Der Poller an der Einfahrt von der Brückenstraße zur Friedrich-Ebert-Straße führt häufig zu Unfällen. Ärgerlich für Autofahrer und Stadtverwaltung.Foto re
Kolbermoor – Etwa 400 Euro pro Poller, mehrere Tausend Euro für den Blechschaden am Auto. Auf der neuen Fahrradstraße kommt es häufig zu Unfällen. Vor allem Einheimische sind betroffen, die vermutlich aus alter Gewohnheit in die Friedrich-Ebert-Straße abbiegen wollen.
Seit November für Autos gesperrt
Die ist aber seit 10. November als erste Fahrradstraße der Stadt für den motorisierten Verkehr gesperrt. Darauf machen farbliche Markierungen auf der Straße und Hinweisschilder aufmerksam. Trotzdem sind die neuen Regeln nach einem Jahr Bauzeit, öffentlichkeitswirksamer Einweihung der neuen Fahrradstraße im November und inzwischen neun Wochen gelebter Praxis noch immer nicht im Gedächtnis verankert. Und auch Navigationssysteme erklären dem Fahrer, dass er links oder rechts abbiegen könne, wenn er in die Friedrich-Ebert-Straße will.
Erschwerte Sicht von der Brückenstraße aus
Wer von der Ludwigstraße in die Friedrich-Ebert-Straße abbiegen will, hat eine gute Sicht, kann die neuen Regeln auf den ersten Metern verinnerlichen und noch umkehren. Wer aber von der Brückenstraße nach rechts in die Friedrich-Ebert-Straße abbiegt, landet – abhängig von der Geschwindigkeit – mit Frontschürze, Motorhaube oder Radkasten am Poller.
Die Anwohner der Friedrich-Ebert-Straße haben sich an die neue Situation gewöhnt. Sie wissen, dass es im Westen kein Durchkommen gibt, sie ihre Grundstücke über die Rosenheimer Straße oder die Ludwigstraße erreichen. Mit Sorge beobachten sie die vielen Unfälle. „Wir beobachten seit einiger Zeit, dass Autofahrer den Pfosten an der Brückenstraße zu spät erkennen, ihn um- oder zumindest dagegen fahren“, schildert ein Anwohner. „Das passiert leider etwa einmal pro Woche“, bestätigt Benjamin Nebel vom Bauamt der Stadtverwaltung. Manchmal aber leider auch öfter – wie in dieser Woche am Montag und Dienstag. Zweimal rückte der Bauhof aus, um den Pfosten auszuwechseln. Pro Poller fallen etwa 400 Euro an. Um ein Vielfaches teurer sind die Blechschäden, die an den Fahrzeugen entstehen. Von der Gefahr für die Insassen ganz abgesehen, die mit der Geschwindigkeit beim Abbiegen in die verbotene Zone steigt: Zum Glück gab es hier noch keine Verletzten.
Das Problem liegt vor allem im Bereich der Brückenstraße: Für Fahrzeuge, die aus dem Süden kommen, die Kurve am alten Garnmagazin und die Brücke über den Mangfallkanal passieren, ist der Poller nicht sichtbar. Die Friedrich-Ebert-Straße geht hier in einem engen Winkel ab, ist zudem leicht abschüssig. Dadurch versperrt das Brückengeländer die Sicht. Der Poller liegt im toten Winkel und wird so zu einer bösen Überraschung für alle jene, die hier einfahren wollen.
Zwar ist die Einfahrt grundsätzlich verboten, die Beschilderung nach Straßenverkehrsordnung korrekt und der Pkw-Fahrer daher am Unfall schuld. Trotzdem: „Das ist kein Zustand, wir sind dran, wir müssen hier unbedingt nachjustieren, um auch die Autofahrer mitzunehmen, die unaufmerksam sind“, erklärt Benjamin Nabel.
Die Stadtverwaltung sucht nach Lösungen. Geprüft werden gegenwärtig alternative Standorte für den Poller und Poller-Modelle. Erschwert wird das durch Schächte im Untergrund, die oberirdisch nicht beliebig mit Hülsen und Pollern bestückt werden können. Alternativ gebe es auch Plastikpoller, die überfahren werden könnten. Doch damit wäre die Durchfahrt wieder für alle möglich. Eine Lösung ist aktuell noch nicht gefunden. So bleibt vorerst nur der mahnende Hinweis: Liebe Autofahrer, bitte achtet auf die Verkehrszeichen!