Die Hochwasserschutzmaßnahme „Kolbermoor BA6“ zum Schutz des Wohngebietes Pullacher Au wird in zwei Teilen vorgenommen. Im ersten Abschnitt wurde 2021 ein 650 Meter langer und bis zu zweieinhalb Meter hoher Deich errichtet. Jetzt sind die Arbeiten für den zweiten Teil angelaufen. Entlang der Nordseite der Umgehungsstraße (St2078) wird eine 650 Meter lange Spundwand-Barriere errichtet. Dafür ist eine Spundwandramme im Einsatz. Das Gerät erfasst die bis zu sieben Meter langen Stahlspundwände, hebt sie an und rammt sie in rund zwei Minuten in den Boden. Für die zentimetergenaue, lückenlose Platzierung sorgt Franz Pfeiffer, Mitarbeiter des ausführenden Unternehmens Porr GmbH & Co KG, Zweigniederlassung Saaldorf-Surheim. „Das Gesamtgewicht der verbauten Spundwände beträgt rund 500 Tonnen, weitere 20 Tonnen kommen noch für die Spundwandabdeckungen dazu“, berichtete die verantwortliche Projektleiterin des Wasserwirtschaftsamts Rosenheim, Iris Reitinger-Eß, unserer Zeitung. Die eingerammten Spundwände ragen je nach Geländeverlauf zwischen einem und zwei Metern aus dem Boden. Die Spundwand-Reihe ist auf einem rund acht Meter langen Bereich mit einer Ausbuchtung versehen. (Bild drei) „Hier wird eine Überfahrt für den Waldbesitzer errichtet“, erläutert die Projektleiterin. Während der Arbeiten besteht auf der Umgehungsstraße eine halbseitige Ampel-Regelung (wir berichteten). Nach Abschluss der Spundwand-Aktion (geplant Mitte Februar) wird die Baustraße zurückgebaut. An ihre Stelle tritt eine Entwässerungsrinne zur Aufnahme und Versickerung der Straßenabwässer. Außerdem wird der Spundwand-Streckenabschnitt, der rund zwei Millionen Euro kostet, mit einer Leitplanke versehen. Abschließend erfolgt am Deichende noch der Bau des sogenannten. „Sielbauwerks“ für die Hochwasser-Regulierung des Gererbachs. Die Gesamtkosten belaufen sich Reitinger-Eß zufolge auf circa fünf Millionen Euro.Fotos Baumann