Schutzmaßnahmen haben funktioniert

von Redaktion

Die Schutzmaßnahmen, die die Stadt Kolbermoor anlässlich des Hochwassers 2013 ergriffen hatte, wurden jetzt erstmals einem richtigen Härtetest unterzogen. So haben die Einrichtungen den Wassermassen der Mangfall standgehalten.

Kolbermoor – Die Schutzmaßnahmen, die nach der Hochwasserkatastrophe 2013 in der Stadt Kolbermoor umgesetzt wurden, haben ihre Feuertaufe – oder besser Wassertaufe – bestanden. „Aufgrund der sehr guten Maßnahmen, die nach dem Hochwasser ergriffen worden sind, war es trotz der Wassermassen zu keinem Zeitpunkt gefährlich“, so das positive Fazit von Armin Hörl, Kommandant der Feuerwehr Kolbermoor. Und das, obwohl die Situation an der Mangfall nach Einschätzung des Kommandanten am Montag „ähnlich wie 2013“ gewesen ist.

Parallelen zum
Hochwasser 2013

Ein Rückblick: Zwischen 31. Mai und 3. Juni 2013 hatte es im Mangfalltal ebenfalls nahezu durchgehend geregnet, was Flüsse wie die Mangfall bedenklich anschwellen ließ. Am 2. Juni 2013 traten dann rund um die Mangfall die ersten größeren Überflutungen auf, schnell standen große Teile der Stadt unter Wasser. Da die Behörden damals sogar einen Deichbruch befürchteten, wurden Bewohner aus dem Bereich Kolbermoor Süd aufgerufen, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen und bei Bekannten, Verwandten oder in der Pauline-Thoma-Schule unterzukommen. Letztlich hielt der Deich stand, dennoch hatten nach Angaben des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim alleine die Städte Kolbermoor und Rosenheim Schäden in Höhe von rund 200 Millionen Euro zu beklagen.

Eine Katastrophe, die Freistaat und Kommune in den Folgejahren handeln ließ: Rund 20 Millionen Euro wurden für Hochwasserschutzmaßnahmen in der Stadt Kolbermoor in die Hand genommen. Maßnahmen, die sich scheinbar ausgezahlt haben, wie Kommandant Hierl, der bereits 2013 als Feuerwehrler im Einsatz war, findet: „Unsere Aufgabe bei der aktuellen Hochwasserlage bestand hauptsächlich darin, Treibgut, das Brücken beschädigen könnte, zu beobachten sowie Kontrollfahrten und Kontrollgänge durchzuführen“, so der Feuerwehr-Kommandant, der überzeugt ist: „Würde es die Spundwände, die an der Mangfall von Pullach bis Rosenheim gesetzt worden sind, nicht geben, hätten wir jetzt ganz andere Aufgaben.“

Doch nicht nur die Spundwände, die die Wassermassen abhielten, auch die Polder, die zwischen Mangfall und dem dortigen Kanal eingerichtet worden sind und als eine Art Rückhaltebecken fungieren, hätten ihre Aufgaben erfüllt. „Die Mangfall hat bei einem gemeldeten Höchststand von 2,83 Meter ja schon sehr viel Wasser geführt“, berichtet Hierl, der bei einer Kontrollfahrt an die Polder festgestellt hatte: „Da ist schon was rübergelaufen.“ Sein Fazit zur Feuertaufe des nach 2013 realisierten Hochwasserschutzes für die Stadt: „Es ist schon gut, zu wissen, dass man bis zu einem gewissen Pegelstand der Mangfall in Kolbermoor mittlerweile einfach ,safe‘ ist.“

Aussagen, die Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo nur bestätigen kann. Zumal der Ratshauschef bereits bei der Hochwasserkatastrophe 2013 im Amt war. „Die aktuelle Situation konnte ich aber wesentlich entspannter erleben“, so Kloo auf Anfrage des Mangfall-Boten. Zwar habe er sich „zwischenzeitlich ein bisschen Sorgen gemacht“, nachdem die Hochwasser-Meldestufe binnen kürzester Zeit von 1 auf 4 gesprungen war und einige Kräfte der örtlichen Feuerwehren im Landkreis Dachau sowie in Raubling im Einsatz waren, aber: „Letztlich hatten wir dann auch etwas Glück, dass sich die Gewitterzellen nicht direkt über uns entladen und dadurch bei kleineren Gewässern für Probleme gesorgt haben.“

Weniger mit Glück, dafür viel mehr mit den richtigen Schlüssen aus 2013 hatte die Tatsache zu tun, dass die Mangfall keinerlei Schwierigkeiten bereitet hatte. „Wir haben am Montag eine Hochwasserlage erlebt, wie sie den Planungen zum Schutz zugrunde gelegt worden ist“, sagte der Rathauschef, der nach dem Ernstfall ein klares Fazit zog: „Die Hochwasserschutzmaßnahmen haben funktioniert.“

Gutes Zusammenspiel
der Einsatzkräfte

Kloo betonte aber auch, dass es mit den baulichen Maßnahmen alleine nicht getan ist. So waren nach Angaben des Bürgermeisters die Einsatzkräfte der Feuerwehren sowie Beschäftigte des Bauhofs regelmäßig im Einsatz, um Gullys und Durchflüsse zu kontrollieren. Kloo: „Da war ich wieder sehr froh über unsere Feuerwehren, den Bauhof und deren gutes Zusammenspiel.“

Polizei gibt Entwarnung

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