„Mit Fantasie und Gefühl geschaffen“

von Redaktion

Kolbermoorer Künstler zeigen bis 5. November ihre kreative Vielfalt in Thoma-Schule

Kolbermoor – Herbstferienzeit ist Ausstellungszeit in Kolbermoor, und so hat sich die Aula der Pauline-Thoma-Schule wieder in eine große Galerie verwandelt. 15 Kolbermoorer Künstler stellen ihre Werke aus. Warum sich ein Blick auf ihr Schaffen wahrlich lohnt.

„Je mehr wir über Kunst diskutieren, desto besser ist die Kunst“, betonte Bürgermeister Peter Kloo bei der Ausstellungseröffnung am Freitagabend. Er würdigte die Kolbermoorer Künstler für die „mit ihren Händen, Augen, mit ihrer Fantasie und ihrem Gefühl geschaffenen Werke, mit denen sie Leben in die Aula bringen“. Eine breite Palette künstlerischen Schaffens ist hier noch bis zum 5. November zu sehen.

Etwa 200 Besucher
erleben Vernissage

Erich Wagner, der Leiter der Künstlergruppe, ist für seine Leidenschaft für den Kubismus bekannt. Als einstiger Textiltechniker zerlegt er seine Motive in geometrische Formen und gibt seinen Bildern mit exakten Linien und Farbschattierungen Tiefe. In diesem Jahr hat er mit Öl das Schauspiel der Natur als Triptychon auf die Leinwand gezaubert und eröffnet neue Blickwinkel auf den Wendelstein. „Unsere Interessensgemeinschaft gibt es jetzt schon 45 Jahre, das ist unsere 44. Ausstellung“, freut sich Wagner, dass nach der Corona-Pandemie endlich wieder eine Vernissage stattfinden kann. Sie gehörten in all den Jahren zu den kulturellen Höhepunkten der Stadt, wie die große Resonanz von etwa 200 Besuchern auch diesmal wieder zeigte.

Penny Seitz-Würdemann arbeitet mit Acryl auf Leinwand, leuchtenden Farben und Glanzeffekten. Die einstige Gymnasiallehrerin für Sport und textiles Gestalten zeigt mehrere Bilder in der Ausstellung, darunter ihre „Mohnsymphonie“ – eine Collage aus Zeitungspapier, die mit Acrylfarbe gesprayt und gemalt wurde.

Nik Kannengießer hat mit Momentaufnahmen von Spaziergängen seine Liebe zur Natur und zu seiner Heimat Kolbermoor in seinen Bildern vergegenständlicht.

Einen Einblick in ihr vielseitiges kreatives Schaffen gibt Inge Benninghoven mit Gedichten, Skulpturen aus Pappmaschee, Motiven in Mischtechnik und abstrakter Acrylmalerei.

Brigitte Schindler hat sich ganz der Schönheit der Natur verschrieben, florale Motive und landschaftliche Szenen in Acrylbildern und Aquarellen verewigt.

Hildegard Czizegg ist für ihre abstrakte Malerei bekannt. Sie arbeitet in Mischtechnik, verwendet verschiedene Materialien, um ihre Motive zu Lebendigkeit und Leuchten zu bringen. Auch in den Arbeiten von Hanni Harzenstetter spiegelt sich Naturverbundenheit wider. 40 Jahre lang war sie Lehrerin, bis heute ist sie sportlich aktiv. Wie andere Malerinnen nutzt sie gern die Räume der Akademie der Bildenden Künste in Kolbermoor, um in inspirierender Atmosphäre an ihren Bildern zu arbeiten. Ihr Lieblingsmotiv in der aktuellen Ausstellung zeigt ihre Leidenschaft für die Berge.

Manfred Priller stellt zum ersten Mal gemeinsam mit den Kolbermoorer Künstlern aus. Seine Gemälde und Skulpturen setzen sich kritisch mit der Entwicklung des Menschen auseinander. Zugleich präsentiert er zwei selbst geschnitzte Gitarren.

Sabine Koschier malt mit Acryl- und Aquarellfarben. Die studierte Architektin hat eine Ausbildung zur Schamanin gemacht und arbeitet heute als Heilpraktikerin für Psychotherapie und Hypnose-Therapeutin sowie als freischaffende Künstlerin. Ihr Markenzeichen ist die Tierdarstellung geworden, denn: „Der Betrachter soll genauer hinschauen, die Persönlichkeit und den Wert des Tieres erkennen. Zudem besitzt jeder Mensch ein Krafttier, ein Geschöpf der Natur, das ihn beschützt und ihm den richtigen Weg weist.“ Auch wenn ihre Aquarelle leicht und fröhlich anmuten, ist der Schaffensprozess detailliert geplant: „Mich reizt die Perfektion“, erklärt Koschier. Bilder der Künstlerin verdeutlichen aber auch ihr Interesse an Frauenfiguren von Fantasy-Serien. Ihre beiden Kinder hat sie fantasievoll porträtiert. In der diesjährigen Ausstellung ist ihr Sohn in Gestalt eines Fauns zu bewundern. Gerhart Brosch hat diesmal seine Gedanken zu Texten des Lyrikers Eugen Roth in Farbe, Papier und Holz gefasst.

Kunst interpretiert
Natur und Leben

Der Londoner Künstler Loz Verney liebt das Unmittelbare und Leidenschaftliche der Kolbermoorer Künstler. Seine Grafiken – mit Bleistift und Tinte aufs Papier gebracht – erzählen vom Menschen in der Enge der Stadt. Die Fineliner-Grafiken von Jens Lerner sind filigran, die Liebe zum kleinsten Detail wird deutlich: Der Physiker malt vor allem, um sich zu entspannen. Diesmal stellt er auch eine Skulptur als „Interpretation der Natur“ aus.

In der Aula sind auch Pastellkreide-Zeichnungen von Meisi Inninger sowie abstrakte Kunst von Resi Pramböck zu sehen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 5. November zu sehen – wochentags von 14 bis 17 Uhr sowie am Feiertag, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Fast alle Werke können käuflich erworben werden.

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