Zahlreiche Bäume müssen im Auwald gefällt werden

von Redaktion

Vollsperrungen von Rad- und Wanderwegen am Hochwasserdamm südlich der Mangfall

Rosenheim/Schliersee – Die Bayerischen Staatsforsten rücken am heutigen Montag kranken Bäumen im Auwald bei Rosenheim zu Leibe. Denn ein winziger Pilz gefährdet dort Spaziergänger und Radfahrer.

Motorsägen stören das Idyll an der Mangfall in Rosenheim. Wieder einmal sind etliche und teils starke Eschen umgestürzt. Einige trafen den Fahrradweg auf dem Hochwasserdamm südlich der Mangfall. Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen. Dort wird nun eilig aufgeräumt.

Das geschilderte Szenario ereignete sich so tatsächlich im August vergangenen Jahres. Nach einem kurzen, aber heftigen Sommergewitter waren mehrere Eschen auf den nahegelegenen Radweg gestürzt. Dieser musste von Waldarbeitern der Bayerischen Staatsforsten freigeschnitten und weitere Gefahrenbäume gefällt werden, deren Standsicherheit nicht mehr gegeben war. Doch warum kommt es in den letzten Jahren vermehrt zu umstürzenden oder zusammenbrechenden Eschen?

Bei Betrachtung der stehengebliebenen Eschen fällt auf, dass die allermeisten nur noch schütter belaubt sind. Die Bäume erwecken insgesamt einen kranken Eindruck, bei besonders stark geschädigten Bäumen haben sich die Blätter bis in die innere Krone zurückgezogen, von der äußeren Krone zeugen oft nur noch wenige Totäste. Sogar bei auf den ersten Blick gesunden Bäumen sind bei näherem Hinschauen Lücken in der Belaubung und abgestorbene Zweige erkennbar. 

Die beschriebenen Symptome gehören zum Krankheitsbild des sogenannten Eschentriebsterbens, einer Baumerkrankung. Sie wird von einem winzigen Pilz, dem „Falschen Weißen Stengelbecherchen“, verursacht und ruft bei Eschen jeden Alters schwere Schäden hervor. Nach nur wenigen Jahren sterben nahezu alle erkrankten Bäume ab. Im fortschreitenden Krankheitsverlauf werden die erkrankten Eschen in der Regel von weiteren Pilzen wie dem Hallimasch besiedelt. Dieser Befall verursacht eine Fäule im Wurzelbereich, wodurch die Standsicherheit des gesamten Baumes so weit verringert wird, dass dieser auch ohne äußere Einflüsse unvermittelt umstürzen kann.

Um das Risiko für Waldbesucher und Anwohner möglichst gering zu halten, führen die Bayerischen Staatsforsten in den von ihnen betreuten Staatswäldern regelmäßig Sicherheitsbegehungen durch. Werden dabei Gefährdungen festgestellt, erfolgt im Anschluss eine Maßnahme zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit; so nun auch im Staatswaldkomplex „Grünholz“ zwischen der Hochfellnstraße und der Kufsteiner Straße. Betroffen ist in erster Linie ein Bereich entlang des Radweges südlich der Mangfall, wo auf etwa 900 Metern etwa 40 bis 50 Eschen gefällt werden.

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