Kolbermoor – Was lang entbehrt wurde, wird umso mehr geschätzt. Diese schöne Erfahrung machten die Mitwirkenden sowie das Publikum beim Konzert mit „Adventlicher Abendmusik“ in Kolbermoor. Der Projektchor und das Kammerorchester Kolbermoor unter der Leitung von Martin Kreidt gestalteten die Veranstaltung in der voll besetzten Kirche Heilige Dreifaltigkeit. Kreidt hatte ein Programm zusammengestellt, das die Gäste inhaltlich und musikalisch mitnahm auf die Reise nach Bethlehem zum Weihnachtswunder und in den Vorhof des Himmels. So ging es von der Ankündigung des Engels, dem Nachdenken über das bevorstehende Wunder bis hin zu Krippe und Stall, wo der Chor dem neugeborenen Erlöser Schlaflieder sang. Zum Reiz trug bei, dass Kreidt deutsche sowie alpenländische Lieder eingebettet hatte und diese mit zeitgenössischen Werken von Ola Gjelo und John Rutter kombinierte. Letztgenannte stellten mit ihrem Jubel, mit warmen Melodien und süßen Klängen eine wunderbare Ergänzung dar. Chor und Orchester verstanden es, den Geist des jeweiligen Stückes einzufangen und umzusetzen. Das Kammerorchester war dem Chor ein aufmerksamer und stets flexibler Partner. Das Orchester begleitete, wo nötig, zart und behutsam, schlug aber auch einen zupackenden und energiegeladenen Ton an. Präsent und ebenfalls sehr flexibel sang der Projektchor, der sich durch eine große stimmliche Homogenität und Klangdichte auszeichnete. Damit gelang es nicht nur das zarte „Es ist ein Ros entsprungen“, sondern auch das träumerische „Hell-Dunkle“ von John Rutters „Dormi Jesu“ beeindruckend zu gestalten. Die anspruchsvolle Harmonik des Stücks zeichnet das Hinübergleiten vom Wachsein in den süßen Schlaf nach. Reine, dankbare Freude über die Geburt Christi vermittelte schließlich das Schlussstück „Gaudete“, mit dem sich Chor und Orchester in einen finalen Jubel steigerten. Die Zuhörer quittierten das Konzert mit einem langen Applaus. sbe