Dreiste Diebe stehlen Wohnwagen

von Redaktion

Mit rauchenden Reifen geflüchtet: Ein bislang unbekannter Dieb ist am Samstag mit dem Wohnwagen von Daniela Garhammer (58) davon gebraust. Was über die Tat bislang bekannt ist – und wieso sich die Besitzerin gleich doppelt ärgert.

Kolbermoor – Alleine die Entscheidung, ihren geliebten Wohnwagen aufgrund veränderter Lebensumstände zu verkaufen, war für Daniela Garhammer (58) schwer genug. Jetzt ist der Wohnanhänger weg – Geld hat die Frau, die vor rund zwei Monaten nach Kolbermoor gezogen ist, aber keins bekommen. Denn bevor sie den Wohnwagen veräußern konnte, sind bislang unbekannte Diebe mit dem auffälligen Modell davon gebraust. Garhammer und die Polizei in Bad Aibling, bei der die 58-Jährige Anzeige erstattet hat, setzen nun auf Zeugen, die Hinweise zur Tat geben können.

Wohnwagen sollte verkauft werden

Erst vor wenigen Tagen hatte Garhammer den Wohnwagen aus dem Hause Hymer aus ihrer bisherigen Heimat im Raum Fürstenfeldbruck an die Mangfall geholt und wollte das Gefährt dort von einem Experten an der Rosenheimer Straße in Kolbermoor für den Verkauf aufbereiten lassen. Am vergangenen Samstag dann aber der Schock: „Gegen 9 Uhr hat mich der Aufbereiter angerufen und gefragt, ob ich den Wohnwagen wieder geholt habe, weil er ihn eigentlich waschen wollte, er aber nicht mehr dort stand“, erinnert sich Garhammer. „Schnell war dann allerdings klar, dass er gestohlen worden ist.“

Was auch Videoaufnahmen belegen, die andere Unternehmen im Umfeld des Tatorts der Polizei zur Verfügung gestellt haben. Darauf ist nach Angaben Garhammers zu sehen, wie der oder die Täter gegen 6.50 Uhr mit „rauchenden Reifen“ am Wohnanhänger an einer dort ansässigen Tankstelle vorbeifahren. „Das ist schon schlimm, wenn man sieht, wie das eigene Gefährt über die Straße gezogen wird und in gewisser Weise nicht ,artgerecht‘ behandelt wird“, sagt die 58-Jährige im Hinblick auf die Tatsache, dass zur Bewegung des Anhängers eigentlich ein sogenannter Mover, also eine Rangierhilfe, notwendig gewesen wäre.

Bilder, die die 58-Jährige auch an der Theorie, dass hier eine Profibande am Werk gewesen sein könnte, zweifeln lassen. „Profis würden sich damit doch viel besser auskennen. Für mich sieht das aber eher nach einem Spontanklau aus“, sagt Garhammer, die trotz des Ärgers und des Aufwands rund um die Anzeige ihren Humor nicht verloren hat: „Vielleicht wollte ja jemand dringend in Urlaub fahren.“

Die Polizei in Bad Aibling bestätigte auf OVB-Anfrage die Schilderungen der 58-Jährigen. Zur Anzahl der Täter kann derzeit nach Angaben eines Polizeisprechers aber noch keine Angabe gemacht werden. Klar sei, dass ein Unbekannter den Wohnwagen an ein Triebfahrzeug angehängt habe und dann damit in Richtung Rosenheim davongefahren sei „und dabei eine riesige Rauchwolke hinter sich hergezogen hat“. Sachdienliche Hinweise seitens der Bevölkerung seien dazu bislang aber noch nicht eingegangen.

Wohnwagen mit auffälligen Details

Die nach eigenen Angaben „leidenschaftliche Camperin“, die das Camping nicht nur als Hobby, sondern „als Lebensform“ bezeichnet, hofft nun, dass Zeugen der Wohnanhänger aufgefallen ist und die Polizei dadurch wertvolle Hinweise auf die Ganoven erhält. Bei dem Wohnwagen handelt es sich um ein Hymer Eriba mit der Zusatzbezeichnung „Exciting“ in weißer Farbe, wobei seitlich das untere Drittel in Grau gehalten ist. Normalerweise werden die beiden Farben durch einen roten Strich getrennt, im Falle des gestohlenen Wohnwagens aber durch einen Strich in grauer Farbe, der aufgeklebt ist.

Besonders auffällig: Auf der Front ist in Folie eine Silhouette der Skyline Münchens angebracht, unter anderem mit Riesenrad, Frauenkirche, Olympiaturm und der Allianz-Arena. Zudem ist der Flussverlauf der Isar angedeutet, links unten ziert die Silhouette der Schriftzug „München“. Zum Zeitpunkt des Verschwindens war das Kfz-Kennzeichen „FFB – DG 861“ am Heck des Wohnwagens angebracht. Hinweise zum Verbleib des Fahrzeugs oder zum Tathergang nimmt die Polizei in Bad Aibling unter Telefon 08061/90730 entgegen.

GPS-Tracker war ausgeschaltet

Was für die Neu-Kolbermoorerin im Hinblick auf den Diebstahl besonders ärgerlich ist? In dem gut fünf Jahre alten Wohnwagen befindet sich ein GPS-Tracker, den sie allerdings für die Aufbereitung des Fahrzeugs bewusst ausgeschaltet hatte, denn: „Sonst hätte ich jedes Mal, wenn der Aufbereiter das Fahrzeug bewegt hätte, eine Meldung auf mein Handy bekommen.“

Zudem ärgert sie sich darüber, den Anhänger nicht, wie eigentlich zunächst beabsichtigt, ausgeräumt zu haben. So konnten die Diebe sich nicht nur den Camper, sondern beispielsweise auch wertvolles Inventar wie eine hochwertige Satellitenanlage oder einen Weber-Grill unter den Nagel reißen. Den Neuanschaffungswert des kompletten Diebesguts beziffert sie gegenüber dem OVB auf „minimum 35000 Euro“.

Diebstahl-Post auf Facebook

Ihren Start an ihrem neuen Wohnort hatte sich die 58-Jährige sicherlich anders vorgestellt. Zumal sie erst vor wenigen Wochen mitbekommen habe, wie im Nebenhaus von Dieben ein Keller ausgeräumt worden ist.

Erlebnisse, die Spuren hinterlassen. „So langsam zweifle ich dann schon ein bisschen an dieser Gegend“, sagt Garhammer im Hinblick auf ihr Sicherheitsgefühl. Wobei sie sich auf die Kolbermoorer bei der Suche nach dem Wohnwagen verlassen kann, wie ein Blick in die Facebook-Gruppe „Kolbermoor do san ma dahoam…“ zeigt. Denn binnen weniger Stunden wurde Garhammers Bitte nach Hinweisen zum Diebstahl über 30-mal geteilt.

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