Im Bann von Geschichten und Musik

von Redaktion

Märchenabend und Country Rhythmen beleben das Kolbermoorer Rathausareal

Kolbermoor – Erzählen bringt die Menschen zusammen, das war schon immer so. Man kann ganz sicher davon ausgehen, dass bereits unsere steinzeitlichen Vorfahren die abendliche Zeit ums gemeinsame Feuer auch mit dem Erzählen von Geschichten verbrachten. Heute ist das Erzählen in Folge von Fernsehen, Computerspielen und den Kontaktmöglichkeiten über die sozialen Medien seltener geworden – aber, wenn in einer Gemeinschaftsrunde Geschichten erzählt werden, dann entfaltet das noch immer seinen Bann.

Zu erleben war das auch im Rathauspark. Da hatten Stadtbücherei und Volkshochschule zu einem Märchenabend eingeladen. Drei Märchen hatte die Erzählerin Uta Mewes dafür ausgewählt, aus verschiedenen Gegenden der Welt, von Sibirien bis Mexiko. Und schon bei den ersten Worten des ersten Märchens, bei dem es um das Hüten des Feuers ging, waren die Zuhörer, die sich selbst ebenfalls um eine Feuerschale scharten, in eine andere Welt getaucht.

Lagerfeuerstimmung
und Tanzeinlagen

Dass der Abend zur Reihe der Veranstaltungen im Rahmen des No Hate Projektes gehörte, versteht sich eigentlich von selbst: Anderen aufmerksam zuzuhören, zu ergründen versuchen, worum es ihnen eigentlich geht und miteinander zu reden, das, so meinen Andrea Sondhauß von der Stadtbücherei und Ulrike Sinzinger von der Volkshochschule übereinstimmend, ist eigentlich schon alles, was es braucht, um Verständnislosigkeit oder gar Hass zu verhindern.

Auch die Veranstaltung am Abend zuvor stand ganz im Zeichen der Verständigung, denn da ging es um Musik. Der Titel der Veranstaltung „Musik baut Brücken“ war gewissermaßen Programm. Denn nach wie vor ist an jenem bekannten Spruch etwas dran, der von Johann Gottfried Seume stammt, dem Wanderer nach Syrakus: „Wo man singt, lass Dich ruhig nieder, Bösewichte haben keine Lieder“.

Der musikalische Überraschungsgast war Ronny Nash, der sozusagen von A bis Z durch die amerikanische Country-Szene führte, begleitet von einer Gruppe von Line Dancern, die zusätzlich Stimmung in den Abend brachten. Und auch hier ging es wieder nicht zuletzt ums miteinander reden und in Kontakt kommen: Bis spät in den Abend saßen die zahlreichen Gäste auf dem Rathausvorplatz und ratschten. Für Christian Poitsch, Leiter des Stadtmarketings, war der Abend deshalb auch außerhalb des No Hate Projektes ein voller Erfolg: Geht es ihm und der Stadt doch auch darum, das nun fertige Rathausareal zu einem belebten Mittelpunkt Kolbermoors zu machen.

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