Kolbermoor – Unter dem Motto „Fair. Und kein Grad mehr!“ dreht sich in der bundesweiten Fairen Woche vom 15. bis 29. September alles um das faire Handeln für weltweite Klimagerechtigkeit. In Kolbermoor wurde die Aktion schon ein paar Tage vorverlegt, denn im Rahmen der Friedensausstellung „No Hate“ am Rathausplatz bot der Verein der Kolbermoorer Frauen ein faires Frühstück an.
Direktvermarkter
vor Ort unterstützen
Marianne Mayer und ihre Mitstreiterinnen waren am vergangenen Samstag früh aufgestanden, um für ihre Gäste ein üppiges Frühstücksbuffet vorzubereiten. Mit Kaffee und Tee, Milch und Saft, mit Marmeladen, herzhaften Brotaufstrichen, Käse und Wurst – alles fair gehandelt. Dass es bei fairem Handel nicht nur um zertifizierte Produkte internationaler Kooperativen geht, sondern auch um regional produzierte Lebensmittel, wurde am Frühstückstisch deutlich. Denn im Weltladen einzukaufen oder im Discounter auf Produkte mit dem Fair-Trade-Siegel zu achten, ist nur eine Seite fairen Handelns. Die andere ist die Unterstützung der Direktvermarkter vor Ort, denn auch biologisch angebaute, regional und saisonal geerntete Produkte gehören zum fairen globalen Handel.
Fairtrade-Stadt lebt ihren guten Ruf
Im Oktober 2022 wurde Kolbermoor als 233. bayerische und 813. deutsche Fairtrade-Stadt offiziell zertifiziert. Seitdem hat das „Schneeballprinzip“ weiter an Fahrt aufgenommen.
Auf der Frühjahrsversammlung des Kolbermoorer Ortskartells wurde der Fairtrade-Gedanke in alle Vereine getragen, denn: „Mit jeder kleinen Aktion wird faires Handeln gelebt“, sagt Sabine Balletshofer-Wimmer, Dritte Bürgermeisterin und Leiterin der Fairtrade-Steuerungsgruppe. In kleinen Schritten und allen Bereichen solle faires Wirtschaften sowie ein nachhaltiger Umgang mit Umwelt und Natur stärker in den Fokus rücken.
Und so war ganz spontan auch die Idee von einem fairen Frühstück entstanden. Auch Susanne Sedlbauer hatte bei den Vorbereitungen geholfen. Die Kolbermoorerin arbeitet als Pädagogin an einer Fairtrade-Schule – der Grund- und Mittelschule in Bad Endorf. Ehrenamtlich ist sie im Weltladen in Prien aktiv. Ihr Engagement war einst die Inspiration für die Kolbermoorer, sich auf den Weg zu machen. Für das Frühstück hatte sie Produkte aus dem Priener Weltladen mitgebracht. Frische Erzeugnisse wie Milch, Käse und Wurst kamen vom regionalen Landwirt, Semmeln und Brezen vom Bäcker vor Ort, das liebevoll angerichtete Frühstück von den Kolbermoorer Frauen.
Wichtig ist fairer Umgang miteinander
„Ich freue mich über diese tolle Gemeinschaft“, begrüßte Vereinsvorsitzende Marianne Mayer die Gäste. „Hier darf jeder so sein, wie er ist und wird genau so geliebt“, knüpfte sie das gedankliche Band zur No-Hate-Skulptur am Rathausplatz. Denn fairer Umgang miteinander und fairer Handel seien wichtige Beiträge für den Frieden und gegen die Armut auf der Welt.
Viele der anwesenden Kolbermoorer haben den Fairtrade-Gedanken schon ganz selbstverständlich in ihren Alltag integriert und kaufen faire Produkte. Peter Zaiss beispielsweise lebt besonders den regionalen Gedanken: „Ich finde es toll, dass ich alle wesentlichen Bestandteile der Ernährung beim Direktvermarkter kaufen kann.“ Besonders wichtig sei für ihn aber auch gesundes Trinkwasser.
Regional und mit Gütesiegel einkaufen
Johanna Rackl-Zaiss und ihre Schwester Monika Rothmayer backen ihr Brot selbst – selbstverständlich mit Mehl aus der Region. Wenn die Sedlbauers Geschenke machen, sind immer auch Fairtrade-Waren dabei.
Sabine Balletshofer-Wimmer leitet nicht nur die Steuerungsgruppe, sondern achtet auch beim persönlichen Einkauf aufs Gütesiegel: „Kaffee, Tee und Bananen sind bei uns garantiert aus fairem Handel.“ Und so werden viele kleine Schritte zu einem großen Kolbermoorer Plan für eine faire Welt. Die nächste Veranstaltung im Rahmen der No-Hate-Friedenskampagne ist ein Vortrag zum Thema „Argumente gegen Stammtischparolen“ am kommenden Samstag um 10 Uhr am Rathausplatz 1.
Kathrin Gerlach