Die hochsommerlichen Temperaturen locken die Kolbermoorer an ihren Fluss. Über Treppen und gestaltete Plätze am Mangfallufer ist der Fluss trotz der Hochwasserschutzwände erlebbar geblieben. Vor allem am Damm im Bereich der Oberen Mangfallstraße bietet die Mangfall mit seichtem Wasser und großen Flusssteinen ideale Bedingungen für ein erfrischendes Bad. Auch wenn diese naturnahen Rampen eigentlich für die Gewässerdurchgängigkeit, also vor allem für Fische und andere Wasserlebewesen geschaffen wurden, dürfen sie von den Kolbermoorern mit genutzt werden. Einziges Problem ist der Müll. „Wir haben auf Höhe des Freibads auf einer Strecke von nur 30 Metern etwa 30 Liter Müll zusammengetragen“, berichtet eine Kolbermoorerin entrüstet. Sie möchte nicht namentlich genannt werden, hat dem Mangfall-Boten aber Fotos zugeschickt, die den Mülltourismus belegen und beschreibt: „Am Ufer und auf den Steinen im Fluss verbringen viele Menschen hier gern ihre Freizeit“, weiß sie. „Teilweise wird der Müll ins Wasser geworfen oder am Ufer liegen gelassen anstatt ihn mit nach oben an die Straße zu nehmen. Dabei sind viele Mülleimer angebracht und leicht erreichbar.“ Die Mitarbeiter des Bauhofes kennen das Problem: „Wir fahren täglich raus und kontrollieren die Bereiche, an denen der Fluss zugänglich ist“, erklärt Michael Glas. Die Stadt mäht die Uferbereiche nicht nur, damit sie erlebbar bleiben. Täglich werden zudem die Papierkörbe geleert, täglich die Uferzonen vom Müll befreit. „Wenn wir es nicht machen, dann macht es keiner“, sagt Glas. Er bestätigt, dass viele Besucher der Mangfall zu bequem seien, ihren Müll in die Papierkörbe zu tragen. Sogar Einweggrills würden mitten im Gras einfach stehen gelassen. „Aber wir haben es aufgegeben, an die Bevölkerung zu appellieren, denn das bringt nichts“, sagt er. Ähnlich sei die Situation auf den Spielplätzen und -geräten der Stadt. Ein Mitarbeiter des Bauhofes kontrolliert sie einmal pro Woche und beobachtet zunehmende Vermüllung. „Nach den Pfingstferien war es besonders schlimm“, informiert Bauhofleiter Glas. „Spielgeräte wurden mutwillig zerstört, einfach Schrauben entfernt.“ Die Reparaturen übernehmen die Mitarbeiter des Bauhofes und sind so oft tagelang damit beschäftigt, die Spuren sinnloser Zerstörung zu beseitigen. GERLACH/FOTOS RE