Kolbermoor – Über das Interesse an den „Stadtgesprächen“ der Parteifreien Kolbermoor freute sich der Vorsitzende Christian Sedlmayr. Zu den Themen „Mobilität und Klimaschutz“ referierten die Mobilitätsmanagerin Veronika Winkler sowie Thomas Ertl, der neue Klimaschutzmanager der Stadt Kolbermoor.
Winkler erläuterte „vier Säulen des Mobilitätskonzepts der Stadt Kolbermoor“: Infrastruktur, Information, Kommunikation und Service. Zum Stadtbus wies die Mobilitätsmanagerin auf einen möglichen Beitritt zum Münchener Verkehrsverbund (MVV) der Stadt und des Landkreises Rosenheim und weiterer Landkreise hin. Laut dem Zweiten Bürgermeister Dieter Kannengießer werden in einer Kreistagssitzung die finanziellen und sonstigen Auswirkungen vorgestellt. Die Entscheidung soll im Frühjahr fallen.
Die Mobilitätsmanagerin erwähnte die Angebote zur Nutzung von Lastenrädern, die Ladepunkte für Elektrofahrzeuge in der Stadt sowie die E-Carsharing-App „Driveinn“.
Verbesserungsvorschläge zum Fahrradverkehr können Bürger bei der Mobilitätsmanagerin sowie über die App „radar-online.net“ einbringen.
Es gelte, das Konzept für den Radverkehr umzusetzen. Dieses erarbeitete der Statdtrat 2019 unter Beteiligung der Bürger. Eine örtliche Pflasterbaufirma senkt als Sofortmaßnahme Bordsteine ab.
Zur Realisierung der Fahrradstraße in der Friedrich-Ebert-Straße im Jahr 2023 fragte ein Anwesender, ob dortige Parkflächen wegfallen. Dies wurde bejaht. Es entsteht eine autofreie Zone für Radfahrer und Fußgänger, Anlieger dürfen zu ihren Grundstücken fahren. Hinsichtlich wegfallender Parkplätze in der Innenstadt wurde auf das neue Parkhaus am Bahnhof hingewiesen.
Zum geplanten Radweg nach Großkarolinenfeld warf Stadtrat Stefan Reischl eine einfachere Variante über die Moorkultur ein.
Ein Gast erkundigte sich über die Realisierung des überregionalen Radschnellweges, der von Stephanskirchen über Kolbermoor bis Feldkirchen-Westerham führen soll. Winkler informierte, dass die ursprüngliche Planung fördertechnisch nicht zu realisieren sei. Die geforderten Standards seien nicht zu erfüllen. Stattdessen ist geplant, das Projekt als „Radvorrangroute“ weiter zu verfolgen.
Klimaschutzmanager Ertl erläuterte städtische Energiemaßnahmen wie Fotovoltaikanlagen an städtischen Gebäuden, ein neues Konzept von Wärmespeichern an der Pauline-Thoma-Schule und die Umstellung auf LED in städtischen Gebäuden. Großes Interesse fanden seine Ausführungen zur Geothermie, also der Erdwärme zum Heizen und zur Stromerzeugung. Zunächst gelte es, die geologischen Anforderungen und Potenziale zu prüfen, so Ertl. Er erläuterte die Erfahrungen der Gemeindewerke Holzkirchen.