Kolbermoor – Ein guter Bekannter und alter Freund gab beim Kulturverein „Pizzicato“ in Kolbermoor sein Stelldichein: Der bayerische Liedermacher Horst Eberl präsentierte zum bereits vierten Mal seine „Lieder und Geschichten aus dem prallen Leben“. An seinen Liedern, Gedichten, Witzen und Erzählungen erfreuten sich die Gäste in der Aula der Pauline-Thoma-Schule bei dem gelungenen Abend.
Ganz in der Tradition eines Fredl Fesl – mit dem Eberl eng befreundet ist – präsentiert der Künstler seine oft lustigen, manchmal aber auch nostalgisch-melancholischen oder sozialkritischen Lieder. So spannte Eberl mit hintergründigem Humor den Bogen von der „guaden oiden Zeit“ – die er keineswegs immer so gut findet – bis hin zu Themen über die alltäglichen Probleme der Moderne.
Auch die Folgen der Corona-Pandemie thematisierte er. Das bedeutet bei ihm, dass er nun palettenweise Nudeln, Mehl, Öl und Klopapier im Keller hat, was er nun zu seinem Vorteil in einer Bekanntschaftsanzeige zu nutzen sucht.
Bei dem unterhaltsamen Abend gab es nicht nur viel zu schmunzeln und zu lachen, sondern auch einiges zum Nachdenken. Sein Lied über „das Glaserl Wein am Meer in Griechenland“ regte ebenso zum Nachdenken an, wie das Lied „Kindheit heit“, bei dem er über Kinder sinnierte, die vor lauter Aktivitäten neben der Schule zu nichts mehr Zeit haben. Sehr anrührend war auch das Stück über die „erste Liebe“ in der Kindheit und die freundschaftliche jahrzehntelange Verbindung danach.
Der Liedermacher berichtete zudem über Dinge, die früher selbstverständlich waren, der jungen Generation aber völlig fremd sind: So erklärte er eine Telefonzelle beispielsweise als „begehbares Handy“ und singt „an Allerheiligen geh ich aufs Grab und pfeif auf Halloween“.
Eberl schreibt und textet seine Lieder selbst und spielt dazu mit seiner Gitarre, wobei die Bandbreite seiner Stücke von Rock und Blues über bayerische Couplets bis hin zu klassischen Gitarrenstücken reicht. Sie belegt sein weitreichendes Können auf dem Instrument. Das Publikum ging begeistert mit und lachte bei Eberls Liedern buchstäblich Tränen: Über das, was man heute alles „guugelt“ oder seine Erfahrungen als geplagter Ehemann im Schlussverkauf, der heute nur noch „Sale“ – sprich „sa-le“ – heißt.
Das launige Gastspiel beim Kulturverein ging sehr schnell vorüber. Aber das begeisterte Publikum entließ Eberl nicht, ohne sich ein paar Zugaben erklatscht zu haben.