Kolbermoor – Die Wanderausstellung „Absurdes aus der Verkehrsplanung“ macht Station in Kolbermoor. Auf Einladung des Kolbermoorer Mobilitätsmanagements wird sie ab dem 15. Mai für gut fünf Wochen im Rathaus zu sehen sein. Gezeigt werden 15 Cartoons, die auf humorvolle Weise die Verhältnisse auf den Kopf stellen: Wie wäre es wenn Autos den Hindernissen begegnen, die für Menschen auf ihren Fahrrädern Alltag sind und wie, wenn Radfahrende sich dafür das raumgreifende Verhalten ihrer motorisierten Mitmenschen zu Eigen machen?
Neue Bilder in den
Köpfen erzeugen
Eine Ausstellung, die nach Angaben ihrer Macher helfen soll, das Bewusstsein neu zu schärfen, die neue Bilder in den Köpfen erzeugen und dadurch auch dazu beitragen soll, Akzeptanz für Veränderungen auf der Straße und im Verkehrsverhalten zu schaffen.
„Mit einer faszinierenden Selbstverständlichkeit bauen wir Straßen, die glatt sind wie ein Babypopo. Mit preußischer Präzision haben Generationen von Planern ein durchgängiges und logisches Verkehrsnetz erdacht. Und die Ausdauer, mit der wir selbst im abgelegenen Dorf noch die Schleppkurven berechnen, können jeden König der Landstraße ruhig schlafen lassen (natürlich nicht am Steuer…)“, heißt es dazu.
Bedingungen, von denen jene nur träumen können, die sich strampelnd auf den Weg durch die Stadt machen. Der Betrachter soll sich einlassen auf ein spannendes Gedankenspiel: „Was wäre eigentlich, planten und bauten wir die Infrastruktur für Autos, Lastwagen und Motorräder genauso, wie wir es bei Radwegen mit Hingabe tun?“ Wie sähen die Straßen aus, an deren Gestalt und Struktur man sich so sehr gewöhnt hat? „Wir haben einfach mal so getan, als wäre dem so. Als würden Planung, Bau und Pflege von Straßen nach den gleichen Prinzipien und derselben Logik erfolgen, wie es doch beim Radverkehr ganz normal ist“, beschreibt der Initiator der Wanderausstellung Thiemo Graf die Motivation.
Er kommt zu dem Schluss: „Das Ergebnis passt so gar nicht zu dem Bild, das wir von unserer Umwelt im Kopf haben. Es erscheint vielmehr völlig absurd. Spannend wird es vor allem dann, wenn wir die Sache komplett umdrehen und auch noch so tun, als würden nun die Fahrradwege nach den hohen Standards errichtet.“
15 Illustrationen, gezeichnet in Zusammenarbeit mit Thiemo Graf, zaubern ein Schmunzeln auf die Gesichter ihrer Betrachter und regen dazu an, nachzudenken und im Anschluss die Realität des Verkehrsgeschehens um uns herum und die Verkehrsinfrastruktur mit anderen Augen zu sehen.
„Wir in Kolbermoor haben in den vergangenen Jahren große Schritte hin zu einer fahrradfreundlichen Verkehrsinfrastruktur unternommen“, betont der Kolbermoorer Bürgermeister Peter Kloo. „Nun freuen wir uns, die Ausstellung ‚Absurdes aus der Verkehrsplanung‘ hier in unserem Rathaus zeigen zu können. Denn Veränderung im Straßenraum ist nicht alles. Mit diesen Cartoons, die mit einem zwinkernden Auge zu betrachten sind, können wir zu einer größeren Akzeptanz für die Verkehrswende beitragen, zu einem Verständnis für die Nöte aller Verkehrsteilnehmenden“, ist das Stadtoberhaupt überzeugt. Visualisierung trägt auch seiner Überzeugung nach zu nachhaltiger Änderung der Wahrnehmung bei Mobilitätsverhalten bei.
Bilder ab 15. Mai
im Rathaus zu sehen
Dieses lasse sich nur verändern, wenn man andere, neue Bilder erzeuge – „wenn es uns eben gerade nicht mehr absurd erscheint, dass da ein schöner roter Radweg gerade durch die Stadt verläuft – breit genug um nebeneinander zu fahren, durchgängig auch an Engstellen und einheitlich gestaltet, sodass wir dem Weg ganz einfach folgen können.“
Die Eröffnung der Ausstellung findet am 15. Mai im Rathaus Kolbermoor um 17.30 Uhr statt. Ab diesem Datum ist sie für insgesamt gut fünf Wochen bis zum 20. Juni täglich zu den Öffnungszeiten in der Galerie des Rathauses zu sehen. re