Kolbermoor – Traumhafte Strände, atemberaubende Naturlandschaften, pulsierende Metropolen und faszinierende Baudenkmäler, die tiefe Einblicke in die Weltgeschichte gewähren: Wer rund um Silvester die Zeit findet, um die Reisekataloge verschiedener Veranstalter durchzublättern, bei dem wird zwangsläufig das Reisefieber steigen.
Für die kalte Dusche sorgt dann in der Regel der Blick aufs Bankkonto. Denn dort schrumpfen Rücklagen aufgrund stetig steigender Kosten in nahezu allen Lebensbereichen oft dramatisch. Hinzu kommt die Angst vor Rechnungen, die gerade zu Beginn des Jahres die Haushaltskasse belasten.
Flug- und Hotelpreise steigen deutlich an
Doch das sind nicht die einzigen finanziellen Hürden, die die Urlaubsplanungen in diesem Jahr so kompliziert machen. „Nicht nur die Energie- und Lebensmittelpreise schießen in die Höhe“, weiß Yakup Güclü, Geschäftsführer des Reisecenters Güclü an der Rosenheimer Straße in Kolbermoor. „Auch die Flugpreise und die Übernachtungskosten steigen deutlich an.“
Was für den Reiseexperten ein Grund ist, wieso die Nachfrage nach Buchungen derzeit so gering ist. „Anfang Dezember waren noch ein paar Anfragen da“, sagt Güclü, der sich aufgrund seiner Herkunft auf Türkei-Reisen spezialisiert hat. „Mittlerweile ist es aber sehr ruhig.“ 90 Prozent seiner Kunden entscheiden sich letztlich für die Türkei als Reiseziel, aber auch andere klassische Reiseländer wie Ägypten würden hin und wieder gebucht. „Spanien geht dafür bei uns überhaupt nicht mehr“, sagt Güclü, der sich dieses Phänomen selbst nicht ganz erklären kann. Er selbst würde gerne mal eine Weltreise unternehmen, aber: „Wenn ich Urlaub habe, reise ich natürlich in meine Heimat Türkei, weil ich dort ja dann auch Verwandte besuche.“
Profi rät zur Buchung
noch vor Ende Januar
Keine besonderen Reiseziele vor Augen hat Oliver Nowotny, Mitinhaber des Reisebüros Lohmann & Nowotny An der Alten Spinnerei in Kolbermoor. Sein großes Hobby ist das Langstreckenschwimmen, weshalb er seine freien Tage oftmals in den Seen der Region – vielleicht auch noch in Kärnten – verbringt.
Dennoch hat Nowotny schon viel in der Welt gesehen – und kann daher seinen Kunden auch jede Menge Tipps für unbeschwerte Urlaubsfreuden geben. Ein Tipp, der bares Geld wert sein dürfte: „Ich rate jedem Verbraucher, noch vor dem 31. Januar seinen Urlaub für das Jahr 2023 zu buchen.“ Denn: „Jetzt gibt es noch zahlreiche Frühbucherrabatte. Außerdem sind Flüge und Hotelzimmer, die jetzt angeboten werden, bereits im Frühjahr 2022 von den Veranstaltern eingekauft worden“, weiß Nowotny. Die Preissteigerung, die jetzt bei Flügen und Hotelzimmern immer mehr durchschlage, mache sich daher bei diesen Angeboten noch nicht bemerkbar.
Auch für Menschen, die aufgrund der finanziellen Entwicklung noch vorsichtig sind, hat der Reiseexperte einen Tipp: „Wer einen sogenannten Flextarif bucht, der zahlt vielleicht 49 Euro mehr, kann dann aber oftmals sogar bis zwei Wochen vor Reiseantritt den Urlaub noch stornieren.“ So könne man jetzt von den noch deutlich günstigeren Preisen profitieren, sei aber dennoch flexibel.
Türkei im Trend,
Griechenland kommt
Und was zeichnet sich für das Urlaubsjahr 2023 als Reisetrend ab? „In puncto Türkei gibt es eine hohe Nachfrage“, so Nowotny, „auch Mallorca oder Griechenland ist beliebt, obwohl gerade bei Griechenland die Preise ganz schön anziehen.“ Der Corona-Trend, eher in der Region zu bleiben oder höchstens ins benachbarte beziehungsweise nahegelegene Ausland zu fahren, sei dagegen gebrochen. Nowotny: „Italien und Kroatien sind so teuer geworden, dass ein All-inclusive-Aufenthalt in der Türkei Familien oftmals günstiger kommt.“