Leserbrief zum Beitrag „Bis aufs letzte Hemd“ im Lokalteil:
Als ich den Artikel gelesen habe, war ich sprach- und fassungslos. Und dann hörte ich, wie der Amtsschimmel lachte: Ihm sind seine Paragrafen wichtiger als die adäquate Versorgung eines Menschen in einem Pflegeheim. Hier wurden die Angehörigen – besonders die 86-jährige Ehefrau des Pflegebedürftigen – vor schwierige Aufgaben gestellt. Dass ein Pflegeheim seine Kosten decken und einen Gewinn erwirtschaften muss, dürfte klar sein. Dass der Bezirk Oberbayern (in diesem Fall) zuerst die finanzielle Frage klären will, ist unverständlich, bürgerfeindlich und unsozial. Apropos sozial: Es wäre eine vordringliche Aufgabe des Sozialministers Heil, die Pflegeversicherung in eine Bürgerversicherung umzuwandeln, steht es doch im SPD-Parteiprogramm unter Punkt 3.7 unter „Gesundheit“. Auch im Grünen-Programm kann man es lesen. Eine Vollversicherung wie die Rente ist dringend angezeigt!
Ich glaube, diese beiden Parteien sind in der Regierung und könnten die Initiative ergreifen. Leider ist die Kaste der Politiker von solchen finanziellen Problemen nicht betroffen. Die Pflegeversicherung wird dann teurer werden, aber mir ist ein höherer Beitrag lieber, als im Alter „bis aufs letzte Hemd“ ausgezogen zu werden. Als Kontrapunkt steht zum Beispiel dagegen das Bürgergeld, so wie es jetzt angewandt wird (Lohnabstand, keine Sanktionen). Für Flüchtlinge wurden im Jahr 2021 26 Milliarden Euro ausgegeben. Auch hier könnte man kürzen, ohne als Menschenfeind dazustehen – siehe andere EU-Länder. Wie sagte einst Srauß? Wer everybody’s Darling sein will, ist irgendwann everybody’s Depp!
Liselotte Mairoll
Kolbermoor