der alten Handwerkskunst steckt und so auch ihren besonderen Wert erkennen“, betont der Ehrenvorsitzende der Mangfalltaler. In Kolbermoor wird alles geboten, was des Trachtlers Herz begehrt, auch wenn es einen kleinen Wermutstropfen gibt: „Von 50 Ausstellern können nur etwa 30 kommen“, bedauert Weinzierl. Dabei spielen nicht nur Corona-Infektionen, sondern auch Nachwuchssorgen eine Rolle. „Einige mussten aufgeben und ihre Läden schließen, weil sie kein Personal mehr gefunden haben.“ Deshalb kann leider auch die geplante Gwandschau nicht stattfinden.
Der Markt ist nicht nur eine Bereicherung im Jahreskalender der Trachtler. Er hilft auch dem traditionellen Kunsthandwerk beim Überleben: „Für unsere Handwerker ist das Folgegeschäft wichtig, denn es füllt ihnen die Auftragsbücher“, weiß Weinzierl.
Kinder basteln,
Eltern bummeln
Doch nicht nur das: Nach zweijähriger Corona-Pandemie freuen sich die Trachtler natürlich vor allem auf das Beisammensein, den Erfahrungsaustausch, das Ratschen und ein wiederbelebtes, reges Vereinsleben.
„Für die Kinder bereiten wir verschiedenen Bastelangebote vor. So können die Eltern in Ruhe über den Markt bummeln, schauen, probieren und Maß nehmen“, kündigt Weinzierl an.
Besonders beliebt sind immer auch die „ehrenamtlichen Friseurinnen“, bei denen sich die Damen verschönern lassen können. Kolbermoorer Trachtlerinnen zeigen am Samstag von 12 bis 17 Uhr und am Sonntag von 10 bis 16 Uhr, wie Flechtfrisuren so gebunden werden, dass sie zur Tracht passen.
Der Markt „Brauchtum, Handwerk, Tracht“ hat am Samstag und Sonntag, jeweils von 10 bis 17 Uhr, geöffnet. Der Eintritt ist frei. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Es wird unter anderem deftigen Schweinsbraten und kleine Brotzeiten geben. Die Trachtler bieten hausgemachten Kuchen und Kaffee sowie erfrischende Getränke an.