Medizin und Kampfsport vereint

von Redaktion

SV-DJK-Taekwondo-Sportler Dr. Frank Düren bei Militär-WM als Mediziner im Einsatz

Kolbermoor/Grassau/Nürnberg – Ein Höhepunkt seiner beruflichen Karriere war für Dr. Frank Düren aus Grassau die Teilnahme an der 27.
Taekwondo-Militär-Weltmeisterschaft in südkoreanischen Mungyeong. Rund 250 Teilnehmer aus 30 Ländern der Welt maßen sich in der koreanischen Kampfkunst, die auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt ist.

Allerdings wirkte der Arzt nicht auf, sondern neben der Matte. Er betreute den deutschen Nationalkader medizinisch, darunter Vanessa Körndl aus Altmannstein im Altmühltal, die neue Militär-Weltmeisterin im Taekwondo bei den Damen. Privat trainiert er Taekwondo, bei dem neben Handtechniken den enorm schnellen Fußtechniken eine entscheidende Bedeutung zukommt, noch immer regelmäßig –zusammen mit seiner Tochter – beim SV-DJK in Kolbermoor.

Leitender
Verbandsarzt

Wie kommt ein Mediziner aus Grassau zur Militär-Weltmeisterschaft in der Koreanischen Republik? Des Rätsels Lösung: Dr. Frank Düren ist Reserveoffizier und „Oberfeldarzt der Reserve“. Der deutschen Taekwondo-Militärmannschaft, Teil des Olympischen Verbands DTU (Deutsche Taekwondo Union), steht er seit 20 Jahren als „Leitender Verbandsarzt“ zur Seite. Weiter hat er die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden der medizinischen Kommission des Weltverbands WT (World Taekwondo) inne.

Als Reservist nahm Dr. Düren erstmals für Deutschland an einer Militär-WM, der „27. CISM World Military Taekwondo Championship“, teil. Alle zwei Jahre wird diese WM, die unter dem Motto „Friendship through Sport“ steht, veranstaltet, dazu alle vier Jahre die „Military World Games“. Die etwa 250 Sportler kamen dieses Mal aus vier Kontinenten. Einzig Australien war nicht vertreten. Die Organisation lief über die Bundeswehr. Der deutsche Nationalkader besteht zu mehr als der Hälfte aus Sportsoldaten.

Elf Frauen und Männer waren nach Mungyeong angereist, dazu Physiotherapeuten der Bundeswehr, Bundestrainer Bundeswehr Sergey Kolb aus Nürnberg, selbst früher aktiver Sportler, zivile Betreuer und ein Offizier als Chef de Mission. Die ärztliche Versorgung der Mannschaft lag in Händen von Dr. Düren. Der 55-Jährige berichtete, die Austragungsstadt sei ein wichtiger Stützpunkt, ein Sportzentrum der koreanischen Armee mit optimalen Sportanlagen und guten Hotels. Die Republik Korea habe im Taekwondo eine führende Rolle in der Welt. Sehr gute Teams seien aber auch aus der Türkei und aus dem Iran gekommen. Deutschland sei insgesamt „gutes Mittelfeld“. Der letzte Titel für die Bundesrepublik habe 14 Jahre zurückgelegen, ehe Vanessa Körndl jetzt den Spitzenplatz erobert habe. Bronze bei den Herren habe Emircan Omus für die Türkei erkämpft, so der Arzt aus Grassau.

Während der WM in Südkorea lief nach Düren alles bestens. An den Wettkampftagen war er direkt bei den Sportlerinnen und Sportlern, unterstützte das Team. Trainer, Physiotherapeut und Arzt hätten sich bei der Betreuung abgewechselt. Die Aktiven hätten „alle Aufgaben bestens bewältigt“. Dr. Düren wörtlich: „Es gab keine Verletzungen, keinerlei gesundheitlichen Probleme, Gott sei Dank.“

Die Verbindung von Medizin und Kampfsport – das ist die große Leidenschaft des gebürtigen Münchners Frank Düren, der seit 2008 mit seiner Familie im Chiemgau lebt, arbeitet und sich ehrenamtlich engagiert. „Medizin im Sport – das ist eine andere Art von Medizin. Im Sport sind die Menschen primär gesund auch, wenn eine gewisse Verletzungsgefahr existiert. Athleten sind gesund und wollen gesund bleiben – um gute Wettkampfleistungen erzielen zu können.“

Dem Kampfsport Taekwondo hat der Grassauer sich seit fast 40 Jahren verschrieben, war vor 20 Jahren auf bayerischer wie deutscher Ebene durchaus erfolgreich – auch wenn er nie einen Meistertitel errang. „Ich war auf einer ganz anderen Ebene – dem ambitionierten Amateurbereich“, sagt er rückblickend. Düren ist Träger des „Schwarzen Gürtels“ mit dem 4. Dan, der Gürtelfarbe der „Meister“.

Auf dem internationalen Niveau endet der aktive Wettkampfsport in der Regel im Alter von etwa Anfang 30. Ähnlich war es bei Düren. In letzter Zeit widmet er sich vermehrt dem koreanischen Schwertkampf „Kummooyeh“ mit Training einmal pro Woche beim Kampfsportverein Unterwössen. Er hat darin mittlerweile den 4. Dan erworben, den lediglich fünf Personen in Deutschland tragen. Sowohl da als auch beim Teakwondo blieb der 55-Jährige bislang weitgehend verletzungsfrei.

Betreuung der
DLRG-Einsatztaucher

Mit Sport und seinen Folgen zu tun hat auch Dürens Engagement im ehrenamtlichen Bereich.

Bei der DLRG Traunstein betreut er zum Beispiel die rund ein Dutzend Einsatztaucher, die in der Wasserrettung tätig sind. Regelmäßigen Dienst versieht er als Notarzt am BRK-Standort Grassau sowie in der Wasserrettung im ganzen Landkreis Traunstein. In seinem ehrenamtlichen Wirkungskreis liegt außerdem der zum Landkreis Rosenheim gehörende Chiemsee. Von der DLRG-Station Prien an der Stippelwerft rückt Düren als Arzt mit anderen im Notfall aus, auch als Mitglied der DLRG-Sondereinsatzgruppe Wasserrettung. So kann er weiterhin die, neben seiner Familie, zwei wichtigsten Anliegen verbinden – Sport und Medizin.

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