Großübung in der Adolf-Rasp-Schule

von Redaktion

„Gut gemacht!“ – Feuerwehr rettet 20 Menschen aus verrauchten Kellerräumen

Kolbermoor – Blaulicht und Martinshorn rissen am Montagabend die Kolbermoorer im Westen der Stadt aus ihren Stuben. Bei einem Großeinsatz der Feuerwehr an der Adolf-Rasp-Schule wurden 20 Menschen aus einem verrauchten Keller gerettet. Ein Nachbar erlitt einen Herzinfarkt und musste mit der Drehleiter geborgen werden. Die Kolbermoorer Feuerwehr war mit 35 Kameraden und sechs Fahrzeugen im Einsatz. Das dramatische Szenario war eine Übung.

Praxistest für
neue Führungskräfte

An diesem Abend war es Nina Schrank, die den Einsatz leitete. Sie ist nicht nur Mutter von drei Kindern, sondern auch schon seit 20 Jahren bei der Feuerwehr, eine der erfahrensten Kolbermoorer Kameradinnen und auf dem ehrenamtlichen Karriereweg zur Zugführerin. Für sie galt es am Dienstagabend, die Lage zu überblicken und die Rettung zu koordinieren. Genauestens beobachtet wurde sie dabei von Armin Hörl, dem stellvertretenden Kommandanten der Kolbermoorer Wehr und von Zugführer Michael Hager, der die Übung gemeinsam mit Hausmeister Stefan Limmer organisiert hatte.

19 Uhr war bei der Kolbermoorer Wehr der Alarm einer Brandmeldeanlage in der Schule eingegangen. Einsatzleiterin Schrank rückte mit dem ersten Trupp aus, um die Lage zu erkunden. „Gebäude mit Brandmeldeanlagen verfügen über ein Feuerwehrschlüsseldepot mit Generalschlüssel, durch den wir Zugang erhalten. So erreichen wir das Feuerwehranzeigetableau, an dem erkennbar ist, in welchem Bereich die Brandmeldeanlage ausgelöst hat“, erklärt Hörl.

Im Übungsfall war das im Keller der Schule. Ein Atemschutztrupp wurde zur Erkundung ins Gebäude geschickt. Dabei wurde klar, dass die Lage weitaus dramatischer ist, als auf den ersten Blick erkennbar war. „In einem Raum im Souterrain der Schule übernachtete eine Klasse: 19 Kinder und ihre Lehrerin mussten gerettet werden“, so der stellvertretende Kommandant. Die Einsatzleiterin musste die Alarmstufe erhöhen und weitere Kräfte an den Brandort rufen. Jetzt hatte die Rettung und medizinische Erstversorgung der Menschen absoluten Vorrang. Dabei standen der Kolbermoorer Wehr drei Rettungsteams der Malteser zur Seite. Gleichzeitig suchte die Feuerwehr unter Atemschutz eine Abluftöffnung im Gebäude, um mit einem Hochdrucklüfter den Rauch aus den Räumen zu ziehen. Dabei stellte sich heraus, dass der Schwelbrand in einer Küchenzeile für die starke Rauchentwicklung gesorgt hatte.

Während sich ein Trupp um den Schwelbrand im Keller der Grundschule kümmerte, waren die Kameraden vor dem Gebäude mit der Drehleiter im Rettungseinsatz. „Ein Nachbar war durch den Einsatz so in Aufregung geraten, dass er einen Herzinfarkt erlitt“, beschreibt Hörl. Er musste mit der Drehleiter aus seiner Wohnung geborgen, erstversorgt und in eine Klinik gebracht werden.

Nach mehr als zwei Stunden war die Lage unter Kontrolle und der Einsatz beendet. Das strenge Fazit der erfahrenen Beobachter war zugleich ein Lob für Nina Schrank, die 35 Kameraden der Feuerwehr, die Rettungssanitäter der Malteser und die 20 Statisten der Jugendfeuerwehr: „Gut gemacht!“

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