Irisch-bayerische Ode an den Chiemgau

von Redaktion

Wer Pam Pam Ida oder Hubert von Goisern mag, dem gefällt auch die Musik der Schnaitseer Band „Anheizholz“. Das finden zumindest Christine und Thomas Beer. Mit Folk- und R’n’B-Sounds singen sie auf Bayerisch über ihre Liebe zum Chiemgau.

Kolbermoor/Schnaitsee – Wahrscheinlich schafft man es nur vom höchsten Punkt des Alpenvorlandes, einen Spagat zwischen irischem Folk und bayerischer Mundart zu spannen. Zumindest versucht genau das die Band „Anheizholz“ aus Schnaitsee mit ihrer Musik. Ihren Sound beschreiben Christine und Thomas Beer, die beide an der Kolbermoorer Stadtsing- und Musikschule arbeiten, als bayerischen Folk. Am 7. Juni erscheint ihre erste Single „Wias Wasser“.

An der Musikschule
kennengelernt

Ihre Melodien seien inspiriert von irischem Folk und mit Barrock, Pop und R’n’B angereicht, sagt Christine Beer. Der Text wird in bayerischer Mundart gesungen und handelt von der Natur im Chiemgau. Die Lieder sollen eine Ode an die Heimat sein und die Landschaft huldigen. Dieser Schwerpunkt fehlt laut „Anheizholz“ bis jetzt im Musik-Pool. Ihre Vorbilder sind Hubert von Goisern oder Pam Pam Ida. Wer sie gerne höre, dem würden auch die Lieder von „Anheizholz“ gefallen, ist Thomas Beer überzeugt. Christine und Thomas Beer haben vor drei Jahren ihre Band „Anheizholz“ gegründet. Kennengelernt hat sich das Paar 2019 an ihrem Arbeitsort in Kolbermoor. Anfangs haben sie klassische Musik gespielt, bis sie sich 2021 dazu entschieden, ihre Band zu gründen. Dabei hätten sie zuerst nur Songs gecovert. „Darauf hatten wir aber irgendwann keine Lust mehr und wollten auch etwas Eigenes produzieren“, sagt Christine Beer.

Thomas Beer ist in Schnaitsee aufgewachsen, spielt seit 20 Jahren Gitarre und hat an Musikhochschulen in Nürnberg und Münster studiert. Außerdem hat er eine Gesangsausbildung. Christine Beer ist in Edling aufgewachsen, spielt seit 31 Jahren Blockflöte und hat am Mozarteum in Salzburg studiert. Sie wirkt neben der Band und ihrem Job als Musiklehrerin bei Barockkonzerten und Opernproduktionen am Staatstheater am Gärtnerplatz in München im Orchester mit.

Als Berufsmusiker sei das Ziel natürlich, auch auf der Bühne zu spielen, sagt Thomas Beer. Denn Musik sei eine Leidenschaft und Berufung. Der Traum sei, davon auch leben zu können – zumindest zum Teil, erklärt Christine Beer. Und dafür ist nun der erste Schritt getan. Ab 7. Juni sollen in einem Abstand von etwa zwei Wochen Singles auf der Musikplattform Spotify und auf Youtube erscheinen. Thomas Beer hat die Lieder komponiert, spielt Western-Gitarre und singt. Christine Beer spielt verschiedene Blockflöten, das Tastenglockenspiel, Schlaginstrumente und ist für den Background-Gesang zuständig. Auch wenn die Blockflöte viel zum Einsatz komme, zum Beispiel in Filmmusik von Hans Zimmer, wird Christine Beer hin und wieder für ihr Instrument belächelt, erklärt sie. Dann heiße es: „Wie, das kann man studieren?“ oder „Das ist doch nur Brennholz“, sagt sie schmunzelnd. Etwas ironisch gemeint sei deswegen auch der Bandname „Anheizholz“, sagt Christine Beer. Letztlich habe dieser jedoch keine tiefere Bedeutung, erklärt Thomas Beer. „Wir hoffen nur, dass niemand bei uns Brennholz kaufen will“, sagt er lachend.

Die Blockflöten würden den episch, mystischen Sound vorgeben, während die Western-Gitarre die Stimmung untermale, sagt Thomas Beer. Insgesamt soll ihre Musik fröhlich sein. Der ein oder andere Songs rege jedoch auch zum Nachdenken an. So heißt es ihren Liedern: „Blost da Wind übers Wasser, treibt er d’Welln no so fest, hods a gwiss jedn Fels und jedn Sturm überlebt“ oder „A Zeitl scho, a weng geht’s so dahi, mei Kopf is voi mit vui z’vui Gfui.“

Den irischen Sound habe Christine Beer in die Band gebracht. Bereits zehnmal habe sie Irland bereist und jeden Fleck gesehen, sagt sie. Auch das eher nasse und kalte Wetter dort mache ihr nichts aus. Im Gegenteil: „Ich liebe den Wind und Regen“, sagt die 36-Jährige. An Irland habe sie außerdem beeindruckt, dass dort alle Menschen gemeinsam musizieren würden und scheinbar auch jede Person singen könne, erklärt Christine Beer. Als archaisch und schwungvoll beschreiben die Schnaitseer ihre Lieder. In ihrer ersten Single „Wias Wasser“ ermutigen die beiden den Hörer dazu, auch schwierige Zeiten zu überstehen. „Das Wasser symbolisiert das Gute im Leben“, erklärt Christine Beer.

Song soll motivieren
und Mut machen

Wie auch das Wasser bei Sturm in Wellen komme, so zeichne sich auch die Melodie des Liedes aus, sagt sie. Ihr erster Song soll motivieren und Mut machen. „Wer vor dem Hören traurig war, dem soll es danach etwas besser gehen. Wer schon gut gelaunt war, der soll noch besser aufgelegt sein“, sagt Thomas Beer.

Bei der Produktion ihrer Songs hat das Paar viel Wert auf Qualität gelegt. Für die Aufnahmen hätten sie verschiedenen Gastmusiker eingeladen, erklärt Thomas Beer. Von Cello, Geige, E-Bass und Synthesizer zu Schlagzeug, Mandoline und Backgroundchor sei alles dabei, sagt er.

„Anheizholz“ live hören

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