Harthausener Straße wird saniert

von Redaktion

Bis Ende 2023 wird dort gearbeitet – Neue Entwässerungsleitung geplant

Kolbermoor – Rundum erneuert wird derzeit die Harthausener Straße in Kolbermoor. Für eine der Maßnahmen, die dort durchgeführt werden, liefert das regnerische Wetter das richtige Stichwort: Es geht um den Neubau einer Entwässerung.

Wichtig ist die vor allem bei sogenannten Starkregenereignissen, in denen in kurzer Zeit enorme Wassermengen anfallen. Solche Sturzregen wird es aller Wahrscheinlichkeit nach in Zukunft immer öfter geben. Die neue Entwässerungsleitung sollte die Anwohner der Harthausener Straße in Zukunft etwas beruhigter schlafen lassen, wie Benjamin Nabel von der Kolbermoorer Bauverwaltung gegenüber den OVB-Heimatzeitungen erklärte. Sie garantiert, dass das Regenwasser von nun an kontrolliert an das Kanalnetz der Stadt abgegeben werden kann.

Dabei ist diese Maßnahme sozusagen nur eine Art „Beifang“. Der eigentliche Anlass für die Arbeiten ist die Sanierung der Trinkwasserleitungen. Solche Leitungen, die in Kolbermoor eine Gesamtlänge von 130 Kilometern haben, halten nämlich nicht ewig. „Im Schnitt geht man von einer Lebensdauer von etwa 70 Jahren aus“, sagt Dominik Oswald vom Wasserwerk Kolbermoor. Weshalb man im Grunde eigentlich ständig am Sanieren ist. Der Untergrund bewege sich nämlich mehr, als man denkt. Denn trockene Perioden oder länger anhaltende Regenfälle schlagen nach unten durch und bringen den Boden in Bewegung. Das ist nicht viel, aber zusammen mit dem Zahn der Zeit reicht es, dass Rohrleitungen immer wieder mal undicht werden.

In der Harthausener Straße ist der Untergrund zudem alles andere als „rohrleitungsverträglich“. Er besteht über weite Strecken aus Seeton, der Schwingungen hervorragend weiterleitet – Schwingungen aber sind etwas, das Rohrleitungen gar nicht mögen. Der Untergrund war auch der Anlass für ein sogenanntes Beweissicherungsverfahren, dass man im Februar und März dort durchführte und bei dem man den Ist-Zustand aller Häuser dokumentierte. So kann einwandfrei nachvollzogen werden, falls es im Zuge der Bauarbeiten trotz aller Behutsamkeit zu Schäden wegen des schwingungsfreudigen Untergrundes kommen sollte. Anzunehmen ist das nicht, aber sicher ist sicher.

Günstig für die Schnelligkeit der gesamten Baumaßnahmen ist, dass man die alten Rohrleitungen nicht entfernen wird. Der Hauptgrund dafür, ist nach Angaben von Nabel, dass die Rohrleitungen teilweise Asbest und Bitumen enthalten. Solange sie im Untergrund liegen, ist das kein Grund für irgendwelche Bedenken. Entfernt man sie aber, werden sie zu staubendem Sondermüll und damit zu einem kostspieligen Problem. Die Kosten für die Maßnahme, die jetzt bei 1,5 Millionen Euro liegen, wären dann glatt um eine weitere Million gestiegen. Im Preisrahmen inbegriffen ist aber die Sanierung des Elektrokabelnetzes, zudem die Einbringung eines sogenannten Leerrohr-Verbundes, der eine spätere Glasfaserkabelverlegung deutlich einfacher macht.

Der Zeitrahmen der gesamten Maßnahme wird sich bis Ende des Jahres erstrecken, ist aber, um die Beeinträchtigung für die Anlieger gering zu halten in drei Abschnitte aufgeteilt. Bis Anfang Juni wird der Abschnitt von der Einmündung der Straße bis zur Höhe Gasthof Seiderer abgeschlossen werden, bis Ende August der Abschnitt vom Gasthof bis zur Mietrachinger Straße und bis Ende des Jahres dann der letzte Teil von der Mietrachinger Straße bis zum Ende der Bebauung.

Der Lohn für die Geduld der Anwohner: sie haben dann eine Straße, die nicht nur in ihrem Untergrund „top“ ist, sondern auch oben ihren jetzigen Charakter eines Flickenteppichs verloren haben wird. Und es deshalb verdient, auch nachts gut ausgeleuchtet zu werden. Dank der Arbeiten am Elektrokabelnetz kann die Anzahl der Straßenlaternen von bislang vier auf dann acht verdoppelt werden.

Johannes Thomae

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