Kolbermoor – Die Stadtsing- und Musikschule Kolbermoor richtete ihr jährliches Adventssingen in der Kirche „Wiederkunft Christi“ aus und erzielte durch die geistliche Inspiration eines Gotteshauses eine noch tiefere Wirkung. Nach der Begrüßung durch Diakon Mitlöhner ließ die Bläsergruppe in beeindruckender Präsenz und Harmonie Dr. Michael Stacheters Komposition „O Freude über Freude“ erklingen.
Seine Bearbeitungen und eigenen Kompositionen von Chorälen und Intraden, wie „Auf, auf, nun lasst uns singen“ oder die „Hirtenstückl“ ließen aufhorchen. Einen tiefen Eindruck hinterließen die „Hacher Dirndl“ aus dem Chiemgau. Ihr geschwisterlicher Dreigesang, ausgestattet mit Liedern wie „O, du mei Simmal“ und „Maria, die auf Reis“, fügte sich hervorragend in das volksmusikalische Mosaik dieser bewegenden Inszenierung der Ereignisse in Bethlehem ein und erfuhr durch eigenes Gitarrenspiel eine harmonische Zweisamkeit.
Geprägt von einer tiefen und doch begreifbaren theologischen Dimension verbanden Regina Bergers Texte Musik und Gesang, wirkten aber stark als eigene bestimmende Kraft: „Das bedrückende Weltgeschehen wird nicht verdrängt und der paradiesische Sündenfall wird dem heiligen Paar aufgeladen.“ „Aber siehe“, so die Sprecherin, „es kommt der Tag, die Nacht vergeht und das Licht ersteht.“ Und so wird für uns alle wiederkehrend die Tatsache, dass Hoffnung und Versöhnung durch Gottes Odem vom Himmel wehen.
Die Stücke der „Eabachmusi“ unter Peter Maiers Leitung ließen die Zuhörer immer wieder kurz durchschnaufen und über dargebotenes Wort und Lied nachdenken. Ihre feingliedrige Begleitung vieler Gesangsstücke, prächtig ergänzt durch die Kontragitarre von Sepp Maier, die Ziach von Karl Schreier und die Gitarre von Werner Huber, erzielte Sicherheit und große Wirkung. Maier verschafft auch seinem Mannagsang eine feste Basis.
Ihre traditionellen adventlichen Weisen dürfen einfach nicht fehlen und unterstreichen einmal mehr, dass beständige Probenarbeit persönliche Veränderungen gut kompensieren kann. Die alpenländische Sichtweise des Geschehens in der „Heiligen Nacht“ rückt bewusst die Hirten in den Vordergrund. Sie, die sich immer in der zweiten Reihe des Lebens anstellen müssen, sind als Zeugen ganz vorne an der Krippe, und die Spielgruppe in der Kirche lebt diese Rolle lebendig und authentisch, eingebettet in Bergers vorgegebene Texte.
Seit jeher hat die Flötenmusik in der Musikschule einen herausragenden Stellenwert und besonders von Edi Berger als ehemaligem Singschulleiter, der selbst im Team ist, wurden immer wieder neue Ensembles gebildet und exzellente Begabungen gefördert. Die Stücke, mit hohen Schwierigkeitsgraden belegt, meisterte das hoch qualifizierte Quartett mit einer beachtlichen Präzision und Spielfreude.
Ein fröhlich fortschreitendes „Andante“ aus Weyarn und Kurt Suttners „Altfranzösisches Weihnachtslied“ durften für diese Attribute Pate stehen. Aus ihrem Repertoire schöpft Heide Hausers „Singschulchor“ seine große Gesangskultur und Strahlkraft, die von der Dirigentin mit ungebrochener Energie und nie zulassender Verschleppung der Tempi angetrieben wird.
Beherzt und mit gutem Griff zauberte der Chor alpenländische Lieder wie „O liebste Braut“, „Fällt ein Stern auf diese Erde“ oder „Maria allzeit“ hervor und wusste sie auch mit ihrer ganz speziellen Aussagekraft der gebannten Zuhörerschaft einzuprägen. Nach Maiers ausklingendem Zitherspiel im gemeinsamen philosophischen Gedankenspiel von Berger wurde sicher allen bewusst: „Der Tag wird kommen und löst durch sein Licht die dunkle Nacht ab und es werden Friede und Hoffnung geboren werden. Allein aber ohne den rechten Glauben darauf wird es nicht gehen.“ In einem gemeinsamen und verbindenden „Andachtsjodler“ wurde diese Botschaft der Heilsbringung vielstimmig beschworen.js