Motiv für Fake-Meldung weiter unklar

von Redaktion

Kolbermoorer Christkindlmarkt hofft an diesem Wochenende auf zahlreiche Besucher

Kolbermoor – Noch immer ist unklar, wer hinter den Falschmeldungen über den Kolbermoorer Christkindlmarkt steckt. Wie berichtet, hat ein bislang Unbekannter Google gemeldet, bei der Veranstaltung handele es sich um einen Fake. Dies hatte Google Giacomo Anzenberger, der den Markt organisiert hat, drei Tage vor Beginn per E-Mail mitgeteilt. Wer auf Google nach der Veranstaltung suchte, beispielsweise um sich über die Öffnungszeiten zu informieren, erfuhr deshalb per Suchmaschine, der Christkindlmarkt sei „dauerhaft geschlossen“. Zwei Tage dauerte es, bis Anzengruber, Vorsitzender des Gewerbeverbandes, die Falschmeldung löschen lassen konnte.

Falsche Gerüchte
gestreut

Wer hinter der Falschmeldung steckt, ist noch unklar, ebenso, ob es sich um den gleichen Urheber handelt, der eine Woche später ein weiteres Gerücht per Internet streute: Ganz Kolbermoor, vor allem aber der Christkindlmarkt, habe Probleme mit dem Trinkwasser. Zwei Proben hätten genommen werden müssen, ehe der Markt eröffnet werden durfte.

Klar ist nur, dass der- oder diejenige sich in der Stadt auskennen muss. Denn dass vor Eröffnung des Christkindlmarktes zwei Proben genommen wurden, stimmt. „Wir beziehen Wasser aus städtischen Gebäuden und aus einem Standrohr“, sagt Anzenberger. Nachdem Mitarbeiter des Kolbermoorer Wasserwerkes die Trinkwasserleitungen verlegt und alle Hütten mit Wasserbedarf angeschlossen hatten, wurden routinemäßig Proben genommen. „Alles in Ordnung“, betont Anzenberger.

Veranstaltung
völlig ehrenamtlich

Auch er ist traurig und fassungslos: „Ich weiß nicht, warum jemand unserem Christkindlmarkt schaden will. Die komplette Veranstaltung ist pures Ehrenamt. Unser Gewerbeverband ist ein gemeinnütziger Verein. Wir erwirtschaften keinen Gewinn, sondern sind froh, wenn die Einnahmen aus den Standgebühren für alle kulturellen Events reichen“, betont er.

Gerade in diesem Jahr habe das ehrenamtliche Engagement einen neuen Höhepunkt erreicht. Giacomo Anzenberger und Alex Heinold stehen viele Vereine und freiwillige Helfer zur Seite. Die Stadt unterstützt den Markt mit ihren Bauhof-Mitarbeitern, den 25 Ständen und einem Stromkontingent von 2000 Kilowattstunden. „Der Bauhof hat uns die Stände aufgebaut, den Platz mit weihnachtlicher Beleuchtung geschmückt und kam bei dem Schneechaos am vergangenen Samstag zwischen langen Schichten sogar noch zu uns, um beim Schneeräumen zu helfen.“ Wie viele Menschen einfach anpackten und mithalfen, als der Schnee von den Buden, der Bühne und dem Platz geräumt werden musste, hat Anzenberger beeindruckt: „Wir haben von 7 bis 17 Uhr nur Schnee geschaufelt. Es waren Tonnen“, erzählt er. „Aber wir halten hier in Kolbermoor eben wirklich zusammen“, ist er dankbar. „Nur so war es möglich, den Markt zu eröffnen, während andernorts viele Christkindlmärkte abgesagt werden mussten.“

Von den Gerüchten lassen sich die Kolbermoorer „Weihnachtselfen“ nicht beeindrucken. Ganz im Gegenteil: „Wir versuchen, jedes Jahr ein bisschen besser zu werden“, freut sich Anzenberger schon auf das bevorstehende Wochenende. Denn auf die Besucher wartet auch heute, Samstag, und morgen, Sonntag, wieder ein spannender Veranstaltungsreigen, eingebettet in ein neues stimmungsvoll leuchtendes Ambiente.

