Kolbermoor – Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Ganz große sogar Monate lang. Schon seit einem guten halben Jahr ist man beim Kolbermoorer Trachtenverein Immergrün dabei, die Feierlichkeiten vorzubereiten, die am Samstag, 13. Mai, stattfinden werden. Da feiert man nämlich nicht mehr und nicht weniger als den 130-jährigen Geburtstag des Vereins.
Den Anfang machten Theaterstücke
Am 24. Mai 1893 waren in der damaligen Meisenbergischen Brauerei, im heutigen Gasthaus Stadlerbräu, 24 Schäfflertänzer zusammengekommen. Die hatten Gefallen daran gefunden, etwas gemeinsam auf die Füße zu stellen und wollten damit nicht immer wieder sieben Jahre lang warten, bis der nächste Schäfflertanz anstand. Das, was sie gründeten, war der „Dramatische Club Immergrün“ und Vereinszweck war das gemeinsame Aufführen von Theaterstücken.
Wenn es um Geselligkeit geht, liegen Musik und Tanz aber nicht fern, weshalb beim Verein bald die Tracht ins Spiel kam. Die Tracht, so meint Bürgermeister Peter Kloo, habe damals einen ganz handfesten Zweck gehabt. Sie haben es auch den damaligen einfachen Leuten, den Knechten und Mägden auf den Bauernhöfen ermöglicht, sich schön anzuziehen und so gewandet tanzen zu gehen. Eine Chance, die sich auch die Arbeiter der Kolbermoorer Spinnereifabrik nicht entgehen lassen wollten, sodass Tracht und Verein bald gehörig Zulauf hatten. Tracht war damals also weniger historische Brauchtumspflege als vielmehr ein Mittel, um zu einem Selbst-Bewusstsein im doppelten Wortsinn zu kommen. So gesehen ist Tracht also durchaus etwas historisch Gewachsenes und eben nicht, wie manch böse Zungen ab und an behaupten, nur eine künstliche Erfindung jener Zeit. Heute ist der Trachtenverein Immergrün ein Verein mit vielen Sparten, engagierter Jugendarbeit und aus dem Gemeinschaftsleben Kolbermoors nicht mehr wegzudenken.
Entsprechend groß wird der Zulauf am Samstag, 13. Mai, sein. Nicht nur Orts-, Paten- und Brudervereine werden erwartet, sondern auch sonst viele Kolbermoorer. Los geht’s um 17.30 Uhr mit einem Standkonzert der Stadtkapelle vor dem alten Rathaus, an das sich ein Festgottesdienst in Heilig Dreifaltigkeit anschließen wird. Nach dem Gottesdienst zieht man gemeinsam zum Kriegerdenkmal zum Totengedenken und von dort wieder zurück zum alten Rathaus. Richtig ausgelassen wird das Fest dann ab 20 Uhr: Da trifft man sich in der Halle des Erlebnisbauernhofes der Familie Redl in der Schwaig.
„Termine und Örtlichkeiten aus- und festzumachen, hat einen Großteil der Arbeit der letzten Monate ausgemacht“, wie Schriftführerin Christine Wandl berichtet. Jetzt geht es mehr um das Handfeste, um Aufbauarbeiten und letzte Organisation.
„Ein lebendiger, engagierter Verein“
Nur machbar, wie sie sagt, weil der Trachtenverein Immergrün, rund um Vorsitzenden Christian Staudinger, „ein lebendiger Verein“ ist, mit engagierten und stets hilfsbereiten Mitgliedern. Da soll natürlich das Fest der Stellung gerecht werden, den der Verein für Kolbermoor hat: Als ein fester und bedeutender Bestandteil der Stadtgemeinschaft.