Stadtbücherei ausgezeichnet

von Redaktion

Kolbermoor bekommt den dritten „Lesezeichen“-Preis – 1000 Euro für neue Bücher

Kolbermoor – Einmal eine Auszeichnung zu erlangen, ist allein für sich schon toll. Dreimal von einer Jury zu den Besten gezählt zu werden, ist jedoch eine ganz besondere Leistung. Der Stadtbücherei Kolbermoor gelang dieses Kunststück: In diesem Jahr gehörte sie zum dritten Mal – nach 2015 und 2019 – zu den Preisträgern im Wettbewerb „Lesezeichen“.

Lesen als
Abenteuer

Dabei handelt es sich um eine bayernweite Aktion, die vom Bayernwerk ausgelobt wird. Alle Büchereien in öffentlicher Hand und auch alle, die zum Michaelsbund gehören, also einen kirchlichen Träger haben, können sich bewerben.

Die Jury, so erläuterte Alexander Usselmann vom Bayernwerk bei einer kurzen Feierstunde, ist dabei auf der Suche nach Büchereien, die keine bloßen „Buchaufbewahranstalten“ sind, sondern mehr: Büchereien nämlich, in denen zu spüren ist, dass Lesen ein Riesenabenteuer sein kann, und deren Personal es schafft, die eigene Begeisterung auf die Kundschaft, nicht zuletzt die kleinen und ganz kleinen Leser darunter, zu übertragen.

Schließlich sei, so Alexander Usselmann, ja zweifelsfrei erwiesen, dass jemand, der als Kind Freude am Lesen erfahren hat, einen Gewinn fürs ganze Leben macht: Lesen eröffnet neue Horizonte, ermöglicht Abenteuer im Kopf und ist deshalb eine erfüllende Freizeitbeschäftigung. Ja, Bücher könnten sogar, wie Freunde, durch schwierigere Lebenslagen helfen. Von daher, so meinte Usselmann, sei es verständlich, warum man im Jahr 2010 auf der Suche nach Feldern, in denen man sich sozial engagieren könnte, recht schnell auch auf die Leseförderung kam.

Wie Leseförderung in der Praxis aussehen kann, das mache die Stadtbücherei in Kolbermoor beispielhaft vor, so meinte die Jury des Lesezeichenpreises. In Kolbermoor buchstabiere sich „Leseförderung“ vor allem wie „Verführung zum Lesen“. Deshalb gibt es das ganze Jahr über Veranstaltungen im Verbund mit Kindergärten und Schulen, auch jede Menge fester Veranstaltungen, wie etwa das Bilderbuchkino oder die Vorlesenachmittage. Diese sind übrigens nicht nur auf die Räume des Rathauses beschränkt. Immer wieder geht die Bücherei mit Vorlese- und Erzählangeboten auch ins Freie, in den Park vor der Bücherei. Die Bücherei ist deshalb ein Ort, der nicht nur für Erwachsene, sondern auch für viele kleine Leser samt Eltern zu einer festen Anlaufstelle in ihrem Leben geworden ist.

Dies nicht zuletzt deswegen, weil die Bücherei nicht nur ein Raum ist, der immer nur kurz genutzt wird, bis man neue Bücher zum Lesen gefunden hat. Sie hat vielmehr auch „Aufenthaltsqualität“: Man kann, darf und soll dort auch sitzen, um zu schmökern, Zeitung zu lesen, auszuruhen und zu schauen – oder auch Hausaufgaben zu machen und Referate vorzubereiten.

Bürgermeister Peter Kloo war bei der kleinen Feierstunde deshalb auch der Dank an Büchereileiterin Andrea Sondhauß und ihr Mitarbeiterteam besonders wichtig. Denn das Haus trage, offen und lichtdurchflutet wie es ist, natürlich schon von sich aus zu einer Atmosphäre des Willkommens bei. Prall mit Leben erfüllt werde diese Stimmung aber dann vor allem durch die Menschen, die dort arbeiten: Sie seien es, die am Ende der Bücherei tatsächlich ihren freundlichen und „anlockenden“ Charakter verleihen.

Zu einem lebendigen
Treffpunkt geworden

Damit aber hilft die Bücherei auch mit, das Wunschziel zu erreichen, das man bei der Planung des Rathausareals gehabt habe: „Es sollte“, so Peter Kloo, „nach Möglichkeit kein totes Verwaltungsgebäude bleiben, sondern ein Platz sein, an dem was los ist, an dem das Leben pulsiert.“ Und das ist allem Augenschein nach tatsächlich gelungen: Bücherei und Volkshochschule machen das Rathaus zu einem lebendigen Treffpunkt. Alles in allem sei die Kolbermoorer Bücherei ein verdienter Preisträger des „Lesezeichen-Wettbewerbs“. Wobei die größten Gewinner die kleinen und kleinsten Büchereikunden sind. Denn das Preisgeld von 1000 Euro verwendet das Büchereiteam, um neue Bilderbücher sowie Bücher für „das erste Lesealter“, also für Kinder ab sechs Jahren, zu kaufen.

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