Kolbermoor – Radler gibt es in Kolbermoor durchaus etliche. Schwarz auf weiß belegt das die Zählstelle hinter dem Rathaus – bereits an normalen Wochentagen erfasst sie derzeit gut 1400 „Fahrradbewegungen“. Dennoch könnten es nach dem Wunsch von Veronika Winkler, der Mobilitätsmanagerin der Stadt, gerne noch deutlich mehr sein. Genau deshalb nimmt Kolbermoor zum achten Mal an der Aktion „Stadtradeln“ teil, die am morgigen Sonntag startet. Deren Ziel ist es, all jene aufs Fahrrad zu locken, die zwar denken: „Stimmt. Eigentlich sollte man öfter mal mit dem Fahrrad fahren“, denen dann aber doch der innere Schweinehund dazwischenkommt: „Warum strampeln? Setz dich ins Auto oder bleib gleich daheim!“
Den Schweinehund
überwinden
Dieses faule Vieh zu überwinden, fällt allein und nur aus sich heraus schwer. Gibt es aber den Anreiz, an einer größeren Aktion mitzumachen, bei der im Landkreis gut zehn Gemeinden im gleichen Zeitraum radeln, wird es ziemlich sicher etwas leichter. Und könnte, so die Idee hinter dem Stadtradeln, dem einen oder anderen beweisen, dass das Fahrrad ein Bewegungsmittel ist, das einen gerade in Städten oft deutlich schneller ans Ziel bringt als das Auto und dabei sogar noch Spaß machen kann. Wer das in den drei Stadtradelwochen vom 9. bis 27. Juni erkannt hat, für den könnte das Fahrrad vom „No-go-Vehikel“ zu einem echten Verkehrsmittel werden. Nicht um das eigene Auto zu ersetzen, wie Bürgermeister Peter Kloo immer wieder betont, sondern um dieses ergänzen zu können, wann immer es Sinn macht.
Weil es beim Stadtradeln vor allem darum gehen soll, die Tauglichkeit als Alltagsfahrzeug zu beweisen, sind in diesem Jahr die Regularien geändert: Mit in die Bewertung fließen nun vor allem die Zahl der Fahrradfahrten ein und nicht mehr wie früher in erster Linie die zurückgelegten Kilometer. Auch in Kolbermoor werden die Sieger des Stadtradelns die sein, die am häufigsten aufs Fahrrad stiegen. Der Lohn dafür sind attraktive Preise wie etwa Gutscheine für Schwimmbadbesuche oder Bücher, auch Tassen mit Motiven der Ausstellung, die derzeit im Obergeschoss des Rathauses zu sehen ist. Für die Kleineren gibt es zudem Spielsachen. Alle Preise sind nicht nur für die drei Erstplatzierten, etliche werden auch unter allen Teilnehmern verlost. Schließlich gilt gerade beim Stadtradeln: Mitmachen und Dabeisein ist alles.
Das trifft natürlich auch auf die begleitenden Veranstaltungen zu, wie etwa „Ein Fahrradkorb voller Geschichten“. Am Donnerstag, 13. Juni, liest Büchereileiterin Andrea Sondhauß den Kindern ab 16 Uhr im Park hinter dem Rathaus vor.
Viel besucht wird zweifellos auch der Termin mit den Reparaturprofis sein. Die Möglichkeit, das eigene Gefährt kurz durchchecken zu lassen, besteht jeweils nachmittags am Dienstag, 11. Juni, und Mittwoch, 12. Juni. Fast schon eine beliebte Tradition ist das „Pendlerfrühstück“, bei dem Veronika Winkler sich bei denen, die mit dem Rad auf dem Weg zur Arbeit oder Schule sind, mit einem Müsliriegel bedankt. Wer einen haben will, sollte also ganz zufällig am Mittwoch, 19. Juni, zwischen 7 und 8 Uhr hinter dem Rathaus vorbeifahren.
Exkursion
„Mobil vor Ort“
Zum Abschluss findet am Donnerstag, 20. Juni, noch die Veranstaltung „Mobil vor Ort“ statt, bei der es darum geht, Kolbermoor gemeinsam mit den Bürgern noch fahrradtauglicher zu machen. In diesem Jahr wird es sich vor allem um die geplante Fahrradhauptroute Eins im Kolbermoorer Süden drehen. Treffpunkt für diese kleine Exkursion ist das Freibad ab 18 Uhr.
Das Stadtradeln ist ein Spaß für Groß und Klein, von dem alle Teilnehmer profitieren können.
Weitere Infos und Anmeldung, die sogar während der Stadtradelwochen noch problemlos möglich ist, gibt es auf der Internetseite stadtradeln.de/kolbermoor.