Schutz wird aufgebaut

von Redaktion

Vorbereitungen und Sicherheitsmaßnahmen für eventuelles Hochwasser laufen

Kolbermoor – In den vergangenen Tagen haben sich die Nachrichten zu einer möglichen Hochwasser-Katastrophe förmlich überschlagen. Unklar blieb jedoch meist, welche Region tatsächlich wie stark getroffen werden könnte. Auch für das Mangfalltal gab es unterschiedliche Prognosen. Freitagmittag ging man rund um die Städte Kolbermoor und Bad Aibling nicht davon aus, dass die Regenfälle einen allzu großen Schaden anrichten werden.

Dennoch sind seit Freitagmorgen Mitarbeiter des Kolbermoorer Bauhofs zu sehen, die vorsorglich den Hochwasserschutz entlang der Mangfall, beispielsweise im Bereich des alten Friedhofs, errichten.

Jakob Martel, stellvertretender Leiter des Bauhofs, erklärt auf Anfrage des Mangfall-Boten, dass es sich bei den Maßnahmen um eine „reine Vorsichtsmaßnahme“ handelt. Man habe keine Hinweise oder Meldungen erhalten, wonach etwas Besonderes zu erwarten wäre, „es gibt keine Warnstufe oder Sonstiges für unseren Bereich“, betont Martel den aktuellen Kenntnisstand. Jedoch will der Bauhof mit dem Aufstellen des Hochwasserschutzes auf Nummer sicher gehen. „Jetzt kommt das Wochenende und wenn es dann doch mal so schnell wie beim letzten Mal gehen sollte, sind wir einfach vorbereitet.“

Auch für die Bürger könne der Schutz eine gewisse Sicherheit ausstrahlen. Die besagte Hochwasser-Schutzmauer wird an sogenannten Lücken, wie etwa am Friedhof, aufgebaut, weil die Mangfall dort sonst einfach weiter zugänglich wäre.

Seit dem Jahrhunderthochwasser 2013 wurde viel Geld in den Schutz der Stadt Kolbermoor investiert. Ein wesentlicher Bestandteil sind die mobilen Hochwasserschutzdämme an der Mangfall, die nun eben erneut aufgebaut wurden. Außerdem wird etwa ein Container beim Wertstoffhof mit Sand und Sandsäcken zum Selbstbefüllen für Privatpersonen bereitgestellt.

Klar ist aber, dass auch die Einsatzkräfte hier zuletzt Gelassenheit gezeigt hatten. Zu Beginn der Woche erklärten mehrere Feuerwehren, etwa aus Kolbermoor, Feldolling oder Bruckmühl, dass sich die Lage als entsprechend ruhig darstelle. Vieles würde in der Öffentlichkeit teils zu sehr hochgeschaukelt. Auch Kreisbrandrat Richard Schrank warnte vor aufkommender Panik und verwies darauf, dass die Feuerwehren generell gut vorbereitet seien. Einhelliger Tenor: Man müsse noch abwarten, wie sich die Lage dann tatsächlich für die Regionen, also auch für das Mangfalltal, entwickelt. Und nun?

Beispielhaft stellte Ernst Langer, Kommandant der Pullacher Feuerwehr, am Freitagvormittag gegenüber dem Mangfall-Boten klar: „Bei uns ist bis jetzt weiterhin alles entspannt.“ Die Situation in der Umgebung sei nach wie vor ruhig, Einsatzmaterial und Gerätschaften stünden jedoch immer für den Ernstfall parat. „Unser Gebiet betrifft ja hauptsächlich die Mangfall und dort ist der ganze Hochwasserschutz ja ohnehin schon sehr aktiv“, betont Langer. Auch von behördlicher Seite habe es bislang keine besorgniserregenden Hinweise gegeben, im Gegenteil. „Natürlich sind wir vorbereitet, aber oftmals, gerade durch viele Medienberichte, wird vieles heißer gekocht, als es dann tatsächlich ist.“ Die Einsatzkräfte der Feuerwehr seien entspannt, man beobachte jedoch stets die Pegelstände.

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