Hier sprudeln nur die Kosten

von Redaktion

Wird der Springbrunnen im Kolbermoorer Karl-Daniels-Park zum finanziellen Fass ohne Boden? Derzeit ist die Anlage erneut außer Betrieb, eine Fachfirma bereits beauftragt. Was aktuell das Problem ist – und was die Arbeiten am Brunnen der Stadt kosten werden.

Kolbermoor – Während sich einige Schwimmbadgänger über das nicht beheizte Wasser in den Becken des Kolbermoorer Freibads aufregen, wären andere Bürger an einer weiteren Örtlichkeit der Stadt schon froh, wenn sich in den dortigen Becken überhaupt Wasser befinden würde. Denn die Springbrunnenanlage am Kolbermoorer Karl-Daniels-Platz ist – wieder einmal – außer Betrieb.

Extrem viel Arbeit
mit dem Brunnen

Die Anlage sei in einem „trostlosen Zustand“, ärgert sich Anwohner Rainer Tschichholz (72). Und auch Jürgen Halder, zuständig für den Bau-, Straßen- und Gewässerunterhalt der Kommune, macht deutlich: „Der Brunnen macht der Stadt extrem viel Arbeit. Es ist dauernd etwas anderes.“

1963 hatte der damalige Spinnereidirektor Karl Daniels die Anlage inklusive Brunnen der Stadt Kolbermoor „zur Erholung der Bürger“ geschenkt. Ein Geschenk, in das die Kommune mittlerweile viel Geld gepumpt hat. So entschied sich der Stadtrat im Jahr 2016 mit großer Mehrheit dafür, die Springbrunnenanlage als „architektonisches Zeitzeugnis“ sanieren zu lassen und nahm dafür im Jahr 2017 rund 45000 Euro in die Hand.

Doch der hohen Investition zum Trotz: Immer wieder kommt es zum Ausfall der Anlage. „Da steckt viel Technik drin“, weiß Halder, weshalb der Bauhof „fast laufend dort ist“. Beispielsweise um die Filteranlage zu reinigen, Wasserdüsen, in die Vandalen Dinge gestopft haben, vom Unrat zu befreien, oder, wie 2022, um eine defekte Wasserpumpe auszutauschen.

Verletzungsgefahr
durch Abplatzungen

Aktuell bereiten der Stadt Kolbermoor jedoch nicht die Technik, sondern die Becken große Sorgen. „Es hat im Lauf der Jahre immer wieder Abplatzungen bei der Beschichtung, die den offenporigen Beton schützt, gegeben“, verrät der Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Was aber nicht nur dem Beton zusetzen könne, sondern auch eine Verletzungsgefahr berge. „Da können schnell scharfe Kanten entstehen, an denen sich jemand verletzen kann.“ Der Springbrunnen sei zwar eigentlich nicht fürs Baden gedacht, an heißen Tagen würden dort aber immer wieder Kinder in den Becken herumtollen, weshalb die Stadt nun reagiert habe.

Zwar habe der Bauhof in der Vergangenheit versucht, Fehlerstellen selbst auszubessern. Doch das Ganze habe mittlerweile eine so große Dimension angenommen, dass das Oberflächenbild bald „wie ein Flickenteppich“ aussehen würde. Daher hat die Stadt nun eine Fachfirma beauftragt, die in beiden Becken eine neue Beschichtung auftragen wird. Kostenpunkt: rund 16000 Euro. Was Halder wurmt. Zwar sei die Gewährleistung rund um die Sanierung bereits 2021 abgelaufen, aber: „Normal ist das nach dieser kurzen Zeit eher nicht.“

Dass die Brunnenanlage nun seitens der Kommune wieder auf Vordermann gebracht wird, ist ganz im Sinne von Anwohner Rainer Tschichholz, der nach eigenen Angaben „jeden Tag“ daran vorbeigeht. Den Ist-Zustand beschreibt er als „jämmerlich“ und „ungepflegt“, was das Gesamterscheinungsbild der Parkanlage, die er als sehr gelungen empfindet, doch „sehr“ trübe. „Diese Anlage wird von den Bürgern wunderbar genutzt“, sagt der 72-Jährige, der sich daher mit einem Ratschlag an die Stadtverantwortlichen wendet: „Sollte die Anlage so viele Probleme bereiten, dass ein störungsfreier Betrieb nicht garantiert werden kann, könnte man die Betonbecken mit Erde auffüllen und bepflanzen.“ Denn was die Bepflanzung angehe, sei die Stadtgärtnerei seiner Meinung nach „vorbildlich“.

Schnell wieder in
Betrieb nehmen

Ein Vorschlag, der aufgrund der neuerlichen Investition in die Springbrunnenanlage sicherlich zunächst eher nicht zur Diskussion stehen wird. Der Fokus der Stadtverwaltung liegt nun eher darauf, den Brunnen so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen. Wann es letztlich dann wirklich so weit sein wird, dass dort wieder Wasser aus den Düsen sprudelt, ist nach Angaben von Halder aber noch völlig offen, da eine Terminvereinbarung mit der zuständigen Fachfirma noch ausstehe. „Ich hoffe natürlich, dass das im Lauf des Sommers erledigt wird. Letztlich hängt es aber von der Auftragslage der Fachfirma und der Wetterlage ab“, so Jürgen Halder.

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