Der Markt beginnt am heutigen Samstag um 18 Uhr, „recht wuid“, wie Anzenberger sagt: Ronny Nash unterhält die Kolbermoorer bis 22 Uhr mit Country, Linedance und Christmas-Songs. Um 20 Uhr macht er die Bühne für den Inntal-Pass frei. Die Raublinger Kramperl waren im vergangenen Jahr schon in Kolbermoor zu Gast. Diesmal präsentieren sie ihre neuen Masken und ihre neue große Show.

Wer sich fürchten sollte, sei beruhigt. Die Kramperl sind nicht gewalttätig und gehen auch nicht wild mit ihren Ruten auf Passanten los. Ganz im Gegenteil: „Nach der Show bleiben sie noch bei uns auf dem Christkindlmarkt und setzen ihre Masken ab, damit die Kinder sehen, dass es keine Monster, sondern Menschen sind“, betont Giacomo Anzenberger.

Der morgige Sonntag steht wieder ganz im Zeichen der Familien. Los geht es um 14 Uhr. Jugendleiterin Claudia Beutl und ihre Mangfalltaler Trachtler laden die Kinder zum Basteln ein. Wer mitmachen will, kann sich im „Festbüro“ – einem Infostand neben der Bühne – anmelden. Die Gruppen sind immer 20 Kinder stark und basteln etwa 30 Minuten lang. Ab 14 Uhr öffnet auch die „Mangfalltaler Weihnachtsbackstube“ ihre Pforten.

Die Kinder dürfen sich auch auf die Kolbermoorer Eselfreunde freuen. Sie kommen mit ihren flauschigen Tieren zum Schmusen und Streicheln von 14 bis 16 Uhr auf den Marktplatz. Um 14.30 Uhr erobern die kleinen Schauspieler des Caritas-Hortes die Bühne. Sie präsentieren ihr Theaterstück „Der Wald“.

Fotos mit dem
Christkindl

Morgen, Sonntag, kommt das Christkind ab 15.30 Uhr vorbei und bringt einen Briefkasten für die Weihnachtswunschpost mit. „Die Kinder können sich mit dem Christkind fotografieren lassen“, kündigt Anzenberger die geplante Fotosession an. Die Wunschzettel dürfen sich die Eltern danach (heimlich) am Infostand abholen.

Spannend wird es ab 18 Uhr. Die Rettungshundestaffel Rosenheim zeigt den Besuchern, was die Tiere können. Dafür wird sich ein Kind auf dem Weihnachtsmarkt verstecken und aus Versehen seine Mütze verlieren. Mit ihr kann der Hund Witterung aufnehmen und das Kind suchen. „Wenn es klappt, bringen die Rosenheimer auch ihren Drohnenbus mit und zeigen, wie Vermisste mit der Drohne gesucht werden“, kündigt Anzenberger an.

Weihnachtswünsche
erfüllen

Eine Besonderheit des Kolbermoorer Christkindlmarktes ist alle Jahre wieder der Weihnachtswunschbaum. In diesem Jahr werden 25 Kinder im Alter von acht Monaten bis fünf Jahren beschenkt, die in einem Mutter-Kind-Heim in Kolbermoor leben. Ihre Wünsche sind bescheiden: „Ein Puzzle, ein Fahrradhelm, ein Puppenwagen“, zählt Anzenberger einige Beispiele auf. Wer sie beschenken möchte, kann sich am Stand der Mangfalltaler einen der Wunschzettel abholen oder Geld spenden: „Wie in jedem Jahr werden wir alle Wunsche gemeinsam erfüllen“, freut sich Anzenberger auf strahlende Kinderaugen. Für alle, die beim Wünscheerfüllen helfen, gibt‘s ein Stück Kuchen und eine weihnachtliche Bastelei.

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