190, 100, 10 – ein Jubiläumsmarathon

von Redaktion

Wie 61 Vereine Leben in eine Stadt mit 19694 Einwohnern bringen wollen

Kolbermoor – Im Juni sollen 4000 Neubürger in Kolbermoor willkommen geheißen werden. Und dieses Fest rund ums Rathaus ist nur eines von vielen, mit denen Stadt und 61 Vereine ihre derzeit 19694 alteingesessenen und zugereisten Bürger aus den Stuben locken wollen. Welche Termine unbedingt im Partykalender stehen sollten.

Stadt verjüngt sich
alle zehn Jahre

4000 Neubürger sollen am 27. Juni in Kolbermoor begrüßt werden. Nach 2019 und der Corona-Pandemie findet nun erstmals wieder ein Neubürgerempfang statt. Doch war es weniger die Bitte von Christian
Poitsch an die 61 Vereine des Ortskartells, sich am Neubürgerempfang zu beteiligen, als vielmehr die Zahl: 4000 neue Einwohner seit 2019. Platzt Kolbermoor bald aus allen Nähten?

Doch der Stadtmarketing-Chef konnte beruhigen: „Wir haben etwa 1250 bis 1450 Neuanmeldungen pro Jahr. Unsere Stadt erneuert sich sozusagen alle zehn Jahre.“ Ein Blick in die Statistik verrät: In der Bilanz aus Geburten, Sterbefällen, Zu- und Wegzügen betrug der Bevölkerungszuwachs in den vergangenen vier Jahren nur 1,5 Prozent. 2019 zählte Kolbermoor 19397 Einwohner, im vergangenen Jahr waren es 19694.

Mit 400 Einwohnern
fing Geschichte an

Ein Blick in die Geschichte der Stadt: In diesem Jahr feiert Kolbermoor nicht nur sein 160-jähriges Bestehen, sondern auch das 60-jährige Jubiläum der Stadterhebung. Seit dem 1. Oktober 1863 ist Kolbermoor ein selbstständiger Ort. Damals lebten hier 400 Menschen. Heute sind es 49-mal so viele. 1936 wurde der Ort zum Markt erhoben und hatte fast 6000 Einwohner. Seit 26. Juni 1963 schließlich ist Kolbermoor eine Stadt.

Doch zurück zur Frühjahrsversammlung des Ortskartells, in dem alle 61 Vereine Kolbermoors zusammengeschlossen sind. Die stand ganz im Zeichen eines Jahres voller Feierlichkeiten. Denn nicht nur die Stadt Kolbermoor hat etwas zu feiern. Auch ihr Ortsteil Pullach kommt immerhin auf 190 Jahre, zumindest wenn man die Jubiläen aller Vereine dort addiert. Deshalb heißt es am 17. Juni, ab 15 Uhr, im und rund um das Alte Feuerwehrgerätehaus auch „Pullach feiert“.

Der Gesangverein Concordia wird in diesem Jahr 160 Jahre alt. Am Samstag, 27. Mai, findet im Gasthaus Servus Füglein ab 10 Uhr ein Wirtshaussingen statt.

Jünger ist der Trachtenverein „Immergrün“ mit 130 Jahren. Gefeiert wird am Samstag, 13. Mai, ab 17.30 Uhr. Los geht es mit einem Standkonzert der Kolbermoorer Stadtkapelle auf dem Rathausplatz. Ein buntes bayerisches Programm erwartete die Besucher am Festabend auf dem Erlebnisbauernhof Redl. Am 18. Mai findet dort auch wieder der traditionelle Familientag des Vereins statt.

Siedlungsverein ist
jetzt 90 Jahre alt

Seit 90 Jahren gibt es den Siedlungsverein. Er lädt vom 18. bis 20. August zu Kesselfleisch, Partygang, Grillparty und Feldgottesdienst mit der Stadtkapelle ein. 20 Jahre jung ist der Faschingsverein Mangfalltal. Die närrischen Feierlichkeiten beginnen mit der Faschingssaison am 11. November.

Schon am Mittwoch, 5. April, findet der 100. „Kolbermoorer Orgelmittwoch“ statt. Mehr als 9000 Besucher durfte der pizzicato Kulturverein seit dem Start der Veranstaltungsreihe schon in der katholischen Pfarrkirche Wiederkunft Christi begrüßen. Das Jubiläumskonzert wird ein Meisterkonzert mit dem Kölner Domorganisten Professor Winfried Bönig. 

Vom 14. bis zum 25. April begeht die neue Stadtbücherei ihr zehnjähriges Bestehen mit Kinder- und Seniorenkino, Kasperltheater, Autorenlesungen, Vorträgen, Wortakrobaten und Bücherflohmark.

Zehn Jahre ist der Verein „Quest Dance Club“ alt. Gefeiert wird am Samstag, 15. April, mit „Carla And The Great Balls On Fire“ und Boogie Woogie im Mareissaal. Der Höhepunkt am Samstag, 22. April, ist ein Showauftritt des internationalen Tango-Argentino-Stars Michael Nadtochi und seiner Partnerin Elvira Lambo beim Milonga-Ball in der Kulturmühle Bruckmühl. Am Sonntag, 24. April, findet eine große Salsa-Geburtstagsparty im Mareis-Saal statt.

Apropos Mareissaal: Zweiter Bürgermeister Dieter Kannengießer informierte die Vereine, dass der Saal bis zum Frühjahr oder sogar Sommer 2024 nutzbar bleibe. Die Stadt will ihn langfristig als Veranstaltungszentrum sichern und gleichzeitig das Gasthaus zum Mareis so gestalten, dass es gut zu bewirtschaften ist. „Derzeit werden dafür die Pläne gemacht“, so Kannengießer.

Zwischen-Biennale
der Schmiede

Mit einer Zwischen-Biennale und dem schmiedeeisernen Kunstprojekt „NO HATE“ wollen die Kolbermoorer Schmiede gemeinsam mit der Stadt und den Vereinen ein klares Zeichen gegen Krieg und Gewalt setzen. Vom 6. August bis zum 22. Oktober wird das sieben Meter lange Monument auf dem Rathausplatz stehen. Geschaffen wurde es von Alexandra Rangger und Bernhard Witsch sowie 71 weiteren Künstlern.

„In dieser Zeit wollen wir Leben rund um das Kunstobjekt organisieren“, motivierte Christian Poitsch die Vereine, sich mit ihren Ideen einzubringen. Volkshochschule und Stadtbücherei organisieren Veranstaltungen. „Wir denken an einen Märchennachmittag mit internationalen Märchen oder einen Spieletag unter dem Motto ,Mensch ärgere Dich nicht‘“, erläuterte Poitsch Beispiele. Die Stadtkirche lädt dazu ein, im Rathauspark ein Friedensnetz aus fluoreszierenden Acrylplatten zu knüpfen. Weitere Ideen sind gefragt und können bis zum 29. April per E-Mail an stadtmarketing@kolbermoor.de gemeldet werden.

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