Kolbermoor – „Große Erleichterung“ – mit diesen Worten bezeichnete Maurus Scheurenbrand, Pfarrer der katholischen Stadtkirche, seine Reaktion auf die Entscheidung, das Pfarrheim sowie den Kindergarten und Kinderhort Wiederkunft Christi an die Stadt zu verkaufen und für die Nutzung der Grundstücke einen Erbpachtvertrag auf 66 Jahre abzuschließen (wir berichteten).
„Das ist eine sehr gute Lösung, die auch dem Erhalt der Kirche Wiederkunft Christi dient“, bekräftigte er bei der jüngsten Pfarrversammlung. Für den Stadtkirchenrat betonte dessen Vorsitzender Leonhard Sedlbauer, „dass die Stadt Kolbermoor der ideale Partner für unsere Ziele ist“.
Soziales Engagement
weiter enorm wichtig
Denn für die Mitglieder sei es sehr wichtig, dass der Sinn für das soziale Engagement und das Miteinander an diesem Ort und in diesem Stadtteil erhalten bleiben. Umso besser sei es auch, dass der Ansprechpartner in Sachen Pfarrheim und Kinderbetreuungseinrichtungen gleich vor Ort sei. Sedlbauer lobte die positive Atmosphäre, in der die Verhandlungen stattgefunden hätten. Er würdigte den ehrenamtlichen Einsatz der Kirchenverwaltung und dankte sowohl dem Stadtkirchenrat als auch dem Stadtrat für die Unterstützung bei diesem Projekt.
Pfarrer Scheurenbrand hob hervor, wie wichtig ihm darüber hinaus der Kreuzgang auf dem Areal sei. Dieser sei ein zentraler Ort der Begegnung für Jung und Alt – genau, wie es die Grundidee des früheren Pfarrers Eugen Klaas gewesen sei, der die Einrichtungen auf dem Gelände an der Heubergstraße einst „aus dem Nichts geschaffen“ und die Pfarrei aufgebaut hatte.
Am kommenden Samstag, 12. November, findet im Kreuzgang der Martinimarkt bei Kerzenschein und Lagerfeuer statt: „Sehr klein, aber sehr schön“, so Scheurenbrand, der zuvor um 17 Uhr zu einer kleinen Andacht einlädt. Gruppen aus den Pfarreien Wiederkunft Christi und Heilige Dreifaltigkeit werden an ihren Ständen wieder Gebasteltes, Gestricktes, kleine Geschenke, Weihnachtsschmuck und vieles andere mehr anbieten.
Und auch sonst sind die Mitglieder der Kirche aktiv. So stellten Marianne Mayer, Vorsitzende des Vereins Kolbermoorer Frauen, und Heidi Höglauer die Weihnachtshilfsaktion „Junge Leute helfen“ vor und warben um Unterstützung. Hintergrund: Auf Einladung des Vorsitzenden Hubert Zeltsperger waren die Frauen jüngst zu einem Festgottesdienst nach Friedolfing gefahren. Die Schilderungen der jungen Helfer dort – „zwei Burschen von 16 und 19 Jahren und drei Mädchen zwischen 17 und 20 Jahren, die im Sommer für drei Wochen mit Pfarrer Ludwig Westermeier im Kosovo und in Albanien in den Armenküchen geholfen haben“ – über die katastrophalen Zustände hätten sie zutiefst bewegt.
Seit 30 Jahren sammle der Verein für notleidende Menschen; Kolbermoor wolle sich nun erstmals beteiligen. Dazu finde am Sonntag, 20. November, um 18 Uhr im Pfarrheim Heilige Dreifaltigkeit ein Infoabend mit Filmvorführung statt. Voraussichtlich werden auch einige der jungen Helfer vor Ort sein.
Am Samstag, 26. November, können die Spenden dann von 9 bis 12 Uhr im Pfarrheim Heilige Dreifaltigkeit abgegeben werden. Die Kolbermoorer Frauen werden sie am selben Tag zum großen Lager nach Obing fahren, von wo aus der Verein „Junge Leute helfen“ sie vor Weihnachten nach Albanien, in den Kosovo und in die Ostslowakei – „dort befinden sich viele Flüchtlinge aus der Ukraine“ – transportieren und verteilen wird.
Benefizkonzert
für die Ukraine
Bereits am Mittwoch, 16. November, 17 Uhr, geben das Blechbläserquartett „Klangblech“ und das Blockflötenquartett der Stadtsing- und Musikschule ein Konzert zugunsten der Ukrainehilfe. Verbindende Texte zum Frieden spricht Regina Berger. Am Ende der Pfarrversammlung überreichten Leonhard Sedlbauer sowie Kirchenpfleger Hans-Jürgen Opitz einen kleinen Präsentkorb an Maurus Scheurenbrand, der seit zehn Jahren als Pfarrer in Kolbermoor tätig ist, und dankten ihm für seine Arbeit.