Mögliches Tatfahrzeug aus Mangfallkanal gefischt

von Redaktion

Nach Einbruch bei Juwelier in Kolbermoor prüft Polizei Zusammenhänge mit Tat in Traunstein – Motorroller gefunden

Kolbermoor – Ein tief über Kolbermoor kreisender Polizeihubschrauber sowie zahlreiche Streifenwagen, die in der Stadt unterwegs waren, haben am Dienstag in den frühen Morgenstunden viele Kolbermoorer aus dem Schlaf gerissen. Nur wenig später war klar: Einbrecher hatten sich Zutritt zu einem Juweliergeschäft an der Rosenheimer Straße verschafft.

Ein Zeuge der Tat hatte sofort die Polizei informiert, die daraufhin Fahndungsmaßnahmen nach den Tätern einleitete. Ohne Erfolg. Dafür könnte vielleicht das Fluchtfahrzeug aufgetaucht sein, wie Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, gegenüber den OVB-Heimatzeitungen verriet. Nach Angaben der Ermittler waren die bislang unbekannten Täter am Dienstag zwischen 3.25 und 3.40 Uhr in die Räumlichkeiten des Juwelier-Geschäfts an der Rosenheimer Straße eingedrungen. Sie zerstörten zunächst den Glaseinsatz der Eingangstür und drangen dann in das Gebäude ein.

Bereits nach wenigen Minuten hatten die Täter ihre Einbruchstour beendet und traten auf einem Motorroller die Flucht an. Ein Anwohner, der den Einbruch mitbekommen hatte, rief sofort die Polizei, die umgehend eine Fahndung nach den Tätern einleitete.

Dabei waren nach Angaben des Polizeipräsidiums mehrere Einsatzkräfte der Bad Aiblinger Polizei, aber auch Polizeibeamte umliegender Dienststellen im Einsatz. Auch ein Hubschrauber unterstütze die Einsatzkräfte auf der Suche nach den Flüchtigen. Die Fahndung verlief jedoch ohne Erfolg. Die Kriminalpolizei Rosenheim hat nun die weiteren Ermittlungen übernommen.

Polizei liegt
Täterbeschreibung vor

Aufgrund des Zeugen liegt der Polizei eine Beschreibung der beiden männlichen Tatverdächtigen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren vor. Einer der Männer trug eine helle Kapuzenjacke, beziehungsweise einen hellen Hoodie sowie eine helle Hose, der zweite Einbrecher war mit einem dunklen Kapuzenoberteil und einer dunklen Hose bekleidet. Beide Männer waren mit Sturmhauben maskiert und flüchteten mit einem „lauten Sport-Motorroller“ mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Friedrich-Ebert-Straße. Den Sachschaden durch den Einbruch bezifferte die Polizei in einer ersten Schätzung auf einen mittleren vierstelligen Bereich, zur Höhe des Beuteschadens konnte die Polizei direkt nach der Tat noch keine Angaben machen. Mittlerweile gehen die Ermittler aber davon aus, dass die Einbrecher Schmuck in einem niedrigen sechsstelligen Bereich erbeutet haben.

Zudem sei im Mangfallkanal ein Motorroller entdeckt worden, bei dem „manches daraufhin deutet, dass es sich um das Fluchtfahrzeug handelt“, wie Stefan Sonntag gegenüber den OVB-Heimatzeitungen betonte. Genauere Angaben über den Fundort und das Modell konnte der Polizeisprecher zwar noch nicht sagen, verriet aber, „dass das Fahrzeug vor einigen Tagen als gestohlen gemeldet worden war“.

Zudem stünde die Kriminalpolizei im Austausch mit Kollegen in Traunstein, nachdem dort am 3. Juni an der Maximilianstraße ebenfalls in ein Juwelier-Geschäft eingebrochen worden war. Dort hatten die Täter, die bislang ebenfalls nicht ermittelt werden konnten, laut Polizei Waren im fünfstelligen Euro-Bereich gestohlen. „Ein Zusammenhang wird in derartigen Fällen immer geprüft“, erklärte Sonntag auf Nachfrage. Zumal die Täter in beiden Fällen gewaltsam Glasscheiben zerstört hätten, um in die Räumlichkeiten zu gelangen. „Ob es sich dabei wirklich um die selben Täter handelt, lässt sich zu einem so frühen Zeitpunkt der Ermittlungen noch nicht sagen“, so Sonntag weiter.

Der Kolbermoorer Juwelier, der mehrere Filialen in der Region betreibt, wollte sich auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen nicht zum Einbruch in sein Geschäft an der Rosenheimer Straße äußern.

Zum zweiten
Mal betroffen

Nach einem Einbruchsversuch Ende 2015 in eine Filiale in Rosenheim hatte er erklärt, das zerstörte Schaufensterscheiben und Einbruchsversuche „einfach zum Geschäft“ gehören und betont, dass derartige Taten „schon fast Routine“ seien. Das damals demolierte Schaufenster hatte er dann mit einem Zettel versehen, auf dem in großen Buchstaben geschrieben stand: „Unsere Produkte sind so begehrt, dass manche unserer Kunden nicht warten können, bis wir am nächsten Tag wieder für Sie öffnen.“

Mathias Weinzierl

Kriminalpolizei hofft auf weitere Zeugenangaben

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