Kolbermoor – Im Frühjahr sollen die ersten Gewerke ausgeschrieben werden, Mitte des Jahres die Arbeiten beginnen: Die Erweiterung der Musikschule war Thema im jüngsten Stadtrat. Edgar Burian von der abp Architekten und Stadtplaner GmbH aus München stellte die Entwurfsplanung noch einmal vor, die auf Grundlage des Wettbewerbsentwurfs erarbeitet worden war.
Harmonie von
Alt- und Neubau
Der Anbau an die Musikschule ist keine Kopie des Altbaus, aber er greift Elemente aus dem denkmalgeschützten Alten Rathaus auf – so die horizontale Fassadengliederung, die Geschosshöhen, Fensterformate und den Fassadenabschluss. Entstanden ist eine stimmige Einheit der Fassaden von historischem Gebäude und Neubau. Mit einem stehfalzgedeckten Walmdach fügt sich das Gebäude in die Umgebung ein.
Alle Räume sind
barrierefrei erreichbar
Auch der bestehende Eingangsbereich des Altbaus wird im Neubau aufgegriffen: als wettergeschützter, eingezogener Übergangsbereich zwischen Innen- und Außenraum, geformt durch Bogen und Rundstützen. Das neue einladende Eingangsportal mit Rundbogen wird künftig der Haupteingang zur Musikschule sein, über den alle Räume barrierefrei zu erreichen sind.
Im Neubau entstehen im Erdgeschoss zwei Büros für Verwaltung und Musikschulleiter sowie Sanitäranlagen für Menschen mit Behinderung. Über einen Fahrstuhl oder die Treppe mit Tonnengewölbe gelangt man ins Obergeschoss mit zwei neuen Unterrichtsräumen. Von hier aus geht es über einen gläsernen Verbindungssteg ins Obergeschoss des historischen Gebäudes. Die Kosten des Projektes belaufen sich auf 1,96 Millionen Euro. „Wir rechnen mit einer Förderung von mindestens 50 Prozent“, informierte Bürgermeister Peter Kloo (SPD). Auf Nachfrage von Christian Demmel (AfD) erläuterte der Bürgermeister, dass auch der Eingang des historischen Gebäudes als Zugang offen bleibe. Stefan Reischl (Parteifreie) schlug vor, die Fenstergestaltung des Neubaus an die Nachbargebäude wie Altes Rathaus, Rialto oder Mangfallschule anzupassen. Dazu erläuterte der Architekt, dass die Fenstergestaltung im Wettbewerb ein wichtiger Diskussionspunkt gewesen sei, und auch dadurch gewährleistet werde, dass sich die „Entstehungszeiten der Gebäude nicht verwischen“.
Josef Hartinger (Parteifreie) hinterfragte die Kosten von 1,96 Millionen Euro für 100 Quadratmeter zusätzlicher Nutzfläche. Auf Nachfrage von Christian Demmel wurde der tatsächliche Zugewinn an Raum auf 50 Quadratmeter für Übungsräume und circa 20 Quadratmeter für Büros definiert. Der Bürgermeister erläuterte, dass der Großteil des Neubaus die nötige Funktionsfläche für Barrierefreiheit und die geforderte zweite Fluchttreppe seien.
Bessere
Arbeitsbedingungen
„Wir gewinnen auch neue, bessere Arbeitsbedingungen dazu“, betonte Kloo, denn bisher hätten Musikschulleiter und Verwaltung provisorische „Büros“ in den Unterrichtsräumen. Zudem stellte er Zahlen in den Raum: Demnach koste der Bau eines neuen Gruppenzimmers in einer Kita inzwischen 1,8 Millionen Euro und der Bau eines Klassenzimmers von etwa 40 Quadratmetern zwei Millionen Euro.
Bau soll Mitte 2024
beginnen
Der Stadtrat stimmte der Entwurfsplanung zur Erweiterung der Musikschule mit einer Gegenstimme zu. Die Bauverwaltung wird nun den Bauantrag einreichen. Da bereits ein genehmigter Vorbescheid erteilt wurde, rechnet die Verwaltung mit einer kurzen Bearbeitungszeit. Sobald die Baugenehmigung da ist, sollen die ersten Gewerke ausgeschrieben werden. Geplant ist, Mitte des Jahres mit dem Bau zu beginnen. Erst dann wird auch das ehemalige Rotkreuzheim abgerissen, damit Platz für den Erweiterungsbau geschaffen wird.