Kolbermoor – Regina Berger, Sprecherin des Abends, versprach den vielen Zuhörern in der Kirche „Wiederkunft Christi“ ein besinnliches Musikerlebnis. Das war es tatsächlich, aber auch ihre verbindenden Texte trugen dazu bei, die Marienverehrung in der bayerischen Heimat zu erklären und dabei den Blick über den nationalen Zaun in die südlichen Nachbarländer zu wagen, die auch vielschichtig die Gottesmutter lobpreisen. Innig, mit gebotenem Ernst, aber auch teils locker und mit offener Freude, die jeglichen Verdacht des Fanatismus zurücklässt.
Wie sehr die Formation „Klangblech“ es versteht, mit einer nahezu unglaublichen Harmonie ihre Stücke zu präsentieren, mit wunderbaren, nie zögerlichen Einsätzen und durchgespielten Bögen durchwirkt. Angefangen von der „Laurentius Intrade“ einer strahlenden „Königin voll Herrlichkeit“ oder De Haan’s „Hymn“ in erhebender Würde. Alle diese Kompositionen bekamen die Klasse angepasst, die sie verdienten. Landauf und -ab bekommt der Leser großes Wehklagen über die schwierige Zeit der Pandemie vors Gesicht und wie mühsam doch alles sei, neu zu beginnen. Die Institution „Stadtsingschule“ geht zur Tagesordnung über, schaut nach vorne und vertraut auf ihren großen musikalischen und chorischen Schatz. Das kann sie getrost.
Der Klangkörper des gemischten Chors unter der Führung Heide Hausers hat seine Qualitäten: Eindrucksvolle Atemtechnik, textgenaue Interpretation und eine ungemeine Singfreude lassen ein „Ave Maria, Ros ohne Dornen“, „Regina caeli“ oder „Es ist eine Rosn aufgangen“ mit nötigem Schwung und angebrachter Getragenheit erklingen. Dazwischen immer wieder Berger, die eine gebannt lauschende Zuhörerschaft ermahnt, das Lachen nicht zu vergessen und jede Sekunde Glück zu genießen. Eine ungebrochene Kameradschaft, eine jahrzehntelange gesammelte Erfahrung im diffizilen Gruppengesang, die große Sicherheit und Harmonieverständnis beinhaltet, zeichnet den „Mannagsang“ aus, der unter der willensstarken Führung von Peter Maier trotz manch tragisch verlorener Stimme die Qualität seiner präsentierten Lieder hochzuhalten vermag. Seine versierte Zitherbegleitung bildete das Fundament für die gern gehörten Lieder „Maria, du von allen“, „Ave Maria“ oder dem „Ohlstadter Marienlied“. Aber gerade sehr bekannten Liedern muss man die nötige Sorgfalt widmen. Und das gelang den Männern mit Klangfülle und Engagement ausgezeichnet. Maier selbst ließ in dem akustisch wohlklingenden Gotteshaus zwei solistische Musikstücke mit einer virtuosen Griffsicherheit und inneren Ruhe erklingen, die hörbar sein Können an der Zither dokumentierten.
Nicht unerwähnt darf auch Dr. Michael Stacheter bleiben, der als Tubist im „Klangblech“ die Musikstücke „Gruß dir, du Heilige“ und „Laurentius Intrade“ beisteuerte. Die musikalische Schatzkiste der Stadt- und Musikschule ist gut gefüllt und für ein wunderbares „Mariensingen“ wurde sie, begleitet von dankbarem Schlussapplaus, ganz aufgesperrt.