Kolbermoor – An den Schulen sollen alle Kinder dieselben Chancen haben – das zu gewährleisten ist aber nicht immer einfach. Manchmal fehlen dem System einfach die Ressourcen oder passenden Angebote, um einen Lernerfolg zu ermöglichen.
An der Adolf-Rasp-Grundschule in Kolbermoor wird dieser Situation schon seit einigen Jahren auf innovative Weise begegnet, nämlich durch den Einsatz ehrenamtlicher Schülerpaten. Als Anerkennung für den Einsatz der Ehrenamtlichen, aber auch um sich besser kennenzulernen, organisieren die beiden Projektkoordinatorinnen, Maria Stadler und Regina Gruber, regelmäßig gemeinsame Unternehmungen. So waren Mitte Januar alle derzeit aktiven Paten sowie die ihnen anvertrauten Kinder zu Besuch auf dem „Erlebnisbauernhof Redl“ in Kolbermoor.
Während die Kinder mit Landwirtin Julia Redl den Hof erkundeten, die Tiere versorgten und sich im Spielstadl austoben durften, hat Landwirt Franz Redl den Schülerpaten den Hof und dessen Arbeitsweise vorgestellt. Anschließend tauschten sich die Helfer im gemütlichen Gartenhaus bei einer Tasse Kaffee aus. Es ging um Freuden des Ehrenamtes, die Dankbarkeit der Kinder, aber auch die ein oder andere Schwierigkeit.
„Besonders schön bei solchen Ausflügen ist es, zu beobachten, wie die Kinder mit ihren Lernpaten umgehen. Dabei wird deutlich, dass meist schon innerhalb weniger Wochen eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut werden kann und die Mädchen und Buben um eine Bezugsperson reicher sind“, so die Sozialarbeiterin Stadler. Doch was macht man als Schülerpate eigentlich? Ziel des Projektes ist es, Kinder beim Lernen zu unterstützen, die sich aus unterschiedlichen Gründen schwertun. Eine Schulstunde pro Woche verbringen Helfer und Schüler zusammen. Dabei sind die Paten frei darin, wie sie ihre Unterstützung gestalten – lesen, rechnen, schreiben, gemeinsam die Hausaufgaben erledigen oder aber auch einfach mal zuhören sowie etwas zusammen spielen. Oft bringt schon allein die Aufmerksamkeit, die man dem Kind schenkt, sehr viel. So werden sie nicht nur schulisch, sondern auch in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt. Die Paten treffen sich mit den Kindern meist in der Schule. Wochentag und Uhrzeit werden individuell abgesprochen.
Auch wenn die Termine möglichst regelmäßig stattfinden sollten, können die Paten natürlich weiterhin während der Schulzeit verreisen und Treffen bei Bedarf absagen oder verschieben. Ab dem Halbjahr des Schuljahres 2022/23 werden an der Adolf-Rasp-Grundschule nun neue Paten gesucht, die bereit sind, einem Kind unter die Arme zu greifen. Das Projekt ist gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie „Menschen stärken Menschen“. Wer Interesse an der Tätigkeit hat, erhält weitere Informationen bei den beiden Jugendsozialarbeiterinnen Stadler und Gruber unter der Telefonnummer 08031/94146924 oder per E-Mail an jas.adolf-rasp@awo-rosenheim.de.