Zum Artikel „Neues Quartier, in dem jeder gerne wohnt“ (Lokalteil):
Die Vorstellung der derzeitigen Planungen für das neue „Quartier“ im Nordosten von Kolbermoor erinnert an „Wünsch Dir was“ aus dem Kinderfernsehen. Was bisher fehlt? Eine erwachsene Sicht, also eine Betrachtung der Probleme und Risiken der „Wundertüte“.
Wo sind konkrete Aussagen zu den Interessen der privaten Investoren, die in nichtöffentlichen Stadtratssitzungen sowie einzelnen ebenso unter Verschluss gehaltenen Workshops ihre Vorstellungen bereits platzieren konnten? Hier scheint ein „weißer Elefant“ im Raum zu stehen. Größtes Problem des „Quartiers“? Die schon jetzt unzureichende verkehrsmäßige Anbindung des ganzen Kolbermoorer Nordostens durch das Nadelöhr vom Rathaus bis zum Ortsausgang Richtung Großkarolinenfeld. Nur hier könnte der zusätzliche Verkehr zu- und abfließen, also nach Norden und Süden. Dieser Straßenzug ist so schmal, dass er auf der gesamten Länge nur einseitig einen Gehsteig hat. Schon derzeitig gibt es hier Staus und kritische Situationen. Wie soll hier noch weiterer Verkehr in erheblichem Umfang verkraftet werden?
Nächstes Thema? Der Seeton — die Aicherparkbrücke der Westtangente lässt grüßen. Außerdem ist die Oberflächenentwässerung im gesamten Kolbermoorer Nordosten bis hinunter zur Siedlung „Am Graben“ hochproblematisch, vor allem bei Starkregen. Durch die zu erwartende umfangreiche Flächenversiegelung ergibt sich hier für die dort lebenden Bewohner ein noch kritischerer Zustand als bereits jetzt.
Ohne gute Lösungen für diese und weitere Fragen geht das neue „Quartier“ zulasten der Umwelt und der Lebensqualität der bisherigen und später auch der neuen Bewohner im Nordosten von Kolbermoor. Erst dann kann man über die schönen und netten Dinge in diesem neuen „Quartier“ sprechen.
Michael Rath
Kolbermoor