Hildegard Czizegg, Licht mit Schatten, in Mischtechnik.
Kolbermoor – Die Farben der Bilder leuchteten intensiv in der sonnenhellen Aula der Pauline-Thoma-Schule in Kolbermoor. 112 Bilder von zwölf Künstlern sind an Stellwänden aufgehängt und bieten ein buntes Panorama verschiedener Maltechniken und Themen.
Die Mehrzahl der Bilder ist informell, das bedeutet, sie haben kein dargestelltes Motiv. Sie wirken durch ineinanderfließende Farben, die sich überdecken, die untere Farbe durchschimmern lassen und durch vielfältige Farbaufträge, die wiederum neue Farbtöne erzeugen. Man kann dem Duktus des Pinsels folgen und der Vorstellungskraft freien Lauf lassen. Solche Bilder findet man unter anderem bei Hanni Harzenetter (Im Moor), Resi Pramböck (Licht mit Schatten) oder Hildegard Czizegg (Stille). Es sind Stimmungsbilder, die genau die Atmosphäre ihrer Titel vermitteln.
Ganz anders geartet sind die zahlreichen Stadtbilder von Erich Wagner. Aufgebaut aus geometrischen Formen wie Quader, Würfel, Tetraeder grenzen sich die einzelnen Elemente durch unterschiedliche Farben voneinander ab, um dann ein geordnetes Ganzes zu ergeben. Häuser, Dächer, Kirchtürme stehen genauestens konstruiert im Bild. Der aufmerksame Betrachter erkennt die alte italienische Stadt San Gimignano, in der die Menschen in früheren Jahrhunderten Wohntürme bauten, um immer noch höher als der ungeliebte Nachbar zu wohnen. Wasserburg mit seiner Brücke über den Inn präsentiert sich in dieser Maltechnik, Krumau an der Moldau ebenso.
Eine Überraschung in all dem Bunt ist Brigitte Schindlers Bild „Raureif I“, ein mit Acryl in feinen Strichen und einer ganzen Palette von Grau- und Schwarztönen gemaltes kleinformatiges Werk. In kräftigen Farben wiederum sticht Penny Seitz-Würdemanns Bild vom „Schlauen Fuchs“ hervor. Mit bernsteinfarbenen Augen schaut das Tier gewitzt hinter einer Baumreihe hervor, die in surrealistischen Farbtönen gehalten ist. Sabine Koschier präsentiert ein zwischen Rot- und Gelbtönen changierendes Chamäleon. „Anpassung ist alles“ lautet der Titel. Loz Verney stellt auf zwei Arbeiten kubusförmige Gestalten vor, die zu guter Laune verführen.
Seit 44 Jahren gibt es die Vereinigung von Kolbermoorer Kunstschaffenden, in diesem Jahr erstmals unter dem neuen Namen „Kolbermoorer Künstler“ anstatt „Kolbermoorer Malerstammtisch“. Der Namenswechsel trägt der Tatsache Rechnung, dass mittlerweile auch Bildhauerarbeiten gezeigt werden. Die Gesamtorganisation wurde von Sabine Koschier und Erich Wagner geleistet.
Die Ausstellung ist bis Sonntag, 6. November, zu sehen, Freitag von 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr, in der Aula der Pauline-Thoma-Mittelschule. bö