Leserforum

„Wir sollten Sie willkommen heißen“

von Redaktion

Leserbrief zu: „Asylbewerberheim in Kolbermoor“ im Lokalteil.

Seit dem Beginn der Pandemie und dem Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine ist unsere Gesellschaft verunsichert, angespannt und gespalten. Viele unserer, so selbstverständlichen Werte, wie Demokratie, Freiheit, Solidarität und Nächstenliebe wirken angeschlagen und in Gefahr. Krieg, Spaltung und Egoismus, Nationalismus und Hass bedrohen unseren inneren und äußeren Frieden. Die entstandenen Risse spalten unsere Familien und die ganze Gesellschaft. Auch ich verspüre Ängste, Zweifel vor Neuen und vor Veränderungen. Die Erdinger Demo gegen die Heizungspolitik lies natürlich die Emotionen hochkochen, die Aussagen von Herrn Aiwanger taten ein Übriges dazu, Unruhe zu schüren. Aber die rechte Hetzkampagne die hier in Kolbermoor zum Thema Asylbewerberheim ihr Unwesen treibt, macht mich wütend! Wie sollen sich Menschen integrieren, wenn wir sie aus unserem Leben ausgrenzen? Wie sollen sie unsere Sprache, unsere Sitten und Gebräuche lernen, wenn wir ihnen nicht die Möglichkeit geben mit uns zu leben, zu lernen und zu arbeiten. Wir sind in den nächsten Jahren dringend darauf angewiesen neue Arbeitskräfte zu integrieren. Wenn wir, die Arbeiten in unseren Altenheimen, im Krankenhaus, in der Gastronomie nicht machen wollen oder können, brauchen wir Menschen aus dem Ausland, die diese Arbeiten verrichten. Wir sollten sie willkommen heißen. Auch ist es doch gut und sinnvoll wenn wir von Anfang an, gemeinsam lernen miteinander zu leben. Nicht immer nur mit Vorurteilen an Fremdes und Neues herangehen. Das ehemalige Altenheim wäre eine gute Gelegenheit die Familien, die bei uns Zuflucht suchen, in unserer Stadt unterzubringen.

Monika Hermann

Kolbermoor

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