Petrus hat Eröffnung im Mai in der Hand

von Redaktion

Die Freibadsaison beginnt – Zwei Millionen Liter Wasser werden aufgeheizt

Kolbermoor – Seit dem 1. März sind Helmut Eggerl und Charly Meier wieder zurück im Freibad. Für die beiden Betriebsleiter und Schwimmmeister in Personalunion hat die Saison bereits begonnen, auch wenn ans Baden noch lange nicht zu denken ist. Dafür stellen sie jetzt die Weichen, und in diesem Jahr gibt es besonders viel zu tun.

Fürs Heizen ist die
Sonne zuständig

„Noch können wir nicht versprechen, dass wir pünktlich am 1. Mai eröffnen“, sagt Betriebsleiter Eggerl. „Dafür brauchen wir vor allem schönes Wetter, damit die Sonne zwei Millionen Liter Wasser auf Badetemperatur erwärmt“.

So viel fassen die drei Becken des Freibades. Sie werden mit etwa neun Grad Celsius kaltem Wasser aus einem eigenen Brunnen gespeist, das zuvor eine UV-Trinkwasseraufbereitungsanlage passiert und gechlort wird. Seit der Energiekrise verzichtet Kolbermoor auf die Erwärmung des Wassers über die Gastherme und baut nur noch auf Sonnenenergie. Dadurch konnten 2022 etwa 80000 kWh Gas gespart werden. Und zum Glück sorgte Petrus für einen beschwerdefreien Sommer mit etwa 70000 Besuchern.

In diesem Jahr sind es auch die Lieferketten, die darüber entscheiden werden, ob pünktlich eröffnet werden kann. „Der Fußboden im Bereich der Umkleiden und Sanitäranlagen war brüchig und aufgeplatzt. Verschiedene Untergrundmaterialien wie Beton und Fliesen mussten abgetragen werden“, beschreibt Eggerl.

Im Moment ist eine Münchener Firma dabei, in verschiedenen Schichten den Bodenbelag neu aufzubauen, damit er rutsch- und wasserfest wird. Danach werden die Trennwände für Sanitäranlagen und Umkleiden wieder montiert. Die Stadt Kolbermoor investiert dafür etwa 45000 Euro.

Filteranlagen
werden saniert

„In der kommenden Woche beginnen die Arbeiten an der Filteranlage, dem Herzstück des Freibades“, kündigt Jürgen Halder an.

In zwei riesigen Filterbehältern werden in der Badesaison stündlich etwa 450000 Liter Wasser gereinigt. „Über vier Schwallwasserpumpen wird das Wasser angesaugt, mit Kraft durch verschiedene Spezialfiltersand-Schichten gedrückt, die Verunreinigungen wie Algen oder Insekten auffangen. So gefiltert wird das Wasser dann wieder ins Becken zurückgepumpt“, erklärt der Betriebsleiter die Funktion der Anlage. In der Saison werden diese Filter täglich gereinigt, und so strömen pro Tag zugleich 100000 Liter Frischwasser in die Becken.

Die Filterbehälter zu sanieren, ist sehr aufwendig. „Der Filtersand wird fachgerecht entsorgt. Die PVC-Schlitzrohre, die das Wasser durch Luftdruck von einer Komponente in die andere befördern, müssen ausgebaut werden. Danach kann der Filterbehälter von innen sandgestrahlt und dreifach neu beschichtet werden“, so Halder. Defekte Teile der Innenverrohrung müssen eigens für die in die Jahre gekommene Technik angefertigt werden. „Ob das angesichts der allgemeinen Lieferengpässe bis Ende April zu schaffen ist, wird spannend“, sagt Halder.

Doch das Freibad-Team bleibt optimistisch. Die Kosten belaufen sich auf circa 75000 Euro. 33 Jahre ist das „neue“ Kolbermoorer Freibad jetzt alt. Und so sind auch für die jährliche Sanierung der Becken alle Jahre wieder Sonderanfertigungen erforderlich. Ist das kleine Babybecken gut verpackt, steht das Wasser über den Winter in den Schwimmer- und Nichtschwimmer-Becken, um die Fliesen zu schützen. „Würden wir es ablassen, würde der Frost die Fliesen wegsprengen, da ja immer Feuchtigkeit durch die Fugen eindringt“, erklärt Eggerl. Das Wasser schützt die Becken; Eispolster und Abdeckungen schützten den Beckenrand.

Sonderanfertigung
für Kolbermoor

Noch im März soll es abgelassen werden. „Nach der Grundreinigung der Becken sehen wir dann, welche Fliesen ausgetauscht werden müssen. Meist sind es Hunderte“, erklärt der Betriebsleiter. Und da es diese Fliesen im Handel nicht mehr gibt, werden sie in dunkel- und hellblau, schwarz und weiß extra für das Kolbermoorer Freibad gebrannt.

„Für sein Alter ist unser Freibad in einem guten Zustand“, schätzt Jürgen Halder ein: „Doch wir stecken ja auch viel Energie in die Werterhaltung.“ So investiert die Stadt Kolbermoor nicht nur in Bauunterhalt, Reinigung und Personalkosten des Freibades, sondern gleicht pro Jahr zusätzlich ein Defizit von circa 350000 Euro aus.

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