Weihnachten in der Zirkusmanege

von Redaktion

Urlaub im Camper ist seit Corona besonders beliebt. Doch wie ist es, wenn man sein ganzes Leben dort verbringt, wie die Zirkusfamilie Brumbach. Vor ihrem Gastspiel in Kolbermoor haben sie uns davon erzählt.

Kolbermoor – Der Jahreswechsel hat eine ganz besondere Magie, denn den Zauber der Weihnacht können die Kolbermoorer diesmal auch in der Manege erleben: Vom 22. Dezember bis 8. Januar gastiert der „Weihnachtszirkus“ in der Stadt. Wer eintritt in die fantastische Welt der Familie Brumbach, erlebt atemberaubende Artistik, glitzernde Kostüme und erstaunliche Dressuren.

Die schillernde Welt einer Akrobatenfamilie

Majestätische Friesen tänzeln durch die Manege, Seiltänzer schweben in luftiger Höhe über den Zuschauern, Pinto-Schecken präsentieren eine Vierer-Dressur, Lamas springen über Zäune, Kamele drehen Pirouetten und mittendrin sorgt Clown Banane für Durcheinander. Zirkusdirektor Daniel Brumbach und seine Familie kommen ein zweites Mal nach Kolbermoor, um den kleinen und großen Besuchern ihre schillernde Welt zu präsentieren.

Daniel und Marion Brumbach (beide 57 Jahre alt) haben ihre Liebe für den Zirkus an all ihre Kinder vererbt. „Wir sind zwischen vier und 32 Jahre alt und alle in der Manege, denn Zirkus liegt uns im Blut“, erzählt Nico Brumbach. Er ist 31, Clown Banane und Jongleur, „da das einfach am besten zu mir passt“, erzählt er.

Jedes der acht Brumbach-Kinder hat seine eigene Leidenschaft entdeckt, autodidaktisch erlernt und zur Perfektion gebracht. Rosita ist nicht nur die Seilakrobatin der Familie. Sie zeigt auch Kunststücke mit dem Hula-Hoop-Reifen. Denise schwebt in neun Metern Höhe am Ringtrapez. Elena, die Schlangenfrau, versetzt die Besucher mit ihrer Kautschuk-Akrobatik ins Staunen.

Tyrone macht Kunststücke auf dem Rollen-Bowler. Liam und Zendya, mit vier und fünf Jahren die jüngsten Kinder, begeistern die Besucher mit Bodenakrobatik. Samuel ist der zweite Clown im Bunde der Brumbachs. Mama Marion lässt ihre Border Collies über Ziegen springen. Papa Daniel ist nicht nur Zirkusdirektor, sondern zugleich Dompteur und auf dem Rücken seiner Pferde auch ein versierter Akrobat. „In unserem Team sind aber auch Artisten aus Ungarn und der Schweiz“, erklärt Nico Brumbach.

Zudem gehören 35 Tiere zum Zirkus: Pferde, Ziegen, Kamele, Hunde, Lamas und seit einer Woche auch das Lama-Baby Elsa. Sie haben ihr eigenes, beheiztes Zelt. „Wir haben sechs Generatoren, um unsere Zelte zu beheizen und einen Stromgenerator – alle auf Basis von Öl“, erklärt Nico Brumbach die „energetische Situation“ des Zirkus‘. Ihre Wohnwagen beheizen die Artisten mit Propangas.

Die Zirkusfamilie ist das ganze Jahr über mit ihren Wohnwagen auf Achse. „So lebt es sich ganz gut“, beschreibt Brumbach. Jede Familie – die Eltern mit den kleinen Geschwistern und die erwachsenen Kinder mit ihren Partnern – habe drei Wohnwagen: „Einer ist zum Wohnen, der zweite das Bad, der dritte die Küche“, beschreibt er das Leben. Einen festen Wohnsitz vermissen sie nicht. Ganz im Gegenteil: „Freunde von uns haben das mal versucht und waren total unglücklich, weil ihnen das Reisen fehlte.“

Eigentlich sind die Brumbachs immer nur vier Tage an einem Ort, in Kolbermoor aber bleiben sie länger. Am Wochenende vom 10. und 11. Dezember bauen sie ihr neues Zirkuszelt im Bereich der Staatsstraße (Aiblinger Au 2) auf. „Unser Grand Chapiteau haben wir gerade erst neu gekauft. Es ist elf Meter hoch, 24 Meter im Durchmesser und bietet 700 Besuchern Platz“, ist Nico Brumbach stolz auf seinen Familien-Zirkus.

Die Brumbachs haben es geschafft, die Corona-Pandemie zu überstehen. Ohne Vorstellungen, ohne staatliche Hilfen. „Dafür aber mit einer unendlich großen Unterstützung der Menschen“, ist der 31-Jährige dankbar: „Ohne sie hätten wir nicht überlebt.“ Bauern spendeten Heu, andere brachten Gemüse für die Tiere und Lebensmittel für die Zirkusfamilie. „Es war eine unvorstellbar große Solidarität“, blickt er auf zwei harte Jahre zurück. Trickbetrüger versuchten damals, die schwere Situation der Zirkusschaffenden für sich auszunutzen und gingen „in ihrem Namen“ betteln. „Das war Betrug, denn das würden wir nie tun, weder für uns, noch für unsere Tiere“, stellt Nico Brumbach klar. Seit Dezember 2021 ist die Manege wieder frei. Eine der ersten Stationen für die Brumbachs war damals Kolbermoor. „Die Resonanz der Besucher war groß. Wir sind glücklich, dass die Menschen uns nicht vergessen haben, sondern mit ihrem Besuch der Vorstellung zeigen, wie groß ihr Interesse für den Zirkus ist und wie sehr sie unsere Arbeit schätzen.“

16 Vorstellungen
bis 8. Januar

Nun ist der „Weihnachtszirkus“ ein zweites Mal in Kolbermoor: mit 16 Vorstellungen vom 22. Dezember bis 8. Januar. Beginn ist jeweils um 16 Uhr. Nur an Heiligabend, 24. Dezember, laden sie schon ab 14 Uhr ins Zirkuszelt ein, denn auch der Weihnachtsmann hat sein Kommen zugesagt. „Und der bringt natürlich auch kleine Geschenke für die Kinder mit“, macht Brumbach neugierig.

Danach feiern auch die Artisten Weihnachten in der Familie. „Wir treffen uns alle im Wohnwagen unserer Eltern, versammeln uns rund um den geschmückten Weihnachtsbaum, essen gemeinsam, und dann ist Bescherung“, beschreibt Brumbach den Heiligabend im Camper. Was er sich wünscht? Nur eines: „Gesundheit für meine Familie.“

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