Kolbermoor – „Heimat Au-schwitz – Versuch einer Versöhnung“ heißt der Titel einer Reportage, die am Freitag, 17. November, um 19 Uhr im Rathaus Kolbermoor im Sitzungssaal gezeigt wird. Der Eintritt ist frei. Die Filmemacher Josef Pröll und Monika Mandat haben sich auf die Reise gemacht, um sich mit den Orten Oswiecim und der Gedenkstätte Auschwitz zu beschäftigen. Wie gehen wir heute damit um? Wie geht die Bevölkerung in Oswiecim damit um, dass sich ganz in der Nähe ihrer Kleinstadt eine Gedenkstätte befindet, die an den Ort einer unbeschreiblichen Massenvernichtung erinnert?
Monika wohnt heute in Augsburg. Ihre Familie lebte oder lebt noch in Oswiecim. Kann man sich mit diesem Ort versöhnen? Was geht uns heute dieses Thema überhaupt an? Diesen Fragen gehen beide in ihrem Film nach.
Josef Pröll, 1953 geboren, ist der Nachkomme einer Familie von Widerstandskämpfern gegen das Naziregime. Als seine Mutter Anna 16 Jahre alt war, verteilte sie Flugblätter und schrieb Parolen gegen die Nazis auf Augsburger Hauswände. Ihr Vater, Karl Nolan, wurde im Konzentrationslager Dachau ermordet. Ihr Mann Josef, Vater des Filmemachers, litt drei Jahre lang in dem Lager und dann in Buchenwald. Das ist wichtig zu wissen. Denn Prölls Herkunft und seine lebenslange Auseinandersetzung damit befähigen ihn zu etwas selten Gewordenem in dem, was man gemeinhin als Erinnerungsarbeit bezeichnet: Empathie und Zorn.
Pröll ist Mitglied der Lagergemeinschaft Dachau und Referent der KZ-Gedenkstätte.