Kolbermoor – Zur gut besuchten Jahreshauptversammlung trafen sich Mitglieder und Vorstandschaft des VdK im Gasthaus „Servus Füglein“. Der Vorsitzende Michael Zeisler konnte neben den zahlreichen Mitgliedern den Seniorenbeauftragten Dr. Berthold Suldinger, die Behindertenbeauftragte Vroni Gmeiner und die Kreisvorsitzende des VdK, Marianne Keuschnig, begrüßen. Bürgermeister Peter Kloo musste sich aufgrund einer kurzfristigen Erkrankung entschuldigen. Zur Ehrung der im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder erhoben sich die Gäste.
Erfreuliche
Kassenlage
Kassenwart Werner Leupold berichtete über eine erfreuliche Kassenlage im Ortsverband. Stellvertretend für die Frauenbeauftragte Katharina Schörghuber informierte der Vorsitzende, dass im vergangenen Jahr keine speziellen Frauenthemen an die Vorstandschaft herangetragen wurden. Schörghuber überbrachte zahlreichen Geburtstagskindern kleine Präsente.
Im Bericht des Vorsitzenden wurde eine positive Mitgliederentwicklung festgestellt. Zum Jahreswechsel 2023/2024 waren 578 Mitglieder im Ortsverband registriert. Im vergangenen Jahr organisierte er im März einen Infonachmittag gemeinsam mit der Polizeidirektion Rosenheim zur Thematik des Telefon- und Trickbetrugs. Der Berater der Polizei sensibilisierte die Gäste in seinem Vortrag mit Audiobeispielen.
Der Tagesausflug im Juli führte nach Jenbach in Tirol und von dort mit der Zillertaler Dampfeisenbahn nach Mayerhofen. Der Besuch des Weihnachtsmarktes am Bodensee, der Lindauer Hafenweihnacht, fand leider bei strömendem Regen statt. Seit Dezember wird den Kolbermoorer Bürgern ein VdK-Stammtisch im Gasthaus „Servus Füglein“ angeboten. Der Stammtisch findet jeden zweiten Freitag im Monat statt. In der Vorausschau auf das Jahr 2024 ist am 6. Juli der diesjährige Tagesausflug geplant. Die Fahrt geht zum Kloster Weltenburg, mit dem Schiff durch den Donaudurchbruch nach Kelheim und weiter mit dem Bus über Essing nach Beilngries. Aufgrund der Schwierigkeiten, Sammler für die Haustürsammlung des VdK „Helft Wunden heilen“ zu aktivieren, startete der Ortsverein in diesem Jahr den Versuch, Spendenbriefe in Hausbriefkästen einzulegen. Gut die Hälfte der eingehenden Spenden können in Kolbermoor selbst für Bedürftige eingesetzt werden. Mitglieder stellten sich spontan zur Verfügung, die Spendenbriefe in ihrem Wohngebiet zu verteilen.
Die Vorstandschaft wurde einstimmig für das Jahr 2023 entlastet. Dr. Suldinger berichtete über seine Arbeit als Seniorenbeauftragter der Stadt und die Arbeit der Behindertenbeauftragten Vroni Gmeiner. Er verwies auf den gemeinsamen Sprechtag für Senioren und Menschen mit Handicap, der jeden ersten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr im Rathaus stattfindet. Zum Schluss überreichte Dr. Suldinger die aktuelle Ausgabe 2024 des Wegweisers für ältere Bürger in Kolbermoor an die Gäste. Er liegt im Rathaus aus.
Marianne Keuschnig, die Vorsitzende des VdK-Kreisverband Rosenheim, referierte über Armut und Altersarmut in Bayern. Viele Rentner sind gezwungen, aufgrund der geringen Höhe ihrer Rente noch berufstätig zu sein. Die Armutsgefährdungsgrenze lag 2022 bundesweit bei einem Einkommen von 1186 Euro, in Bayern bei 1286 Euro. 15,8 Prozent der Mitbürger sind armutsgefährdet, bei den über 65-Jährigen sind es 21,9 Prozent. In Bayern betrug die durchschnittliche Altersrente am 31. Dezember 2022 für Männer 1343 Euro und für Frauen 828 Euro. 18,6 Prozent der Männer über 65 Jahren und 24,6 Prozent der Frauen über 65 Jahren sind armutsgefährdet.
Der Sozialverband VdK fordert von der Politik die Aufstockung der Sozialleistungen, den Abbau von Bürokratie, Schutz vor Wuchermieten, faire Löhne und ein vernünftiges Auskommen im Alter. Zudem soll ein Armutsbeauftragter eingesetzt werden, um das Problem nicht aus den Augen zu verlieren. Der Rentensatz soll bei mindestens 53 Prozent festgeschrieben werden. Entscheidend für die Sicherung der Alterseinkommen wird eine Änderung des Rentensystems sein, bei der alle einzahlen, auch Beamte, Abgeordnete, Selbstständige und Freiberufler. Ein Beispiel hierfür ist Österreich, wo die Renten im Durchschnitt etwa 800 Euro höher sind als in Deutschland. Außerdem hat das Nachbarland die Rente für Alle bereits 2005 eingeführt.
Neuwahlen
und Ehrungen
Im Anschluss an den Vortrag von Marianne Keuschnig fanden Nachwahlen statt. Rita Gilk wurde als stellvertretende Vorsitzende des Ortsverbandes und Kurt Gilk als Beisitzer bestätigt. Ehrungen für langjährige VdK-Mitglieder wurden ebenfalls vorgenommen.
Für ihre 20-jährige Mitgliedschaft wurden Max Keil, Werner Leupold und Zita Moser, für 25-jährige Mitgliedschaft Karl Daxberger, Herbert Kinner und Christoph Wagner ausgezeichnet. Christoph Wagner wurde für seine ehrenamtlichen Leistungen im Ortsverband Kolbermoor, im Kreisverband Rosenheim und im Landesausschuss des VdK die Ehrenmitgliedschaft im VdK-Ortsverband Kolbermoor verliehen.