Kolbermoor – Kolbermoor radelt im vorderen Drittel des nationalen „Stadtradel-Starterfeldes“ mit. Unter den 2749 teilnehmenden Kommunen kommt die Stadt auf Platz 606. In der Kategorie der 1219 „Kommunen zwischen 10000 und 49999 Einwohner“ liegt sie derzeit auf Rang 292. Deutschlandweit geht die Aktion „Stadtradeln“ noch bis zum 30. September.
103004 Kilometer absolviert
Insgesamt 445 aktive Kolbermoorer Radler haben im Zeitraum vom 18. Juni bis 8. Juli mehr als zweimal die Erde umrundet und 103004 Kilometer absolviert. Das sind 40 Prozent mehr als im Vorjahr. „Und das ist wieder ein neuer Rekord“, freut sich Mobilitätsmanagerin Veronika Winkler. Seit sieben Jahren nimmt die Stadt an der Aktion teil und verzeichnet von Jahr zu Jahr eine größere Resonanz.
Sportliche Reserven sind noch größer
Im vergangenen Jahr erstrampelten 443 Radler noch 73373 Kilometer. 2021 waren es noch 318 Pedaleure, die 59731 Kilometer zur Wettkampf-Statistik beitrugen. Dabei ist das sportliche Potenzial der Stadt vermutlich noch weitaus größer, denn seit Ende März registriert die Fahrradzählstelle im Rathauspark das grüne Fahrverhalten der Kolbermoorer. Die 100000er-Marke ist längst überschritten. „Viele sind bei Wind und Wetter jeden Tag mit dem Fahrrad unterwegs. Leider ist das auch ihr Argument gegen eine Registrierung beim Stadtradeln“, bedauert Winkler die für die Statistik „verlorenen“ Kilometer.
Als größten Erfolg des Stadtradelns sieht sie das Engagement der Kindergärten und Schulen: „Manche Kinder haben am Tag vier Fahrten gemeldet“, beschreibt sie, wie selbstverständlich das Fahrrad schon ins Leben der Kinder integriert ist und macht auf ein beachtliches Zukunftspotenzial aufmerksam: „Sie entscheiden schon jetzt über das Mobilitätsverhalten ihrer Familien. Und sie sind es auch, die die Zukunft gestalten.“
Mit 12414 Kilometern hat sich in diesem Jahr die Bergsteigergilde an die Spitze der Kolbermoorer Gesamtwertung gekämpft und trägt damit sozusagen das Gelbe Trikot. Dicht gefolgt von den Schülern und Lehrern der Pauline-Thoma-Schule. Auf Platz drei rollte der Quest Dance Club mit 9432 Kilometern und 15 aktiven Radlern. Mit 111 Teilnehmern stellte die Mittelschule in diesem Jahr wieder das radelaktivste Team. Auch wenn der Rekord vom Vorjahr – 123 Teilnehmer – nicht geknackt wurde, stehen in der Gesamtbilanz der Schüler mit 10645 Kilometern immerhin 456 Kilometer mehr als 2021 zu Buche.
Die Teilnehmer mit den meisten Kilometern gingen im Team „Pedaleure“ an den Start. Jeder der drei Teamkollegen kam auf 1586 Kilometer. Ebenfalls ein neuer Rekord.
Im vergangenen Jahr radelten die beiden „Steppenwölfe“ mit jeweils 1361 Kilometern zum Sieg. „Ein wenig traurig“ ist Veronika Winkler über die Vorbildwirkung der Kolbermoorer Stadträte, auch wenn sich möglicherweise einige von ihnen in anderen Teams „verstecken“. Kein einziger Stadtrat ging im Team „Parlamentarier“ an den Start. In Bruckmühl dagegen radelten 15 Gemeinderäte mit. Ob es nur am „falschen Namen“ liegt, da ein Stadtrat ja kein Parlament ist, sei dahingestellt. Für die Stadt Kolbermoor radelten neben Bürgermeister Peter Kloo weitere fünf Teilnehmer mit und trugen 1260 Kilometer zum Wettkampf bei.
Gut besucht waren die Veranstaltungen, die Veronika Winkler und die Stadtbücherei als Begleitprogramm zum „Kilometersammeln“ organisierten – sei es das gesunde Pendlerfrühstück, das muskelkraftbetriebene Radlkino oder der Fahrradkorb voller Geschichten. Da die Sommerferien vor der Tür stehen, gibt es in diesem Jahr keine Stadtradel-Abschlussveranstaltung. „Wir schreiben die Gewinner an, damit sie sich ihre Preise in der Verwaltung abholen können“, informiert Winkler. Diesmal gibt es neben Urkunden unter anderem Schwimmbadgutscheine, Literatur rund ums Radeln, Reflektoren, Fahrrad-Reparatursets oder Handyhalterungen fürs Rad.
Zahlreiche Radler warfen während der Aktion auch einen Blick in die Zukunft der fahrradfreundlichen Stadt Kolbermoor. „Uns wurden viele Hinweise gegeben, wo es Verbesserungsbedarf gibt“, resümiert die Mobilitätsmanagerin. Seien es Schlaglöcher, unangeleinte Hunde, gefährliche Verkehrssituationen oder wichtige, aber noch fehlende Fahrradachsen.
Radler geben zahlreiche Hinweise
„Dabei wurde wieder deutlich, wie bedeutsam die Nord-Süd-Verbindung ist, die am Garnmagazin der Alten Spinnerei zwar derzeit gesperrt ist, aber als Brücke für Fußgänger und Radfahrer mit Begegnungscharakter neu gebaut wird“, so Winkler.
Bürger fragten an, ob die bestehende Fußgängerbrücke über den Werkskanal, die durch ihre Treppen für Radfahrer ungeeignet ist, mit Rampen umgestaltet werden könnte. „Das ist nicht möglich, da sie in Privatbesitz ist“, so die Mobilitätsmanagerin.
Neue Radwege
sind in Planung
Auch die städtischen Projekte schreiten voran: Die Umwandlung der Friedrich-Ebert-Straße in eine Fahrradstraße wird im Herbst abgeschlossen. Die Fahrradabstellanlage an der Bergstraße ist in Arbeit. Zudem hat der Stadtrat Planungsaufträge für das Nadelöhr „Bahnunterführung“ an der Flurstraße und die Umwandlung der Sepp-Straßberger-Straße in eine Fahrradstraße vergeben. Der Radweg vom Tonwerksweiher über Filzenstraße und Moosstraße gen Osten über die Felder und in nördlicher Richtung vorbei an der Moorkultur nach Großkarolinenfeld steckt aufgrund von Grundstücksverhandlungen noch immer in der Warteschleife.