Ticketsystem bewährt sich in anderen Ländern schon lange

von Redaktion

Leserbrief zum Beitrag „Ticket ziehen statt Schlange stehen“ im Lokalteil:

Große Umbauten von Supermärkten sind momentan vermehrt zu beobachten. Naja, irgendwo müssen die Übergewinne, abgesch(r)öpft vom Kunden, ja hin. Auf einen Punkt möchte ich näher eingehen. Endlich wagt ein Markt das Ticketsystem. Natürlich, wie zu erwarten, echauffiert man sich auch gleich wieder und fühlt sich „gegängelt“. Gegängelt von einem System, das ich seit langem in Supermärkten in Italien und USA kennen- und schätzen gelernt habe. Kein Kundengerangel mehr, die Theken werden nicht mehr von Wägen und Kunden blockiert, die Situation wird entzerrt. In aller Ruhe kann man sich vorher das Angebot anschauen und weiss genau, was man möchte, wenn man dran ist. Wie oft erlebe ich es, dass Kunden vor mir mit „Äh, was nehme ich denn…“ beginnen. Oder man bleibt am ersten Würstchen stehen, um zu ordern und rückt nicht nach. So bilden sich Rückstaus und vor dem Kunden ist die ganze Theke leer. Was andere wiederum dazu animiert, an die vermeintlich leere Theke zu gehen, Streit ist vorprogrammiert. Dieses System spart daher viel Zeit und Geduld. Bei absehbar längeren Wartezeiten kann man inzwischen im Markt noch anderes besorgen. Ämter und Behörden machen es vor, und dort wird es seltsamerweise völlig selbstverständlich akzeptiert. Vor Jahren schon habe ich der Geschäftsleitung unseres örtlichen Edeka-Marktes diesen Verbesserungsvorschlag gemacht. Das wurde jedoch mit fadenscheinigen Ausreden abgelehnt. Dort schreibt man sich als Slogans „Sie entwickeln uns weiter“ und „Ihr Anspruch ist unsere Motivation“ auf die Fahne – ein nettes Lippenbekenntnis. Ich hoffe, dass das Modell Schule macht und sich weitere Märkte dazu entschließen.

Ira Hager

Bad Aibling