Leserforum

Eine Stadt mit zwei Gesichtern – Zwei Kilometer zumutbar oder ein Euro am Tag

von Redaktion

Leserbrief zum Bericht „Eine Stadt voller Menschlichkeit“ im Lokalteil:

Vorne weg: Ich bin seit mehreren Jahrzehnten Kolbermoorerin und fühle mich mit „meiner“ Stadt verbunden. Ich schätze unsere Demokratie und bin immer wieder begeistert, was Kolbermoor so auf die Beine stellt. Das „No Hate- Projekt“ ist/war ein tolles Beispiel dafür. Viele Vereine und Institutionen haben sich daran beteiligt. Das Programm war vielseitig und hätte eigentlich eine breite Bevölkerungsschicht ansprechen müssen. Trotzdem kamen manchmal – unter anderem zu der Märchenerzählerin und zum Film Crescendo #makemusicnotwar (eine Friedensinitiative zwischen Palästinensern und Israelis) – nur wenige Besucher. Ja, in Kolbermoor gibt es eine Reihe von engagierten Personen. Herausgreifen möchte ich beispielhaft den Verein „Kolbermoorer helfen“, die Nachbarschaftshilfe oder den Asylhelferkreis um Heidi Andrä und die evangelische Pfarrerin Birgit Molnar. Aber: Bei der Umwidmung des Altenheims „Haus Mangfall“ in eine Asylbewerberunterkunft setzte von einigen Bürgern eine regelrechte Hetze ein. Wenn ich dann noch auf das Kolbermoorer Wahlergebnis bei den letzten Landtagswahlen blicke, wird mir angst und bange. Es gab erneut ein Erstarken einer rechtspopulistischen Partei, nämlich der AfD. Kolbermoor hatte schon einmal dieses „Problem“, genannt „Republikaner“. Diese konnten durch gute Stadtratsarbeit aller demokratischen Parteien in den letzten Jahren zurückgedrängt werden. Sie sind, so dachte ich, verschwunden. Jetzt sind die Rechtspopulisten wieder aufgetaucht und Kolbermoor zeigt damit sein zweites Gesicht.

Katharina Kristen

Kolbermoor

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Leserbrief zum Bericht „MVV-Beitritt: Welche Hürden es in Kolbermoor für ein bezahlbares Schülerticket gibt“ im Lokalteil:

Geht es um die Bezuschussung des Schülertickets oder um die Grenze von zwei Kilometern für die kostenfreie Schülerbeförderung? Es geht um 80 Schüler, die weniger als zwei Kilometer Schulweg haben. Man hat diese Zwei-Kilometer-Grenze eingeführt, weil man davon ausging, dass Grundschüler diesen Weg von unter zwei Kilometern zu Fuß gehen können und nach der Fahrradprüfung eben mit dem Rad fahren können.

Wenn man das diesen 80 Kindern nicht zutraut, müsste man doch darüber nachdenken, ob der Schulweg auch für Kinder, die unter zwei Kilometer zur Schule haben, kostenfrei sein müsste. Ansonsten wird es im morgendlichen Berufsverkehr noch mehr Staus durch diese Elterntaxis geben. Ich meine, festes Schuhwerk und der Witterung angepasste Kleidung tun es auch. Ich habe es damals auch überlebt, weil meine Eltern kein Auto besaßen und mein Schulweg weit länger als zwei Kilometer war und das bei jedem Wetter.

Werner Gmeiner

Kolbermoor

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