Kolbermoor – Der Bund Naturschutz hatte ins Kolbermoorer Heimatmuseum eingeladen, um über die Entstehungsgeschichte des Tonwerkgeländes zu informieren. Hoch erfreut konnte Klaus Dehler, Vorsitzender der Ortsgruppe, über 50 Besucher begrüßen.
Wie positiv sich die Natur auf dem ehemaligen Lehmabbaugebiet im Laufe der Jahre entwickelt hat, zeigte Katharina Meidinger anhand von Fotografien. Bereits im Jahr 1986, kurz nach Beendigung des Tonabbaus, hatte sie dazu aufgefordert, das Gelände der Natur zurückzugeben.
3500 Unterschriften
wurden gesammelt
Peter Glas, der damalige Sprecher einer 1988 gegründeten Bürgerinitiative „Natur im Tonwerkgelände – NIT“, erinnerte an die heftigen Debatten im Kolbermoorer Stadtrat, eine viel beachtete Podiumsdiskussion und die Übergabe von mehr als 3500 Unterschriften zum Erhalt der Natur und gegen den Bau eines Volksfestplatzes und Sportflächen auf dem Gelände.
Ausdrücklich hob er hervor, dass nur mit den vielen engagierten Kolbermoorer Bürgern ein solcher Erfolg möglich wurde. Besonders bedankte er sich beim ehemaligen Landrat Dr. Gimple, der schließlich den Ankauf mit einer Förderung durch den Bayerischen Naturschutzfonds zustande gebracht hatte.
Im Heimatmuseum, zwischen Ziegelsteinen und Dachziegeln des Tonwerks sitzend, verfolgten die Anwesenden mit großem Interesse die Industriegeschichte, die Stefan Reischl, der Vorsitzende des Heimatmuseum-Fördervereins, ausführte. Anschließend machte sich die Besuchergruppe mit all diesen geschichtlichen Informationen im Gepäck auf den Weg raus in die Natur. An der Südseite des Tonwerkgeländes angekommen, erklärte Alfred Ringler, der als renommierter Diplom-Biologe die Feuchtwiesen schon längere Zeit beobachtet, die besondere Bedeutung dieses Sekundärbiotops. Hier könne man studieren, wie und in welchem Zeitraum sich Pflanzen und Tiergesellschaften wieder angesiedelt hätten. Einmalig wäre auch die Lage dieser „Oase“ inmitten von sonst bebauten Flächen.
Schautafeln am
Weg liefern Infos
An den folgenden Schautafeln des Landkreises erklärte Michael Werner die Bedeutung des nach der letzten Eiszeit entstandenen „Rosenheimer Sees“, in dem sich der Seeton ablagerte. Danach führte der Weg vorbei am Lehrbienenstand, an dem Markus Heimbuchner den Bienenzuchtverein kurz vorstellte. Und zuletzt konnte man nochmals einen Blick auf die Wasserflächen mit dem Wendelstein im Hintergrund werfen.