„Rücksichtslose Individuen“

von Redaktion

Kolbermoorer Robin Lützenburger entdeckt „Müllhalde“ auf Spinnereiinsel

Kolbermoor – Als Robin Lützenburger an einem Sonntag am Mangfallufer entlang lief, konnte er seinen Augen kaum trauen. Die Situation, die er dort vorfand, beschreibt er gegenüber dem Mangfall-Boten als „unzumutbare Vermüllung des Mangfallufers auf der Spinnereiinsel“. So habe der Kolbermoorer auf einer Kies- bank „massenhaft Partymüll“ entdeckt. Etliche zerbrochene Glasflaschen machten eine Nutzung als Badestrand an dieser Stelle unmöglich, ärgert sich Lützenburger.

Dreck einfach
liegengelassen

Tatsächlich zeigen Fotos zahlreiche Glas- und Plastikflaschen, Becher, Taschen, Zigarettenschachteln, Chipstüten, Grillanzünder und sogar einen leeren Bierkasten – alles kreuz und quer in der Natur verstreut. „Sowohl am Kiesufer als auch im Wasser liegen Scherben“, beklagt Lützenburger. Abgesehen davon, dass niemand „inmitten dieser Müllhalde“ schöne Momente am Mangfallufer genießen könne, betont er. „Darf man diese rücksichtslosen Individuen als ‚Dreckschweine‘ bezeichnen?“, fragt sich der Mann. Schließlich könne man für ein solches Verhalten kaum gemäßigte Worte finden.

Stadt ärgert sich über
Müll-Verhalten

Eine Kritik, mit der Robin Lützenburger sicher nicht alleine dasteht. Immer wieder sorgen Hinterlassenschaften von Menschen, die in der Natur grillen, feiern oder sogar einfach privaten Abfall ablagern, für große Aufregung.

Ein Ärgernis, das man auch im Kolbermoorer Rathaus äußerst kritisch beobachtet. Nach Rücksprache mit dem Bauhof erklärt Thomas Rothmayer, Leiter des Kolbermoorer Ordnungsamtes, dass eine entsprechende Vermüllung durchaus häufiger vorkommt. Auf die Frage, wer denn für die Beseitigung des dort anfallenden Mülls zuständig sei, wird Rothmayer deutlich: „Dafür ist natürlich jeder selbst verantwortlich und darf seinen Abfall gerne selbst wieder mitnehmen.“

Die Mitarbeiter des Bauhofs würden den Bereich mehrmals in der Woche abfahren und hätten viel Arbeit mit dem Müll. „Es ist einfach extrem schade, dass es viele Leute in einem solchen Naherholungsgebiet, welches der Allgemeinheit zugutekommt, nicht schaffen, ganz normale Grundlagen einzuhalten“, betont der Ordnungsamtsleiter. Dies werde schließlich auf dem Rücken der ordentlich handelnden Bevölkerung ausgetragen, da somit auch künftige öffentliche Nutzungen gefährdet werden könnten. Schließlich sei nicht die Stadt, sondern das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim Grundstückseigentümer. Deshalb könne Rothmayer nicht beurteilen, wie die Besitzer über diese Entwicklung denken.

Auf Nachfrage des Mangfall-Boten erklärte Andreas Holderer, Abteilungsleiter des Rosenheimer Wasserwirtschaftsamtes im betroffenen Gebiet, dass das grundsätzliche Problem der Abfall-Hinterlassenschaften natürlich bekannt sei. Auch man selbst werde immer wieder, etwa bei Ufer-Mäharbeiten, mit Vermüllung konfrontiert. „Leider lassen viele Menschen gerade in Naherholungsgebieten ihre Sachen einfach liegen“, sagt Holderer und verweist etwa auf die teils dramatischen Zustände am Isar-Ufer in München.

Nicht bekannt als
„Müll-Hotspot“

Kolbermoor, speziell der Bereich um die Spinnereiinsel, sei glücklicherweise nicht als besonders kritischer Bereich oder „Müll-Hotspot“ bekannt. Bleibt nicht nur auch aus Sicht des Wasserwirtschaftsamtes zu hoffen, dass es diesen Titel auch in Zukunft hier nicht braucht.

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